KoVeLa

Kontrastieren – als die Identifizierung von Unterschieden – und Vergleichen – als die Identifizierung von Gemeinsamkeiten – spielen für Bewertungen und Entscheidungen im Alltag sowie für das Lernen in Schule und Hochschule eine entscheidende Rolle.

Begriffe, die sich Menschen bilden, basieren auf dem Vergleich von Gemeinsamkeiten von Objekten oder Handlungen und auf der Abgrenzung als dem Kontrastieren von Objekten oder Handlungen. Die menschliche Fähigkeit, Vergleiche anzustellen, aber auch Unterschiede zu erkennen, wird als „core mechanisms that underlie human learning, understanding, and reasoning“ bezeichnet (Kurtz et al. 2013, p. 1303). Entsprechend hat das Kontrastieren und Vergleichen (K & V) beim systematischen Lernen in Schule und Hochschule eine grundlegende Bedeutung. Prozessen des Kontrastierens und Vergleichens kann hierbei eine wichtige Funktion für den Erwerb komplexen Begriffs- und Handlungswissens zugeschrieben werden.

In der Lehr-Lernforschung hat sich das K & V als erfolgreiche Lehrstrategie für Lernende verschiedenen Alters. Im Rahmen der Professionalisierung von Lehrkräften wurde die Lehrstrategie des K & V aber bislang kaum betrachtet. Im Projekt KoVeLa, das von Mitgliedern des Zentrums für Empirische Lehr-/Lernforschung (ZELL) beantragt wurde, soll diese Forschungslücke in vier Teilprojekten (siehe Teilprojekte) geschlossen werden. Die innovative Idee von KoVeLa für das beantragte Projekt ist es dabei, die als erfolgreich nachgewiesene Lehrstrategie des Kontrastierens und Vergleichens für die Professionsentwicklung des Lehrberufs zu nutzen und deren Wirksamkeit auf jene Kompetenzen zu untersuchen, die spezifisch für die Profession von Lehrkräften sind, wie z.B. die unterrichtsbezogene Wahrnehmung, das Bewerten, Beurteilen und Diagnostizieren sowie Facetten des professionellen Wissens.