Laufende Projekte

Nachhaltige Schnittblumen aus Hamburg

Die Vier- und Marschlande bei Hamburg sind seit Jahrhunderten ein Zentrum des Gartenbaus. Zahlreiche Schnittblumenbetriebe beliefern über den Hamburger Blumengroßmarkt Florist:innen und Händler:innen in der Region. Doch die Branche steht unter erheblichem Druck: Preisgünstige Schnittblumenimporte, steigende Energiekosten und anspruchsvolle Arbeitsbedingungen gefährden die wirtschaftliche Tragfähigkeit der regionalen Produktion. Deshalb erprobt das EIP-Projekt „nachhaltige Schnittblumen“ Wege, um die Zukunft der Branche nachhaltig zu gestalten. Die Universität Kassel arbeitet dazu zusammen mit dem Verein Fair and Green e.V., der Athenga GmbH sowie mit Praxisbetrieben aus dem Vier- und Marschland.

Nachhaltigkeitsmanagement als Lösungsansatz

Kern des Projekts ist die Weiterentwicklung des Fair 'n Green Nachhaltigkeitsmanagement für den Schnittblumenanbau. Das System wurde ursprünglich für den Weinbau entwickelt und ist dort heute etabliert. Es bietet einen strukturierten Rahmen, um wirtschaftliche Vermarktungswege zu fördern, die Produktion ökologischer und kostensparender zu gestalten und die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Wissenschaftliche Analyse und praxisnahe Umsetzung

Die Universität Kassel analysiert Herausforderungen und Chancen, entwickelt neue Vermarktungswege und baut das Wissensmanagement auf. Fair and Green konzentriert sich vor allem auf die Anpassung und Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsmanagementsystems und entwickelt in diesem Zuge ein Indikatorensystem zur Pestizidregulation, eine Ökobilanzierung für den Schnittblumenanbau sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Biodiversität.

Innovationsareal Urbane Landwirtschaft - Neue Gartenstadt Öjendorf

Die Hamburger Landwirtschaft ist ein Beispiel für lokale Nachhaltigkeitsherausforderungen des Ernährungssystems: Trotz städtebaulicher Utopien, technologischer Visionen, zivilgesellschaftlicher Initiativen und Forderungen nach einer regionalen, umweltfreundlichen, nachhaltigen Produktion und Vermarktung im Bereich der Agrarwirtschaft werden die Potentiale einer urbanen Landwirtschaft bisher nicht als Momentum für innovative Betriebskonzepte, nachhaltige Lebensstile, Beiträge zu Klima- und Umweltzielen und regionalökonomische Dynamik einer nachhaltigen Land- und Ernährungswirtschaft im stadtregionalen Raum genutzt (Feldmann et. al. 2023). Die umliegenden Betriebe versorgen die wachsende Metropole seit Jahrhunderten mit agrarischen Produkten, insbesondere mit Gemüse, Zierpflanzen und Schnittblumen aus den Vier- und Marschlanden und mit Obst aus dem Alten Land. Trotz dieser Tradition auf der einen Seite und vielen Visionen und Experimenten im Bereich des urban gardening auf der anderen Seite gerät die lokale Landwirtschaft in Hamburg zunehmend unter Druck: Der Bevölkerungszuwachs erfordert mehr Wohnungsbau, teilweise auch auf bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen, wie in Oberbillwerder oder der Neuen Gartenstadt Öjendorf. Expert:innen sind sich einig, dass die Verbindungen zwischen den gärtnerisch interessierten Stadtbewohner:innen und den Akteur*innen des kommerziellen Gartenbaus hergestellt und gestärkt werden muss, um das Spannungsfeld zwischen Urbanisierung, Regionalität und Relokalisierung, Gesundheitsbewusstsein, Urban Gardening und Digitalisierung mit innovativen, integrativen und tragfähigen Konzepten der urbanen Landwirtschaft zu gestalten.

Im Projekt soll ein Innovationsareal für Urbane Landwirtschaft im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung der Neuen Gartenstadt Öjendorf auf bisher agrarisch genutzten Flächen in Hamburg etabliert werden. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern HafenCity Universität Hamburg und dem Julius Kühn Institut erarbeitet unser Fachgebiet einen konzeptionellen Rahmen für die partizipative Entwicklung und Testen plausibler betriebswirtschaftlicher Szenarien für verschiedene Innovationsmodelle der gartenbaulichen Produktion, Wertschöpfung und Vermarktung. Damit soll ein Beitrag geleistet werden, um die große Vielfalt an Formen der urbanen Landwirtschaft kontextspezifisch zu einem tragfähigen übertragbaren Demonstrationsmodell und Entwicklungsprozess für die urbane Landwirtschaft zu integrieren.

Bild: Lubos Houska auf Pixaby

Bio-Klima-Gemüse

In der Nachwuchsgruppe erforschen wir in Kooperation mit dem Fachgebiet Agrar- und Lebensmittelmarketing Hemmnisse und Potenziale eines klimaangepassten, regionalen Wertschöpfungsnetzwerks für Bio-Gemüse.


Wie kann der Beitrag von regional und ökologisch produzierten Gemüse zu einer nachhaltigen Ernährung erhöht werden und das Wertschöpfungsnetzwerk gleichzeitig an die Auswirkungen des Klimawandels in Nordhessen angepasst werden? Für die gleichzeitige Ausweitung und Anpassungen der Produktion gilt es ökonomische, strategische und organisatorische Fragen zu den Eigenheiten der Wertschöpfungsketten und dem Verbraucherverhalten zu berücksichtigen. Daher adressiert das Projekt nicht nur den Frischebereich, sondern auch die Schaffung regionaler Strukturen der Verarbeitung. Damit regionale Wertschöpfungsnetze erfolgreich entwickelt werden können, wird u.a. die saisonale Begrenztheit des regionalen Angebots und die Konsumgewohnheiten der VerbraucherInnen untersucht . In enger Zusammenarbeit mit den Akteuren der Praxis werden Interviews, Workshops, Netzwerkanalysen und Verbrauchererhebungen durchgeführt, um System-, Ziel- und Handlungswissen für suffiziente, regionale Produktions-, Verarbeitungs-, und Absatzstrukturen zu schaffen.

Gute Arbeit in Kakaowertschöpfungsketten

Kompetenzen für zukünftige Managementverantwortliche in nachhaltigen Ernährungssystemen

Transdisziplinäre Agenda für Forschung und Praxis für nachhaltige Ernährungssysteme

The SISA-4 workshop has resulted in four working groups and the formation of the whole network as a thematic group under the umbrella of the Sustainability Transitions Research Network. One of them follows the results of the workshop discussions between practise and research to integrate the current state of the art of agro-food transitions studies with knowledge gaps in transitions in the making. For developing a transdisciplinary research and action agenda, we co-develop with our partners both a methodological approach as well as formats to involve practicioners as well as perspectives from the global south.

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Bild: Aaron Burden on unsplash

Logbuch der Veränderungen

Das 'Logbuch der Veränderungen' ist eine bürgerwissenschaftliche qualitative Langzeit-Tagebuchstudie. Seit März 2020 dokumentieren Bürgerinnen und Bürger Beobachtungen in ihren Alltagsroutinen, die durch die Corona-Pandemie und inzwischen auch durch andere Krisen den Alltag verändern.
Das Projekt wird in Kooperation mit dem Forschungszentrum "Nachhaltigkeit-Transformation-Transfer" der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde durchgeführt. Aktuell fördert die Hans Sauer Stiftung ein Projektmodul zur Ko-Interpretation und Kommunikation der Ergebnisse.

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