Re­gio­na­le Fut­ter­mit­tel

Zu­sam­men­fas­sung

Ziel des gesamten Projektvorhabens ist es, ein Konzept dafür zu erarbeiten, wie das Kriterium der Futtermittelherkunft in die Deklaration der regionalen Herkunft von Lebensmitteln tierischen Ursprungs eingebunden werden kann. Die aus den Ergebnissen abzuleitenden Maßnahmen sollen dazu beitragen, den Anteil regionaler Futtermittel in regional ausgelobten Lebensmitteln zu erhöhen. Im Rahmen des Projektes wird die Festlegung eines (wachsenden) Mindestanteils regionaler Futtermittel über Richtlinien im Konzept Regionalfenster geprüft (Richtlinienansatz). Des Weiteren wird betrachtet, ob eine (freiwillige) Deklaration des Anteils regionaler Futtermittel die Nachfrage der Endverbraucher nach den so deklarierten Lebensmitteln erhöhen kann (Deklarationsansatz).
Die Universität Kassel ist für die Beantwortung der letztgenannten Fragestellung zuständig. Dazu werden in vier Regionen Deutschlands im städtischen wie auch im ländlichen Raum jeweils in zwei Einkaufsstätten allgemeinen Lebensmitteleinzelhandels je 100 Verbraucher computergestützt mündlich befragt. Die insgesamt 1.600 Interviews sollen vor bzw. in den Einkaufsstätten stattfinden. Mittels der Befragung sollen das Wissen und die Erwartungen der Verbraucher bezüglich der Verwendung von importierten Futtermitteln für die Erzeugung von Lebensmitteln, die aus regionaler Erzeugung gekennzeichnet sind, erhoben werden. Außerdem soll die Frage beantwortet werden, ob Verbraucher überhaupt eine Herkunftsangabe für Futtermittel begrüßen oder ob sie bei einer entsprechenden Herkunftsdeklaration der Futtermittelanteile, die geringer als 100 % ist, verunsichert werden.
Begleitend zur dargestellten Befragung werden den Verbrauchern in den Geschäften jeweils Beispielprodukte auf Abbildungen zur Beurteilung vorgelegt. Für die Erhebung werden hierbei verschiedene tierische Produkte mit einer unterschiedlichen Deklaration über die Herkunft der Futtermittel versehen. Auf diese Weise soll ermittelt werden, ob Verbraucher bei verschiedenen tierischen Produkten unterschiedliche Erwartungen an die Futtergrundlage haben sowie in diesem Kontext unterschiedliche Zahlungsbereitschaften aufweisen. Differenziert betrachtet wird in diesem Zusammenhang auch, ob darüber hinaus Unterschiede zwischen Öko-Futtermitteln und konventionellen Futtermitteln existieren.
Die produktspezifische Ermittlung von Zahlungsbereitschaften für unterschiedlich hohe Anteile von regionalen Futtermitteln dient der Beantwortung der Frage, ob die höheren Kosten der Landwirte für höhere Anteile regionaler Futtermittel durch jeweils höhere Zahlungsbereitschaften kompensiert werden können.

Ko­ope­ra­ti­on mit

  1. FiBL Deutschland e.V.
    Forschungsinstitut für biologischen Landbau
    Dr. Robert Hermanowski (Projektleitung)
    Postfach 90 01 63
    60441 Frankfurt am Main

  2. Thünen-Institut für Betriebswirtschaft
    Dr. Jürn Sanders
    Bundesallee 50
    38116 Braunschweig

Kon­takt­per­so­nen und Pro­jekt­part­ner an der Uni­ver­si­tät Kas­sel

Pro­jekt­lauf­zeit

Mai 2016 - Dezember 2019

BLE-Pro­jekt „Re­gio­na­le Fut­ter­mit­tel“

Forschungsprojekt im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)

www.bundesprogramm-oekolandbau.de