Interne Crowd

Die interne Crowd – Mitarbeiter im Fokus neuer Arbeitsformen

Ausgangssituation

Auf Basis des erfolgreichen HBS Projekts „Crowd Work – Arbeiten in der Wolke“ stellt dieses Projektvorhaben den nächsten Schritt in der wissenschaftlichen Analyse digitaler Arbeitsformen dar. Mit den voranschreitenden Möglichkeiten der Digitalisierung setzen Unternehmen intern zunehmend Crowdsourcing als alternatives Prinzip zur Arbeitsorganisation ein – die sog. „interne Crowd Work“. Hierbei werden sowohl unternehmensinterne als auch unternehmensexterne Arbeiter im Leistungserstellungsprozess über spezielle IT-Plattformen involviert. Die interne Belegschaft agiert hierbei als ein Pool interner Crowd Worker, auf die flexibel zugegriffen wird. Die Praxis zeigt bereits sehr deutlich, dass interne Crowd Work in nahezu allen wertschöpfenden Bereichen eines Unternehmens angewendet wird. Auch wenn sich durch dieses Arbeitsmodell vielerlei Vorteile für Unternehmen ergeben (z.B. erhöhte Flexibilität), müssen auch die gravierenden Veränderungen auf die internen Belegschaften berücksichtigt werden. Interne Crowd Work führt zu einer internen und externen „Verflüssigung“ von Arbeitsprozessen und -strukturen, wodurch sich insbesondere Arbeitsbedingungen für die Belegschaft ändern. Im Zuge dessen sind diese Auswirkungen bislang unerforscht. Das Erleben von interner Crowd Work aus Sicht der betroffenen Mitarbeiter steht daher im Fokus dieses Projektvorhabens. Hierbei sollen insbesondere Interdependenzen mit bestehenden Strukturen der einzelnen Crowd Worker analysiert werden.


Projektziel

Das Ziel des Projektes besteht darin, wissenschaftliche Analysen zu interner Crowd Work im Unternehmenskontext durchzuführen, um auf Daten und Fakten basierende Handlungsspielräume für die Akteure in der internen Crowd aufzeigen zu können. Insbesondere der Analyse bestehender Formen und dem Erleben von Arbeit aus Sicht des einzelnen Crowd Workers kommt hierbei eine zentrale Bedeutung zu. Im Zuge einer voranschreitenden Erosion von Unternehmensgrenzen sowie der Internationalisierung von Arbeit betrachtet dieses Projekt zudem die Auswirkungen interner Crowd Work auf die individuelle Selbstbestimmung der Mitarbeiter sowie die Aspekte kollektiver Mitbestimmung. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse sollen anschließend auf Basis bereits existenter valider Ergebnisse im Bereich der externen Crowd Work untersucht und bewertet werden. Aufgrund der internationalen Relevanz des Vorhabens sind die Ergebnisse aus diesem Projekt einem breiten Publikum zugänglich zu machen.


Projektbeteiligte

  • Fachgebiet Wirtschaftsinformatik, Universität Kassel
  • Industriegewerkschaft Metall (IG Metall)
  • ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft


Förderung

Das Projekt wird von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert und läuft vom 01.01.2017 bis 30.06.2018.