Forschungsprojekt

Auswirkungen verschiedener Stimulationsverfahren auf die Melkbarkeit von Milchkühen bei der muttergebundenen Kälberaufzucht

Beteiligte

  • Katharina Zipp
  • Ute Knierim

In Zusammenarbeit mit

  • Kerstin Barth vom Institut für Ökologischen Landbau des  vTI

Förderung

Promotionsstipendium der Universität Kassel

Laufzeit

2010-2012


In Deutschland ist es – auch im Ökolandbau – gängige Praxis bei Milchkühen das Kalb wenige Stunden nach der Geburt von der Mutter zu trennen. Die Kuh wird gemolken und das Kalb bekommt Milch per Nuckeleimer oder Tränkeautomat. Ein natürlicherer Ansatz ist die muttergebundene Kälberaufzucht, bei der das Kalb bei der Mutter trinken darf. Eine Reihe von Untersuchungen liegen bereits vor, die Vorteile der muttergebundenen Kälberaufzucht hinsichtlich Gesundheit, Gewichtsentwicklung und Verhalten der Kälber sowie Eutergesundheit, Fruchtbarkeit und Verhalten der Kühe nachweisen. Nichts schränkt die Umsetzbarkeit dieses artgemäßeren Verfahrens jedoch so ein wie die Menge der ermelkbaren Milch. Nicht nur die Kälber trinken an der Mutter mehr, als ihnen bei der Eimer- oder Automatentränke zugeteilt würde, sondern die Kühe reagieren oft mit Milchejektionshemmungen. Vereinfacht heißt das, die im Euter produzierte Milch kann nur teilweise ermolken werden. Dies stellt einen ökonomischen Schaden für den Betrieb und eine Gefahr für die Eutergesundheit der Kuh dar. Aus diesem Grund soll im Rahmen der Arbeit die Auswirkung verschiedener Stimulationsverfahren auf die Melkbarkeit von Kühen, die 3 Monate lang ihr Kalb säugen dürfen, und Kontrollkühen ohne Kalbkontakt getestet werden.  Als Stimulation werden akustische (aufgezeichnete Rufe hungriger Kälber), olfaktorische (Haare des eigenen Kalbes) und taktile (Zitzenmassage) Reize im Melkstand verwendet. Auswirkungen der Behandlung auf Milchmenge, Milchinhaltsstoffe, Milchflusskurve, Unruheverhalten und Herzfrequenz im Melkstand werden untersucht. Des Weiteren wird die Verhaltensreaktion von Kühen mit und ohne Kalbkontakt auf verschiedene Geruchsproben (Haare vom eigenen Kalb vs. Haare von einem fremden Kalb vs. Kontrolle) ermittelt. Die Arbeit findet in Kooperation mit dem Fachinstitut für Ökologischen Landbau des Johann Heinrich von Thünen Instituts (vTI) in Trenthorst statt, auf dessen Versuchsbetrieb auch die Datenerhebung durchgeführt wird.