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21.09.2026 | Konferenz | Institut für konstruktiven Ingenieurbau (IKI)

Teilnahme an der 22. Internationalen Baustofftagung ibausil in Weimar

Das Team des Fachgebiets Werkstoffe des Bauwesens und Bauchemie auf der 22. Internationalen Baustofftagung ibausil in Weimar

Das Fachgebiet Werkstoffe des Bauwesens und Bauchemie auf der 22. Internationalen Baustofftagung ibausil in Weimar

Vom 16. - 18. September 2026 fand die 22. Internationale Baustofftagung ibausil im Congress Centrum Weimar statt. Die Tagung zählt zu den bedeutenden internationalen Veranstaltungen im Bereich Baustoff- und Werkstoffforschung und bietet eine Plattform für den Austausch zwischen den Wissenschaftlern und der Industrie. Ein großer Schwerpunkt lag dieses Jahr auf nachhaltigen und ressourcenschonenden Baustoffen, alternativen Bindemitteln, Zementchemie und der Entwicklung und Prüfung leistungsfähiger Baustoffe.

Das Fachgebiet Werkstoffe des Bauwesens und Bauchemie war mit 7 Vorträgen und 5 Posterbeiträgen aktiv auf der ibausil vertreten. Die Themen der Präsentationen  reflektierten aktuelle Forschungsergebnisse auf unterschiedlichen Betrachtungsskalen (nano bis makro) von unterschiedlichen Baustoffsystemen.

Der eingeladene Hauptvortrag von Prof. Dr. Bernhard Middendorf hatte „Nachhaltige Ultra-Hochleistungsbetone – Widerspruch oder Realität“ zum Thema. Prof. Middendorf stellte im ersten Teil seines Vortrags die hohe Leistungsfähigkeit von faserfreien (UHPC) und faserbewehrten Ultra-Hochleistungsbetonen (UHFB) vor und stellte im zweiten Teil die Möglichkeit der Brückeninstandsetzung mit diesen Spezialbetonen vor. Auch zeigte er anschaulich, warum diese UHPC / UHFB nachhaltig sind, wobei er schwerpunktmäßig die Möglichkeiten der Substitution von Gesteinskörnung und Zement erörterte.

Aufbauend darauf stellten Dr.-Ing. Cristin Umbach und Magdalena Fremder Untersuchungen zu klinkerreduzierten und nachhaltigen UHPC-Systemen vor, in dem sie teilweise Zement durch gebrannte Tone (Meta-Clay, hier: 2:1 Tone) ersetzten. Während der Fokus bei Frau Dr.-Ing. Umbach auf den rheologischen Eigenschaften und den Festigkeiten lag, betrachtete Frau Fremder schwerpunktmäßig die Nachhaltigkeit der entwickelten Meta-Clay-UHPCs

Mujeebrahman Latifi stellte in seinem Vortrag Untersuchungen zu UHPC mit Biokohle als teilweise substituierter Gesteinskörnung und optimierter Packungsdichte vor – eine Möglichkeit, um CO2 nicht nur einzusparen, sondern auch zu speichern.

Dr. Alexander Wetzel präsentierte einkomponentige, alkalisch aktivierte Systeme auf Basis von festem Kaliumsilikat. Der Ansatz ermöglicht die Herstellung alkalisch aktivierter Bindemittelsysteme, bei denen der Aktivator als Feststoff in die Ausgangsmischung eingebracht werden kann.

Denis Kosenko stellte den Einfluss der Wirksamkeit von PCE-Fließmitteln in alkalisch aktivierten Systemen mittels Fluoreszenzmikroskopie vor. Die Arbeit zeigte nicht nur die Wechselwirkungen zwischen Fließmittel und alkalisch aktivierten Materialien, sondern er erklärte auch den verzögernden Einfluss der Carbonatisierung von Hüttensandmehl.

Marcel Laabs stellte in seinem Vortrag „Auswirkungen alternativer Bindemittel auf die Eigenschaften von Kalksandstein“ neue Ansätze zur Entwicklung nachhaltiger Kalksandsteine vor und wie der Kalkbedarf durch den Einsatz von Zement weiter reduziert werden kann. 

In der Posterausstellung war das Fachgebiet ebenfalls prominent vertreten: Janna Link präsentierte unterschiedliche Herstellungsverfahren für anorganische Gussformen aus alkalisch-aktiviertem Beton für die Herstellung von Leichtmetallgussformen. Stefan Fast stellte seine Ergebnisse zu dem Einfluss der Probekörpergeometrie auf die Festbetoneigenschaften von alkalisch aktivierten Materialien vor. Maurice Engels stellte Untersuchungen zum Einfluss verschiedener Verzögerer auf die Reaktionskinematik alkalisch aktivierter Materialien vor. Frau Thi Thanh Truc Phan stellte Aspekte zur Recyclingfähigkeit von sulfatbelastetem Kalksandsteinabbruch zur Herstellung neuer Kalksandsteine vor, wobei ein besonderer Fokus auf die Veränderung der gebildeten Calcium-Silikat-Hydrate und deren Morphologie lag.

Die ibausil 2026 war abermals eine hervorragende Plattform, aktuelle Forschungsergebnisse einem internationalen Fachpublikum vorzustellen, diese zu diskutieren  und sich über gegenwärtigen Entwicklungen im Baustoffbereich auszutauschen.