UN­SI­FRAN

Un­kraut­re­gu­lie­rung im Si­lo­mais­an­bau durch prä­ven­ti­ve, sys­tema­re Maß­nah­men in der Frucht­fol­ge- und An­bau­ge­stal­tung

Motivation

Silomais nimmt im Feldfutterbau für die Wiederkäuerfütterung aufgrund seiner hohen Biomasseertragspotenziale, seines Energiegehaltes und seiner guten Verdaulichkeit eine besondere Stellung ein. Auch im Ökologischen Landbau (ÖL) besteht ein wachsendes Interesse am Maisanbau und die Anbaufläche hat sich bundesweit von 2007 mit ca. 4.500 ha bis 2018 mit ca. 40.000 ha nahezu verzehnfacht.

Die besondere Herausforderung im Silomaisanbau besteht in der aufwändigen Unkrautregulierung, die zugleich viele Landwirte hemmt, in den Silomaisanbau einzusteigen. Ferner bestehen im ÖL Bedenken hinsichtlich des Silomaisanbaus aufgrund von Problemen der Bodenerosion, die häufig in herkömmlichen Anbausystemen auftreten. In der Vergangenheit sind verschiedene Strategien der mechanischen Unkrautregulierung entwickelt worden, die größtenteils eine intensive Bodenbearbeitung beinhalten (Pflügen, Hacken, Eggen, Striegeln, Häufeln) und damit das Problem der Bodenerosion durchaus vergrößern können.

Ziele und Vorgehen

Das allgemeine Ziel ist die Optimierung der Unkrautregulierung im Silomaisanbau bei gleichzeitiger Optimierung des Bodenschutzes. Der Unkrautdruck, und damit der Regulierungsbedarf im Silomais lässt sich durch den Anbau einer geeigneten Vorfrucht als Erstkultur („Winterzwischenfrucht“), der Reduzierung der Bodenbearbeitung zur Maisaussaat sowie durch eine Verringerung der Reihenabstände beim Maisanbau effizient reduzieren. Die Ernte der Vorfrucht kann zu einem ökonomischen Vorteil des Verfahrens führen.

In dem Vorhaben soll die Unkrautregulierung im Silomaisanbau durch einen präventiven Ansatz in der Fruchtfolge- und Anbaugestaltung optimiert werden. Dazu soll die systemare Untersuchung eines Fruchtfolgegliedes aus Wintererbsen in Reinsaat oder im Gemenge mit Triticale bzw. Winterwicken in Reinsaat oder im Gemenge mit Roggen als Vorfrüchte/Erstkulturen und anschließendem Maisanbau mit reduzierter Bodenbearbeitung bzw. Direktsaat sowie mit üblichem (75 cm) und verringertem Reihenabstand (37,5 cm) als Zweitkultur durchgeführt werden.

Innovationen und Perspektiven

An drei Standorten werden in mehrjährigen Feldversuchen folgende Aspekte untersucht:

  • Prüfung der Vorfrüchte hinsichtlich ihres Potenzials einer präventiven Reduzierung des Unkrautdrucks im Silomais aufgrund ihrer Biomasseentwicklung.
  • Auswirkung unterschiedlicher Behandlungsverfahren der Erstkulturen: Gemengeernte ca. Ende Mai als Ganzpflanzen oder - wie die Reinsaaten - mechanische Zerstörung des Aufwuchses mit Messerwalze; Auswirkungen auf Unkrautdynamik im Mais.
  • Prüfung von reduzierter Bodenbearbeitung (nach Gemengeernte) zur Maissaat und von Maisdirektsaat nach mechanischer Zerstörung der Vorfrucht hinsichtlich der Unkrautdynamik im Mais.
  • Auswirkung einer Reduzierung des Saatabstandes zwischen den Maisreihen auf 37,5 cm hinsichtlich der Unkrautdynamik im Mais.

Pro­jek­t­in­for­ma­ti­on