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09/03/2026 | Institut für konstruktiven Ingenieurbau (IKI)

Start des Forschungsprojekts "Fassadenbegrünung - Lastansätze für Wind und Eis"

15.800 Hitzetote schätzt das RKI für den Sommer 2026 – so viele wie nie seit Beginn der Erfassung 1992. Fassadenbegrünung kann im großen Maßstab Gebäude spürbar kühlen und die Hitze in urbanen Räumen reduzieren – doch halten solche Konstruktionen Wind und Eis stand? Neigen begrünte Fassaden eher zum Eisansatz verglichen zu Konstruktionen ohne Bewuchs? Und wie ändern sich die Windlasten auf vereiste begrünte Fassaden? 

Ab September 2026 gehen wir dieser Frage in einem neuen Forschungsprojekt gemeinsam mit dem Institut für Stahlbau der TU Braunschweig nach. Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Innovationsprogramms Zukunft Bau des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Laufzeit: September 2026 – August 2029.

Für Standsicherheitsnachweise begrünter Fassaden unter Wind- und Eislasten fehlen bislang passende normative Grundlagen. Die technischen Regelwerke für das Bauwesen EN 1991-1-4 (Windlasten) und EN 1991-1-9 (Eislasten) bilden die realen Beanspruchungen nicht ab – die Folge sind unsichere oder unwirtschaftliche Lastansätze.

Im Projekt gehen wir dreistufig vor: Zunächst untersuchen wir atmosphärische Eisablagerungen an begrünten Fassadenkonstruktionen sowie deren aerodynamische Wechselwirkung im Naturmaßstab. Darauf aufbauend folgen Windkanalversuche an skalierten, aerodynamisch äquivalenten Modellen. Wetterdaten und Feldmessungen an Bestandsfassaden sollen zusätzlich Aussagen zur tatsächlichen Auftretenshäufigkeit solcher Beanspruchungen liefern.
Unser Ziel: Ingenieurmodelle und Bemessungsempfehlungen für die Praxis.

Wir freuen uns über Austausch mit allen, die in diesem Feld forschen oder praktisch tätig sind.

(Quelle Hitzetote: RKI, Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität, Stand 16.08.2026)