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09/14/2026 | Institut für konstruktiven Ingenieurbau (IKI)

Bergshäuser Brücke: Neues Forschungsprojekt zur Verstärkung der A44-Talbrücke

Neuer Forschungsauftrag: Die Fachgebiete Stahlbau, Werkstoffe des Bauwesens und Massivbau untersuchen im Auftrag der Autobahn GmbH des Bundes die Verstärkung der Bergshäuser Brücke.

Viele Brücken, die in den 1960er und 1970er Jahren in Deutschland errichtet wurden, gelten inzwischen als Patienten der Verkehrsinfrastruktur. Der seit dieser Zeit enorm zugenommene Schwerverkehr hat vielen Brückenbauwerken zugesetzt. Hierzu gehört auch die 700 Meter lange Bergshäuser Brücke, welche die A44 über das Fuldatal überführt.
Die zwei Brückenbauwerke für die beiden Fahrtrichtungen wurden als Stahl-Fachwerk Konstruktion in den Jahren 1962 und 1972 errichtet und besitzen eine Stahlleichtfahrbahn als orthotrope Platte [1]. Diese ist durch den Schwerlastverkehr ermüdet, so dass Verkehrseinschränkungen sowie regelmäßige Inspektionen und Reparaturen notwendig sind [2].
Ein Ersatzneubau für beide Brückenbauwerke, der dem zukünftigen Verkehrsaufkommen gewachsen ist und auch dem Lärmschutz der Anwohner Rechnung tragen soll, wird voraussichtlich nicht vor dem Jahre 2033 kommen [3].
Bis dahin muss die alte Brücke weiter funktionstüchtig bleiben. Eine geeignete Maßnahme ist die Verstärkung der orthotropen Fahrbahnplatte durch eine wenige Zentimeter starke Aufbetonschicht aus ultrahochfesten Faserbeton. Diese Aufbetonschicht sorgt für eine bessere Verteilung der Radlasten aus dem Schwerverkehr und unterstützt damit die über 50 Jahre alte Stahlkonstruktion.
Die Autobahn GmbH des Bundes hat das Institut für konstruktiven Ingenieurbau der Universität Kassel beauftragt, offene Fragestellungen im Zusammenhang mit einer solchen Verstärkung der Bergshäuser Brücke zu beantworten. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes werden vom Fachgebiet Stahlbau - Universität Kassel, unter Mitwirkung der Fachgebiete Werkstoffe des Bauwesens und Massivbau, in den kommenden Monaten zahlreiche Laboruntersuchungen durchgeführt.
Wir danken der Autobahn GmbH für die Erteilung des Auftrages, die konstruktiven Gespräche bei der Ausarbeitung des Untersuchungskonzeptes und freuen uns auf das Projekt sowie die damit verbundenen Herausforderungen.

[1] Hessenschau (Hessischer Rundfunk) 27.09.2024: „Wie steht es um die Talbrücke Bergshausen auf der A44?“
[2] HNA Hessische/Niedersächsische Allgemeine 10.12. 2025: „300 Sensoren sollen die Bergshäuser Brücke rund um die Uhr überwachen“
[3] HNA Hessische/Niedersächsische Allgemeine 31.08.2026: „Bergshäuser Brücke: Baustart erst 2030?“