Forschungsprojekte

EU Interreg NWE: Three C - Creating and sustaining Charcoal value chains to promote a Circular Carbon economy in NWE Europe

Sammlung von grasartigen Restbiomassen
Aktivkohle aus Restbiomassen

THREE C hat die Entwicklung und Einführung von wirtschaftlich tragfähigen und ökologisch nachhaltigen Wertschöpfungsketten auf Basis von Pflanzen- und Aktivkohleprodukten aus Restbiomassen in Nordwesteuropa zum Ziel. Aufbauend auf den vielversprechenden Ergebnissen aus dem Vorläuferprojekt RE-DIRECT werden in THREE C hierfür hochwertige Produktlinien u.a. für die Wasser- und Abwasserbehandlung, Tierhaltung, Landwirtschaft und Energiegewinnung entwickelt und implementiert.

Das transdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit 13 Partner aus BE, DE, FR, IR, NL und UK wird hierdurch zu einer klimafreundlichen und nachhaltigen Circular Carbon Economy in Nordwesteuropa beitragen. Dabei werden Synergien und Expertisen aus universitären Forschungseinrichtungen, öffentlichen Institutionen, Agenturen für Unternehmensförderung und Regionalentwicklung sowie Experten für Kapazitätsaufbau, Investitionen und Marketing genutzt. Ein zentralen Qualitätslabor garantiert eine gleichbleibend hohe Qualität der Pflanzen- und Aktivkohleprodukte und etabliert Kontrollmechanismen für die regional entwickelten Produkte.

Das Fachgebiet Grünlandwissenschaft und Nachwachsende Rohstoffe der Universität Kassel leitet und koordiniert das Verbundvorhaben. Darüber hinaus wird sowohl die Eignung von Aktivkohlen aus Restbiomassen zur Spurenstoffentfernung aus kommunalem Abwasser, als auch die zugrundliegenden Mechanismen beforscht. Im Fokus steht hierbei neben einer angepassten Biomassenaufbereitung durch das etablierte Konzept zur Integrierten Festbrennstoff- und Biogasproduktion aus Biomasse (IFBB-Verfahren) und der Entwicklung angepasster Pyrolyse- und Aktivierungsverfahren insbesondere die Erforschung von Adsorptionsmechanismen. Von besonderem Interesse sind hierbei die Klärung der Einflüsse der Ausgangsbiomasse und der Oberflächeneigenschaften der Aktivkohle auf die Adsorption spezifischer Substanzen.

Der durch das IFBB-Verfahren gewonnene Pflanzenpresssaft wird durch anaerobe Vergärung zu Methan und somit zur Energieproduktion genutzt. Da die Zugabe von Pflanzen- und Aktivkohle in anaeroben Verfahren biologische Abbauprozesse beschleunigen und stabilisieren kann, werden in einem zweiten Forschungsschwerpunkt die diesem Effekt zugrundliegenden Mechanismen untersucht. Neben einer Steigerung des Methanertrages und Verbesserung der Biogasqualität könnte dies auch zu einer Stabilisierung von anaeroben Prozessen in Biogasanlagen beitragen. Dies stellt nicht nur für die Energieerzeugung aus Nachwachsenden Rohstoffen (Biogas) einen vielversprechenden Ansatz dar. Durch die anschließende Ausbringung des Gärrestes auf landwirtschaftliche Flächen kann Kohle einen nachhaltigen Beitrag zur Speicherung von CO2, der Bodenverbesserung und dem Rückhalt von Nährstoffen leisten.

Projektlaufzeit: Oktober 2019 - März 2023

Funded by: Interreg North-West Europe

Further information: https://www.nweurope.eu/projects/project-search/three-c-creating-and-sustaining-charcoal-value-chains-to-promote-a-circular-carbon-economy-in-nwe-europe/

wissenschaftliche Projektkoordination: Dr.-Ing Korbinian Kaetzl

 

 

EIP-Agri: CAREFUL - Restbiomassen zu (aktiviertem) Kohlenstoff: Prävention von Fußballenläsionen in der Geflügelhaltung

Motivation

In Deutschland stellt das Haushuhn mit einem Bestand von rund 160 Millionen Tieren im Jahr 2014 die zahlenmäßig häufigste Nutztierart dar und die Nachfrage nach Geflügelfleisch steigt seit Jahren an. Insbesondere in der Geflügelmast stellen jedoch Fußballenveränderungen und hohe Ammoniakkonzentrationen in der Stallluft eine schwerwiegende Beeinträchtigung des Tierwohls dar. Während die entzündlichen Fußballenerkrankungen höchst wahrscheinlich schmerzhaft sind und die Vögel in ihrer Bewegung einschränken können, sind hohe Ammoni-akgehalte in der Luft u.a. ein Risiko für Atemwegserkrankungen bei Tier und Mensch. Als eine Hauptursache für die oben genannten Beeinträchtigungen gilt eine feuchte, verschmutzte Einstreu in den Ställen. Hiervon ist auch die ökologische Geflügelhaltung betroffen und steht durch Fütterungsrestriktionen sogar vor größeren Herausforderungen.

Hintergrund

Pflanzen- und Aktivkohlen zeichnen sich aufgrund ihrer hohen inneren Oberfläche durch eine hohe Wasseraufnahmekapazität (bis zu dem Fünffachen ihres Gewichts) und ein hohe Ad-sorptionskapazität für verschiedene Substanzen, wie beispielsweise Nährstoffe und Stick-stoffverbindungen, aber auch Dioxine und Mykotoxine aus. Aufgrund dieser Eigenschaften stellen Pflanzen- und Aktivkohlen ein vielversprechendes, aber kaum erforschtes Ein-streusubstrat in der Geflügelhaltung dar, um sowohl Fußballenerkrankungen und Ammoni-akemissionen zu reduzieren, als auch möglicherweise gesundheitsfördernd zu wirken, wenn es über das arttypische Scharren und Picken aufgenommen wird.

Ziele

Das Ziel des Innovationsvorhabens mit Vertretern aus Landwirtschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Beratung ist die Entwicklung und Erprobung einer innovativen Geflügeleinstreu auf Basis von nachhaltigen und regional hergestellten Pflanzen- und Aktivkohlen aus bisher un-genutzten Restbiomassen in Nordhessen zur Verbesserung des Tierwohls in der Geflügelhaltung. Geeignete Kohlen werden in Praxisversuchen als Geflügeleinstreu eingesetzt und hin-sichtlich ihrer Effekte auf die Tiergesundheit und das Stallklima in einem iterativen und mehr-stufigen Ansatz untersucht. Durch die Verwertung von bisher ungenutzten Restbiomassen sollen darüber hinaus regionale Stoffkreisläufe geschlossen und nachhaltige Wertschöp-fungsketten aufgebaut werden.

Laufzzeit: März 2020 - Juni 2023

Gefördert vom: Land Hessen und Europäische Union

Vorhaben im des Rahmen Europäischen Innovationspartnerschaftsprogramms  „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit - EIP Agri” des Entwicklungsplans für den ländlichen Raum (EPLR) des Landes Hessen 2014 - 2020

Leadpartner und Institution: Prof. Dr. Michael Wachendorf (Direktor) und Dr. Kathrin Stenchly (Geschäftsführung), Competance Centre for Climate Change Mitigation and Adaptation (CliMA), Universität Kassel

Anprechpartner: Dr. Kathrin Stenchly und Dr.-Ing. Korbinian Kaetzl

Mitglieder der Operationellen Gruppe OG "Careful":

Fachgebiet Grünlandwissenschaft und Nachwachsende Rohstoffe, Universität Kassel (Prof. Dr. Michael Wachendorf und Dr. Ing. Korbinian Kaetzl)  

Fachgebiet Nutztierethologie und Tierhaltung, Universität Kassel (Prof. Dr. Ute Knierim)

Bio Frischgeflügel Roth

Geflügelhof Hüppe

Schäfer Biogeflügelhof KG

Biolandhof Krieger

PowerWave Projects

Rüddenklau Bioenergie GbR

Assoziierte Partner:

Bioland Hessen e.V.

Geflügelwirtschaftsverband Hessen e.V.

BMEL: UNSIFRAN - „Unkrautregulierung im Silomaisanbau durch präventive, systemare Maßnahmen in der Fruchtfolge- und Anbaugestaltung“

Silomais nach gewalzter Erstkultur Wickroggen am Standort Neu-Eichenberg, Vorversuch der Universität Kassel 2019

Hintergrund

Silomais nimmt im Feldfutterbau für die Wiederkäuerfütterung aufgrund seiner hohen Biomasseertragspotenziale, seines Energiegehaltes und seiner guten Verdaulichkeit eine besondere Stellung ein. Auch im Ökologischen Landbau (ÖL) besteht ein wachsendes Interesse am Maisanbau und die Anbaufläche hat sich bundesweit von 2007 mit ca. 4.500 ha bis 2018 mit ca. 40.000 ha nahezu verzehnfacht.

Die besondere Herausforderung im Silomaisanbau besteht in der aufwändigen Unkrautregulierung, die zugleich viele Landwirte hemmt, in den Silomaisanbau einzusteigen. Ferner bestehen im ÖL Bedenken hinsichtlich des Silomaisanbaus aufgrund von Problemen der Bodenerosion, die häufig in herkömmlichen Anbausystemen auftreten. In der Vergangenheit sind verschiedene Strategien der mechanischen Unkrautregulierung entwickelt worden, die größtenteils eine intensive Bodenbearbeitung beinhalten (Pflügen, Hacken, Eggen, Striegeln, Häufeln) und damit das Problem der Bodenerosion durchaus vergrößern können.

Zielsetzung

Optimierung der Unkrautregulierung im Silomaisanbau bei gleichzeitiger Optimierung des Bodenschutzes

Der Unkrautdruck, und damit der Regulierungsbedarf im Silomais lässt sich durch den Anbau einer geeigneten Vorfrucht als Erstkultur („Winterzwischenfrucht“), der Reduzierung der Bodenbearbeitung zur Maisaussaat sowie durch eine Verringerung der Reihenabstände beim Maisanbau effizient reduzieren. Die Ernte der Vorfrucht kann zu einem ökonomischen Vorteil des Verfahrens führen.

Methoden

In dem Vorhaben soll die Unkrautregulierung im Silomaisanbau durch einen präventiven Ansatz in der Fruchtfolge- und Anbaugestaltung optimiert werden. Dazu soll die systemare Untersuchung eines Fruchtfolgegliedes aus Wintererbsen in Reinsaat oder im Gemenge mit Triticale bzw. Winterwicken in Reinsaat oder im Gemenge mit Roggen als Vorfrüchte/Erstkulturen und anschließendem Maisanbau mit reduzierter Bodenbearbeitung bzw. Direktsaat sowie mit üblichem (75 cm) und verringertem Reihenabstand (37,5 cm) als Zweitkultur durchgeführt werden.

Das Verbundvorhaben wird von der Universität Kassel, FG Grünlandwissenschaft und Nachwachsende Rohstoffe (Koordination), dem Thünen-Institut für Ökologischen Landbau und der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz durchgeführt.

An drei Standorten dieser Einrichtungen werden in mehrjährigen Feldversuchen folgende Aspekte untersucht:

1)         Prüfung der Vorfrüchte hinsichtlich ihres Potenzials einer präventiven Reduzierung des Unkrautdrucks im Silomais aufgrund ihrer Biomasseentwicklung.

2)         Auswirkung unterschiedlicher Behandlungsverfahren der Erstkulturen: Gemengeernte ca. Ende Mai als Ganzpflanzen oder - wie die Reinsaaten - mechanische Zerstörung des Aufwuchses mit Messerwalze; Auswirkungen auf Unkrautdynamik im Mais.

3)         Prüfung von reduzierter Bodenbearbeitung (nach Gemengeernte) zur Maissaat und von Maisdirektsaat nach mechanischer Zerstörung der Vorfrucht hinsichtlich der Unkrautdynamik im Mais.

4)         Auswirkung einer Reduzierung des Saatabstandes zwischen den Maisreihen auf 37,5 cm hinsichtlich der Unkrautdynamik im Mais.

Laufzeit: September 2019 – März 2023

Ansprechpartner: Dr. Rüdiger Graß, Fruzsina Schmidt

BMBF: SIGNAL - Nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft duch Agroforstsysteme, Projektphase 2

Das Verbundprojekt SIGNAL als Bestandteil des Förderprogrammes BonaRes (Boden als nachhaltige Ressource für die Bioökonomie) untersucht über einen Zeitraum von bis zu 9 Jahren die Auswirkungen von Agroforstsystemen auf die biologischen Funktionen des Bodens, der Rhizosphäre, der oberirdischen Stoffflüsse sowie der Wassernutzungseffizienz der Böden. Grundlage der Forschungsansätze innerhalb des Projektes ist die zentrale Hypothese, dass innovative Landnutzungssysteme, die aus einer gekoppelten Kultivierung von Bäumen oder Sträuchern mit Ackerkulturen- oder Grünland bestehen (Agroforstsysteme), im Gegensatz zu herkömmlichen pflanzlichen Produktionssystemen positive ökologische, ökonomische und ästhetische Effekte aufweisen können.

Der Aufgabenbereich des Fachgebiets GNR der Universität Kassel/Witzenhausen in der zweiten Phase des Verbundprojektes liegt in der Evaluierung von Methoden zur Erfassung der räumlichen Variabilität von Biomasse- und Kornerträgen in Agroforstsystemen.

Agroforstsysteme können im Vergleich mit dem getrennten Anbau der Kulturen als Monokultur höhere Gesamtflächenerträge erzielen. Zugleich treten infolge von Interaktionen zwischen Baum- und Acker-/Grünlandkultur Ertragsunterschiede innerhalb der Acker-/Grünlandstreifen auf, welche sich je nach System und Standort erheblich unterscheiden können. Die konkrete Ausprägung der räumlichen Variabilität ist für die ökologische und ökonomische Bewertung des Agroforstsystems sehr bedeutsam. Die Messung der Erträge basiert bisher oftmals auf punktuellen Erhebungen in Transekten oder der Erfassung mit dem (Parzellen-)Mähdrescher. Die Variabilität der pflanzenbaulichen Parameter mit Entfernung zu den Bäumen kann mit diesen Methoden nur sehr unpräzise dargestellt werden. Eine hohe räumliche Auflösung und Abdeckung sind nur mit sehr hohem Aufwand zu erreichen.

Die Forschungstätigkeit des Fachgebiets GNR in der zweiten Phase des SIGNAL-Projekts zielt daher auf die Entwicklung von fernerkundlichen Methoden, welche die kleinräumige Variabilität von ertragsrelevanten pflanzenbaulichen Parametern hochaufgelöst und großflächig abbilden können. Dazu werden mittels drohnenbasierter Fernerkundung hochaufgelöste multispektrale und hyperspektrale Daten in den konventionell bewirtschafteten silvopastoralen (Mariensee, Reiffenhausen) und silvoarablen Agroforst-Versuche (Wendhausen, Dornburg, Forst) des SIGNAL-Projekts erhoben. Zusätzlich werden mittels Aufnahmen einer handelsüblichen Fotodrohne Punktwolken erstellt (Structure From Motion), um über die Pflanzenhöhe Biomasseerträge zu schätzen. Es soll dabei eruiert werden, welche Sensoren sich am besten für die großflächige Ertragsschätzung eignen und welche räumlichen Muster sich in den untersuchten Agroforstsystemen finden lassen.

Ziel der Arbeit ist sowohl die Erprobung einer einfachen Methode zur großflächigen und hochaufgelösten Erhebung ertragswirksamer pflanzenbaulicher Parameter innerhalb von Agroforstsystemen, als auch ein besseres Verständnis der ökologischen Interaktionen zwischen Baumstreifen und landwirtschaftlichen Kulturen.

Ein weiterer Arbeitsbereich des Projekts liegt auf der Fortführung der langjährigen Datenerhebung im silvopastoralen Agroforstsystem der Universitäten Kassel und Göttingen in Reiffenhausen hinsichtlich der Biomasseentwicklung von Grünland- und Weidebeständen und der Bestimmung verschiedener Qualitätsparameter.

Ansprechpartner: Dr. Rüdiger Graß, Matthias Wengert, Dr. Thomas Astor

Links:

BonaRes

SIGNAL

BMBF: Stadt-Land-Plus- Verbundvorhaben: CoAct - Integriertes Stadt-Land-Konzept zur Erzeugung von Aktivkohle und Energieträgern aus Restbiomassen

BMBF: "Stadt-Land-Plus- Verbundvorhaben: CoAct - Integriertes Stadt-Land-Konzept zur Erzeugung von Aktivkohle und Energieträgern aus Restbiomassen"

Kommunen und Landkreise stehen zur Erreichung ihrer Klimaschutzziele vor der Herausforderung, erneuerbare Energieträger zu nutzen und aus fossilen Rohstoffen erzeugte Produkte zu ersetzen. Während nachwachsende Rohstoffe aus Forst- und Landwirtschaft in großem Umfang energetisch oder stofflich genutzt werden, finden Restbiomassen, also z.B. Laub, Landschaftspflegematerial oder Obstbauschnittgut, keine oder zumindest keine hochwertige Verwertung.
Hier setzt das CoAct-Projekt an und verfolgt das Ziel, in der Stadt Friedrichshafen und im Bodenseekreis verfügbare Restbiomassen in einen speicherbaren Energieträger und in Aktivkohle zu wandeln. Durch die Nutzung der Produkte als erneuerbarer Brennstoff beziehungsweise zur Abwasser-, Deponiesickerwasserreinigung oder Trinkwasseraufbereitung sind positive Effekte für die regionale Wertschöpfung, die Umwelt und nicht zuletzt den Schutz des Klimas zu erwarten. Um das genannte Ziel zu erreichen, werden die neun Projektpartner gemeinsam ein Konzept zur Inwertsetzung von Restbiomassen entwickeln.

Laufzeit: Juli 2018 – Juni 2023

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme Stadt-Land-Plus.

Förderkennzeichen: 033L206

Weitere Informationen: Projekthomepage

Ansprechpartner: Dr.-Ing. Korbinian Kaetzl

BMBF: SYMOBIO - Systemisches Monitoring und Modellierung der Bioökonomie

BMBF: SYMOBIO – Systemisches Monitoring und Modellierung der Bioökonomie

Verbundprojekt zur Entwicklung wissenschaftlicher Grundlagen für ein systemisches Monitoring und die Modellierung der Bioökonomie (BÖ) in Deutschland. Unter BÖ versteht man den Teil der Wirtschaft, der biogene Produkte erzeugt, verarbeitet, konsumiert und verwertet: angefangen von der Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei über die Verarbeitung von nachwachsenden Rohstoffen, die Nutzung biotechnologischer Verfahren oder das Möbelhandwerk bis zum Abfallmanagement und der Gewinnung von Bioenergie. 

Untersucht werden dabei die Umweltauswirkungen der Bioökonomie entlang der gesamten Produktionskette. Dazu werden die gesamte Ressourcennutzung, Umwelt- und Klimabelastungen durch die biobasierten Wirtschaftsbereiche und deren gesamte Wirtschaftsleistung erfasst und bilanziert. 

Das FG GNR arbeitet in zwei Arbeitspaketen mit zu den Themen „Nachhaltige landwirtschaftliche Anbausysteme zur Erzeugung von Rohstoffen für die Bioökonomie“ und „Fernerkundliche Abschätzung der Auswirkung einer Ausweitung der Biogaserzeugung auf die Diversität landwirtschaftlicher Anbausysteme“. 

Laufzeit: März 2017 – Februar 2020

Weitere Informationen: https://symobio.de/

Ansprechpartner: Dr. Rüdiger Graß

EU Interreg NWE: REgional Development and Integration of unused biomass wastes as REsources for Circular products and economic Transformation (RE-DIRECT)

RE-DIRECT is a holistic approach to promote the efficient use of natural resources and materials by converting residual biomass into carbon products and activated carbon at smart regional decentralised units.

The project involves 11 partners from BE, DE, FR, IR and the UK who will implement the approach in 5 urban, semi-urban and rural NWE regions. Each year at least 34 million t of residual biomass from the management of rural landscapes and urban greens in NWE are wasted. On the other hand, there is a growing market for sustainable and decentralised products such as active coal, used in sewage water technologies to clean water polluted with complex chemical substances or antibiotics.

RE-DIRECT will make use of the proven technology for Integrated Generation of Solid Fuel and Biogas from Biomass (IFBB) to convert 20 000 t of unused biomass in a circular economy approach into region specific carbon products, among them activated carbon. This will be achieved in the project lifetime by regional and interregional stakeholder communities (biomass waste producers, industries, SMEs, NGOs, researchers and regional interest groups) who explore, develop and manage region-specific product portfolios and create economic value chains in the framework of transferrable “integrated biomass concepts”. The project will develop one large scale investment for a biochar and activated carbon production at a urban biomass conversion centre in DE and one small conversion plant on farm scale in Wales; creating and securing 20 jobs in direct proximity to the plant and providing additional employment and income generating projects for disadvantaged society groups (unemployed and inhabitants in backward rural areas). Capacity building activities will be planned and delivered to support the implementation of the participatory and sustainable development projects and the creation of innovative product an value chains in the project regions and beyond.

Duration: 09/2016 - 09/2019

Funded by: Interreg North-West Europe

Further information: http://www.nweurope.eu/re-direct

Project homepage: www.re-direct-nwe.eu

Contact: Dr. Kathrin Stenchly and Dr.-Ing Korbinian Kaetzl

DBU: "Erhaltung und Restituierung der Artenvielfalt in den Bergmähwiesen des Biosphärenreservats Rhön - Management der invasiven Stauden-Lupine (Lupinus polyphyllus Lindl.) in einem komplexen Schutzgebietssystem

In der mitteleuropäischen Kulturlandschaft ist ein ständiger Rückgang des Artenreichtums zu verzeichnen. Wichtige Ursachen für den flächenhaften Artenrückgang sind die Intensivierung oder die Aufgabe traditioneller Nutzung. Besonders im Grünland der Mittelgebirgsregionen führt eine nach Nutzungsaufgabe oder -änderung einsetzende sekundäre Sukzession und das Eindringen invasiver Neophyten zu dramatischen Artenrückgängen und in der Folge zu einer Verschlechterung der Mahdgut- und Futterqualität. In der Rhön zeigt die invasive Stauden-Lupine (Lupinus polyphyllus Lindl.) Eigenschaften, die zu dauerhaften Veränderungen von Ökosystemprozessen und -funktionen führen (z. B. Stickstoffeintrag und Veränderung der Vegetationsstruktur). L. polyphyllus trägt zusätzlich zu einem Verlust schützenswerter Lebensräume wie insbesondere Goldhaferwiesen und Borstgrasrasen bei. Dies ist problematisch, da Goldhaferwiesen und Borstgrasrasen durch hohen floristischen und faunistischen Artenreichtum gekennzeichnet sind und somit besondere Schutzgüter des Naturschutzes darstellen.

 

Im Rahmen zweier Explorationsprojekte (2015-2016) werden derzeit das Ausmaß der aktuellen Verbreitung von L. polyphyllus in der Rhön und die Potentiale für die Renaturierung artenreicher Bergwiesen zur Erhaltung der Artenvielfalt sowie eine mögliche energetische Nutzung des Aufwuchses analysiert. Diese Informationen dienen dazu, in dem hier beantragten Projekt ein Konzept zur dauerhaften Restituierung und Erhaltung großflächigen, artenreichen Grünlands in Mittelgebirgsregionen zu entwickeln und zu erproben. In einer ersten Phase (24 Monate) wird hierfür die Bergwiesen-Restituierung durch die Aktivierung der Samenbank und die Übertragung diasporenhaltigen Mahdguts erprobt und die Ausbreitungs­prozesse von L. polyphyllus werden auf Landschaftsebene analysiert. Weiterhin werden die Effekte eines für die Reduktion von L. polyphyllus geeigneten Schnittregimes auf die bioenergetische Verwendung des jährlichen Grünschnitts von Bergwiesen untersucht  und die Erfassung der Dynamik von L. polyphyllus durch Methoden der Fernerkundung wird erprobt. Die Ergebnisse werden in Form eines Prognosemodells zusammengeführt. Die Weitergabe der Erkenntnisse wird durch den Aufbau eines Netzwerkes mit anderen Akteuren, durch die gemeinsame Erarbeitung einer Broschüre und über eine Projektwebsite sichergestellt.

Die Schwerpunkte sind:

  • AP 1 Restituierung von durch L. polyphyllus invadierten Bergwiesen durch die Aktivierung der Samenbank sowie die Übertragung von artenreichem Mahdgut

  • AP 2 Analyse der Ausbreitungsprozesse von L. polyphyllus auf Landschaftsebene

  • AP 3 Energetische Verwertung von extensivem Grünland unter Berücksichtigung von L. polyphyllus

  • AP 4 Nicht destruktive, fernerkundliche Beurteilung des Zeitpunktes von Schnittmaßnahmen zur Bekämpfung des invasiven Neophyten L. polyphyllus und dessen Auswirkung auf die energetischen Parameter von Grünlandbeständen

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

Professur für Landschaftsökologie und -planung (Justus-Liebig-Universität Gießen)

 

Prof. Dr. Dr. habil. Dr. h.c. (TSU) Annette Otte

Dr. Kristin Ludewig

M.Sc. Yves Klinger

M.Sc. Wiebke Hansen

 

Professur für Grünlandwissenschaft und Nachwachsende Rohstoffe (Universität Kassel)

 

Prof. Dr. Michael Wachendorf

Dr. Kathrin Stenchly

Dr. Thomas Astor

M.Sc. Damian Schulze-Brüninghoff

 

 

DFG: Forschergruppe 2432/1 "Sozial-ökologische Systeme im Spannungsfeld indischer Stadt-Land-Gradienten: Funktionen, Skalen und Übergangsdynamiken"

FOR2432

Forschungsfragen

(1) Wie verändern sich landwirtschaftliche Produktionssysteme und Haushaltsstrukturen in verschiedenen Stadien der Urbanisierung?

(2) Wie wirkt Verstädterung auf die Fähigkeit regionaler Ökosysteme, Nahrung und andere Ökosystemdienstleistungen bereitzustellen?

(3) Wie verändern sich Austauschprozesse zwischen Agrarökosystemen, Produzenten und Verbrauchern, oder zwischen verschiedenen sozialen Gruppen mit fortschreitender Urbanisierung?

(4) Wie interagieren soziale und ökologische Systeme, wenn ländliche und städtische Lebenweisen, Traditionen, Ansprüche und Landnutzungsformen aufeinandertreffen?

Link: FOR2432

BMEL: BOEL 2020 "Biogas im Ökolandbau - Substratbereitstellung nach 2020"

In der Ökologischen Landwirtschaft (ÖL) kann entsprechend der Richtlinien derzeit konventionelle Biomasse für die Biogaserzeugung zugekauft werden, z.B. Maissilage. Dies wird ab 2020 in vielen Verbänden der ÖL verboten werden. Daher ist es notwendig, andere Möglichkeiten der Biomasseerzeugung zu entwickeln, die nicht oder nur in geringer Konkurrenz zum Marktfrucht- oder Futterbau stehen, da diese weiterhin in der ÖL Priorität haben werden. In dem Forschungsvorhaben werden dazu drei Strategien mit jeweils mehreren Varianten hinsichtlich ihrer Wachstumsdynamik und ihrer Biomasseerträge beforscht:

1) Optimierter Zwischenfruchtanbau nach Druschfrucht: Sommergetreide Hafer in Rein- oder Gemengeanbau mit Leguminosen (Erbsen) zur Biogaserzeugung; Kleegras als Untersaat zur Biogaserzeugung

2)    Feldfutterbau: Nutzung des 3. und ggf.  4. Aufwuchses zur Biogaserzeugung – Kleegras, Luzernegras, Landsberger Gemenge

3)    Zweikulturnutzung zur Erzeugung von Ganzpflanzensilagen: wahlweise Nutzung von Erst (EK)- oder Zweitkulturen (ZK) für Futter- oder Biogaserzeugung; Kombinationen EK/ZK: Roggen-Wintererbsen/Mais,Triticale-Wintererbsen/Hafer, Roggen/Kleegras.

Ferner werden Qualitäts- und Biogasparameter erhoben bzw. kalkuliert und Synergieeffekte hinsichtlich Gewässer-, Boden- und Klimaschutz sowie der Stickstofffixierung evaluiert.

Die Feldversuche am Standort Neu-Eichenberg werden über drei Vegetationsperioden durchgeführt.

Laufzeit: Okt. 2016 - Dez. 2019

Gefördert durch das BMEL über den Projektträger FNR.

Weitere Infos in der Projektdatenbank der FNR:

http://biogas.fnr.de/index.php?id=11390&fkz=22020115

Ansprechpartner: Dr. Rüdiger Graß, rgrass@uni-kassel.de