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23.06.2026

Schwingungsmessung auf der Kasseler Drahtbrücke

Bei der Kasseler Drahtbrücke handelt es sich um eine Hängebrücke, welche im Jahre 1997 nach historischem Vorbild, unter Verwendung der Bestandspfeiler, in Stahlbauweise mit Fahrbahnplatten aus Stahlbetonfertigteilen errichtet wurde. Die Brücke wurde bereits kurz nach ihrer Errichtung mit einem Schwingungsdämpfer versehen.

Um die Eignung des Schwingungsdämpfers nach rund 25 Jahren Betriebszeit zu überprüfen, wurde das Fachgebiet Stahlbau der Universität Kassel mit der Durchführung von Schwingungsmessungen beauftragt, welche im April diesen Jahres stattfanden.

Zuerst wurden sogenannte Ausschwingversuche durchgeführt. Dabei wurde die Brücke nach einem Kraftimpuls sich selbst überlassen und die langsam abklingende, freie Schwingung der Brücke gemessen. Mithilfe einer Fast-Fourier-Transformation konnten die Autoleistungsdichtespektren der Schwingungen bestimmt werden, anhand derer man die maßgeblichen Eigenfrequenzen ermitteln konnte.

Im zweiten Schritt wurde die Schwingungsantwort der Brücke bei von außen vorgegebener Krafterregung gemessen. Die äußere Krafterregung war das synchrone Überlaufen einer Personengruppe über die komplette Brückenlänge (siehe Video unten). Um die größtmöglichen Schwingungsamplituden zu erreichen, sollte die Schrittfrequenz der Personengruppe genau einer Eigenfrequenz der Brücke entsprechen. Diese Versuche wurden bei verschiedenen Eigenfrequenzen und jeweils mit fixiertem und freiem Schwingungsdämpfer wiederholt.

Bei jeder Messung wurden sowohl die vertikalen und horizontalen Beschleunigungen als auch die Relativverschiebung zwischen Brücke und Schwingungsdämpfer gemessen.