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28.04.2022 | Verkehrsplanung und Verkehrssysteme

So­ci­al2­Mo­bi­li­ty II – So­zia­le Teil­ha­be und Fahr­rad­mo­bi­li­tät er­mög­li­chen

Das vom BMBF geförderte Forschungsprojekt „Social2Mobility“ (Laufzeit 01.04.2019-31.03.2022) hatte das Ziel, die soziale Teilhabe von Bevölkerungsgruppen, die von Armut bedroht oder betroffen sind, durch die Förderung selbstbestimmter, finanzierbarer und umweltfreundlicher Mobilität zu stärken. Am 01.04.2022 hat das Folgeprojekt Social2Mobility II gestartet, um die entwickelten Maßnahmen langfristig in der Region Hannover umzusetzen und zu integrieren.

Die Ergebnisse der ersten Phase von Social2Mobility zeigen, dass Maßnahmen des Mobilitätsmanagements zur Förderung der Fahrradmobilität ein besonders großes Potential haben, die soziale Teilhabe armutsgefährdeter Personen zu erhöhen. Durch einen Umstieg vom Pkw auf das Fahrrad wird ebenfalls ein Beitrag auf gesellschaftlicher Ebene zu einer sozial und ökologischen gerechten Verkehrswende geleistet. 

Aufgrund dieser Erkenntnisse werden Maßnahmen zur Förderung der Fahrradmobilität gezielt für armutsgefährdete Personen umgesetzt. Dabei soll erstens untersucht werden, inwiefern die umgesetzten Maßnahmen zur Förderung der Fahrradmobilität zu einer Stärkung der sozialen Teilhabe armutsgefährdeter Personen beitragen (individuelle Ebene). Zweitens wird ermittelt, welchen Beitrag zur Verkehrswende Maßnahmen zur Förderung der Fahrradmobilität, die gezielt Mobilitätsoptionen armutsgefährdeter Personen erhöhen, leisten können (gesellschaftliche Ebene). Drittens wird untersucht, wie der Umsetzungsprozess dieser Maßnahmen gestaltet werden sollte, damit ein größtmöglicher Beitrag auf individueller und gesellschaftlicher Ebene geleistet wird (prozessuale Ebene).

Begleitet wird die Maßnahmenumsetzung sowohl durch eine Prozessevaluation zur fortwährenden Optimierung des Umsetzungsprozesses als auch durch eine qualitative und quantitative Wirkungsevaluation. Die qualitative Wirkungsevaluation zielt auf die Erforschung verkehrlicher und sozialer Wirkungen der Maßnahmen v.a. im Hinblick auf die Teilhabe, aus der Perspektive armutsgefährdeter Personen ab. Die quantitative Wirkungsevaluation untersucht insbesondere die Veränderung der Mobilitätsoptionen, der Verkehrsmittelwahl und der Umweltwirkungen. Da Mobilitätsmanagement-Maßnahmen und deren Wirkungen (auf die Verkehrsmittelwahl) bisher nicht mit Verkehrsnachfragemodellen abgebildet werden können, wird ein neuer Modellansatz entwickelt und in das Verkehrsnachfragemodell der Region Hannover implementiert.

Das Projekt Social2Mobility II wird von der Region Hannover, den Universitäten Kassel und Frankfurt am Main sowie von der WVI Verkehrsforschung und Infrastrukturplanung GmbH gemeinsam bearbeitet. Das BMBF fördert das Forschungsprojekt im Rahmen der Umsetzung der Leitinitiative Zukunftsstadt insgesamt mit einer Summe von 1,06 Millionen Euro. Der Anteil der Universität Kassel beläuft sich auf 540.000 Euro. Projektträger ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Weitere Informationen:

www.social2mobility.de

Kontakt:

M. Sc. Alena Fischer und M. Sc. Franziska Kesper
Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme
Telefon: +49 561 804-3281
E-Mail:

alena.fischer@uni-kassel.de

franziska.kesper@uni-kassel.de