RE-DI­RECT

Re­gio­nal De­ve­lop­ment and In­te­gra­ti­on of unu­sed bio­mass was­tes as Re­sour­ces for Cir­cu­lar pro­ducts and eco­no­mic Trans­for­ma­ti­on

Motivation

Jedes Jahr werden mindestens 34 Millionen Tonnen Restbiomasse aus der Bewirtschaftung ländlicher Landschaften und städtischen Grüns in Nordwesteuropa (NWE) verschwendet. Andererseits gibt es einen wachsenden Markt für nachhaltige und dezentrale Produkte wie Aktivkohle, die in Abwassertechnologien zur Reinigung von mit komplexen chemischen Substanzen oder Antibiotika verunreinigtem Wasser eingesetzt wird. RE-DIRECT ist ein umfassendes Konzept zur Förderung der effizienten Nutzung natürlicher Ressourcen und Materialien durch die Umwandlung von Restbiomasse in Kohlenstoffprodukte und Aktivkohle in intelligenten regionalen dezentralen Anlagen.

Ziele und Vorgehen

RE-DIRECT hat zum Ziel, dezentrale Konversionsanlagen zu errichten, um Restbiomasse in alternative Kohlenstoffprodukte umzuwandeln. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Aktivkohle, die für die Reinigung regionaler Abwässer und Altlasten verwendet werden soll.

In der ersten Projektphase wurde ein Netzwerk für alternative Kohlenstoffprodukte aufgebaut und die Sammlung, Produktion und das Management der Wertschöpfungskette von alternativer Kohle und Kohlenstoffprodukten als Ausgangspunkt für eine Kreislaufwirtschaft gefördert.

Innovationen und Perspektiven

RE-DIRECT baut auf der bewährten Technologie für die integrierte Erzeugung von festen Brennstoffen und Biogas aus Biomasse (IFBB) auf.  20 000 t ungenutzte Biomasse werden im Rahmen eines Kreislaufwirtschaftskonzepts in regionalspezifische Kohlenstoffprodukte, darunter Aktivkohle, umgewandelt. In der ersten Phase des Projekts wurden regionale und interregionale Stakeholder-Gemeinschaften (Erzeuger von Biomasseabfällen, Industrie, KMU, NRO, Forscher und regionale Interessengruppen) zusammengebracht, um regionalspezifische Produktportfolios zu erforschen, zu entwickeln und zu verwalten und wirtschaftliche Wertschöpfungsketten im Rahmen übertragbarer "integrierter Biomasse-Konzepte" zu schaffen. Darüber hinaus wurden im Rahmen des Projekts eine Großinvestition für die Herstellung von Pflanzen- und Aktivkohle in einem städtischen Biomassekonversionszentrum in Deutschland und eine kleine Konversionsanlage im landwirtschaftlichen Maßstab in Wales entwickelt. Dadurch konnten 20 Arbeitsplätze in unmittelbarer Nähe der Anlage geschaffen und zusätzliche Beschäftigungs- und Einkommensprojekte für benachteiligte Gesellschaftsgruppen (Arbeitslose und Bewohner in rückständigen ländlichen Gebieten) angeboten werden.

In der zweiten Projektphase wird die Kapitalisierung der Projektergebnisse durch Aktivitäten in zwei Ebenen entwickelt:

  1. Die Kombination von RE-DIRECT Pflanzenkohle-Produktion und städtischem Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel durch urbane vertikale Landwirtschaft eröffnet ein neues Anwendungsfeld, da sie die Verbesserung des Stadtklimas und die Erhöhung der Lebensqualität mit der Kohlenstoffbindung in den Städten verbindet und somit einen zusätzlichen Kreislaufkohlenstoff-Business Case in den regionalen Entwicklungsplänen darstellt.
  2. Für die urbane Landwirtschaft kann die Umwandlungstechnologie optimiert werden, um a) die Oberfläche und die physikalisch-chemischen Parameter für ein optimiertes Substrat für die urbane Landwirtschaft zu verbessern und b) auch das Gas aus der Pyrolyse zu nutzen, um die Effizienz und Nachhaltigkeit des RE-DIRECT-Konzepts zu erhöhen und zusätzlichen Brennstoff zu erzeugen.