Früherkennung von Schadinsekten in Siloanlagen durch AKUSTISCHE DETEKTION

In Deutschland tragen Getreide, Ölfrüchte und Körnerleguminosen sowohl in Form von Marktfrüchten als auch als betriebseigene Futtermittel erheblich zum Erfolg der landwirtschaftlichen Betriebe bei. Gerade deshalb ist die Vermeidung von Ertragsverlusten durch Lagerschädlinge wichtig für die deutsche Landwirtschaft. Dies gilt neben dem inländischen Verbrauch auch für die Werterhaltung der Partien beim internationalen Handel. Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung und Etablierung eines akustischen Messsystems zur Früherkennung von Schädlingen in modernen Getreidelagern, mit dessen Hilfe eine rechtzeitige und differenzierte Bekämpfung und somit eine Verringerung der Lagerverluste ermöglicht wird.

Auch der Kornkäfer und andere Schädlingsinsekten machen beim Fressen und Laufen arttypische Geräusche?, sagt Richter. Dieser "Lärm" liege zwar meist unter der menschlichen Hörschwelle, könne aber durch heutige Technik präzise erfasst werden. Ein Messsystem wird entwickelt, das sowohl in Getreide- oder Saatgutsilos als auch in offenen Lagerungsformen, wie sie in Entwicklungsländern üblich sind, nutzbar ist. Während die akustischen Signale von verschiedenen Schädlingen bereits von Biologen beschrieben und identifiziert wurden, ist der agrarwissenschaftliche Ansatz neu.

Entwickelt wird ein Modulsystem, das aus einer Sensorlanze - einem ausziehbaren Stab mit Sensor   - und einem Prozessrechner besteht. So sollen zum einen Handgeräte für flexible Messungen in kleineren Betrieben als auch ein Festeinbau in marktübliche Silos möglich sein. Durch eine stückweise Verlängerung der Sensorlanze kann das System an jegliche Größe von Silos angepasst werden.
Durch die frühzeitige Erfassung und Klassifizierung des Schädlingsbefalls ermögliche das Messsystem eine optimale Bekämpfung. So können z.B. die Insekten etwa mit Wärme bekämpft werden statt mit Breitbandinsektiziden.

Projektverantwortlich :  Dr. Uwe Richter , Dr. Hubertus Siebald , Hans-Hermann Kaufmann