EdA

Empowerment in der digitalisierten Arbeitswelt – Nachhaltige Konzepte für die Digitalisierung entwickeln (EdA)

Ausgangssituation

Mit der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft sind wir Zeitzeugen eines tiefgreifenden Wandels mit weitreichenden Folgen für Unternehmen und ihre Mitarbeiter. Die fortschreitende Digitalisierung und eine neue Qualität von Informatisierung werden zum Motor tiefgreifender Veränderungen der Arbeitswelt. Der Blick in die Praxis verdeutlicht: Die neuen Potenziale der Digitalisierung werden nicht überall für die Unterstützung von Selbstorganisation, Eigenverantwortung und Beteiligung der Mitarbeiter genutzt. In vielen Unternehmen lässt sich beobachten, wie die neuen Potenziale der Digitalisierung zur Automatisierung genutzt und die Mitarbeiter durch informatorische Transparenz in neuer Weise kontrolliert und überwacht werden. Damit werden die Chancen, die sich im digitalen Transformationsprozess bieten, Empowerment als Dreh- und Angelpunkt einer innovativen Gestaltung von Unternehmen und als Schlüssel für salutogene Potenziale zu nutzen konterkariert. Die Unternehmen stehen hier aktuell an einem Scheideweg. Die digitale Revolution bietet die Möglichkeit zu einer grundlegenden Neugestaltung der Arbeitswelt. Immer mehr Unternehmen erkennen die Notwendigkeit, sich neu zu erfinden, und sind auf der Suche nach neuen Organisationsformen, um die Potenziale der Digitalisierung zu erschließen. Ein zentraler Erfolgsfaktor für das Gelingen dieses Wandels ist das Empowerment der Mitarbeiter: Die Unternehmen sind darauf angewiesen, dass die Mitarbeiter und Teams untereinander ihr Wissen teilen, dass sie selbstorganisiert agieren, eine hohe Veränderungsbereitschaft mitbringen und eine neue Kultur des Lernens entwickeln. Die Umsetzung eines auf Nachhaltigkeit angelegten Konzepts des Empowerments ist mit Blick auf die zukünftige Gestaltung der digitalen Arbeitswelt von hervorgehobener Bedeutung. Dabei kommt es vor allem darauf an, an den Rahmenbedingungen für echtes Empowerment anzusetzen und diese adäquat zu gestalten. Hieran knüpft das Verbundvorhaben „Empowerment in der digitalisierten Arbeitswelt“ (EdA) an. 


Projektziele

Das Verbundvorhaben „Empowerment in der digitalisierten Arbeitswelt“ (EdA) verfolgt als ein gestaltungsorientiertes Projektvorhaben das Ziel, gemeinsam mit wichtigen Vorreiterunternehmen der Digitalisierung neue Ansätze des Empowerments zu entwickeln, zu erproben und zu evaluieren, um sie anschließend in Referenzmodelle für einen breiten Anwenderkreis zu überführen. Das Verbundvorhaben EdA möchte damit einen Beitrag zu einer neuen Humanisierung der Arbeitswelt in der digitalen Ära leisten. Vor diesem Hintergrund ist die Verbreitung von Crowdsourcing ein zentrales Phänomen der Digitalisierung der Wirtschaft und des modernen IT-Zeitalters. Im Zuge der wachsenden Digitalisierung von Arbeit steigt die Anzahl an Unternehmen, die Crowdsourcing für verschiedenste Aufgaben nutzen und systematisch in die unterschiedlichsten Geschäftsprozesse integrieren. Als Folge werden heutzutage aus nahezu allen wertschöpfenden Bereichen eines Unternehmens einzelne Aufgaben an die Crowd ausgelagert. Das Ziel des Teilvorhabens der Universität Kassel ist es daher, innovative Ansätze und Konzepte für das Empowerment von Crowd Workern zu erarbeiten und ihnen damit mehr Selbstbestimmung in ihrer Arbeit zu ermöglichen. Um dies zu erreichen, verfolgt das Teilvorhaben in einem ersten Schritt verschiedene wissenschaftliche Ziele: Die wissenschaftlichen Untersuchungen sollen sowohl Aufschluss über die Einbettung der Crowd in die organisationalen Strukturen der Plattformen als auch über die Wahrnehmung der einzelnen Crowd Worker geben. In einem ersten Schritt geht es darum, die organisationalen sowie infrastrukturellen Rahmenbedingungen dieser neuen digitalen Arbeitsform, welche durch die Crowdsourcer und primär durch die Crowdsourcing-Plattformen determiniert werden, zu untersuchen. Die Plattformen agieren als Intermediäre bei der Arbeit in der Crowd und determinieren somit die Leistungserbringung der einzelnen Crowd Worker. In diesem Zusammenhang soll identifiziert werden, welche Dienstleistungen (Art und Umfang) von welcher Art von Crowdsourcing-Plattformen erbracht werden. Es soll untersucht werden, wie diese Leistungserstellung auf den Plattformen stattfindet und wie die jeweiligen Unternehmen (Crowdsourcer) hierbei integriert werden. Darüber hinaus soll die Rolle der einzelnen Crowd Worker im Rahmen der crowd-basierten Arbeit analysiert werden. Im nächsten Schritt steht die Analyse des Erlebens sowie der Wahrnehmung von Arbeit aus Sicht des einzelnen Crowd Workers im Fokus der Untersuchung.


Projektbeteiligte

  • Fachgebiet Wirtschaftsinformatik – Universität Kassel
  • Andrena objects GmbH
  • Audi AG
  • IG Metall
  • ISF München


Praxis- und Valuepartner

  • BITKOM
  • Deutscher Crowdsourcing Verband (DCV) e.V.
  • Hochschule Kempten – Professur für Fertigungsautomatisierung und Automatisierungssysteme
  • Mylittlejob.de
  • Streetspotr.com
  • SAP SE
  • Siemens AG
  • T-Systems International GmbH
  • ZukunftsAllianz Arbeit & Gesellschaft


Förderung

Das Projekt „Empowerment in der digitalisierten Arbeitswelt“ wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Europäischer Sozialfonds der Europäischen Union unter der Projektträgerschaft des PTKA (Projektträger Karlsruhe am Karlsruher Institut für Technologie/KIT) gefördert (Förderkennzeichen: 02L15A051).