Was kosten Radverkehr, Fußverkehr, öffentlicher Personennahverkehr und Kfz-Verkehr eine Kommune? – Entwicklung und Anwendung einer Methode für den Vergleich von Erträgen und Aufwendungen verschiedener Verkehrsmittel anhand von kommunalen Haushalten

Prof. Dr.-Ing. Carsten Sommer
Dipl.-Geogr. Tobias Gorges
Dipl.-Ing. Daniel Leonhäuser
Dipl.-Wi.-Ing. Volker Schmitt

 

(Kurztitel: NRVP – Kostenvergleich zwischen Radverkehr, Fußverkehr, Kfz-Verkehr und ÖPNV anhand von kommunalen Haushalten) 

Während die Kosten des Kfz-Verkehrs meist keiner Rechtfertigung bedürfen, stehen die Kosten für Radverkehr und ÖPNV häufig in der öffentlichen Diskussion. Einer der Gründe ist, dass die Kosten der einzelnen Verkehrsmittel (Investitions- und Betriebskosten) und ihr Verhältnis zueinander nicht bekannt sind: Verkehrsrelevante Kosten sind auf verschiedene Teilhaushalte und Haushaltsstellen verteilt und damit für die verschiedenen Verkehrsmittel nicht transparent.

Das Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme der Universität Kassel hat daher in einem Forschungsprojekt eine Methode entwickelt, mit der die kommunalen Ausgaben und Einnahmen für Bau und Unterhaltung der Verkehrsinfrastruktur sowie für Betrieb differenziert nach Verkehrsmitteln (Fußverkehr, Radverkehr, Kfz-Verkehr, öffentlicher Nahverkehr) angegeben und einander gegenübergestellt werden können. Diese Methode wurde anhand der Haushaltspläne von Beispielstädten erarbeitet und exemplarisch dargestellt.

Eine wesentliche Herausforderung in dem Vorhaben war die Entwicklung sachgerechter Aufteilungsverfahren, da der Verkehrsraum in den meisten Fällen von mehreren Verkehrsmitteln genutzt wird. Mit Hilfe von digitalen Verkehrsnetzen ließen sich Teilnetze für verschiedene Verkehrsmittel bilden und Aufteilungsschlüssel für Ausgaben und Einnahmen differenziert nach (gewichteter) Netzlänge und verschiedene Typen von Straßenquerschnitten erarbeiten. Dazu wurde für die einzelnen Haushaltspositionen analysiert, welche Relevanz sie jeweils für einzelne Abschnitte des Verkehrsnetzes haben. Für die verschiedenen Netzelemente wurden Kostensätze für Unterhaltung und Abschreibung ermittelt.

Die entwickelte Methode kann in erster Linie als Entscheidungshilfe dienen und dazu beitragen, dass in Städten Haushaltsmittel effektiver eingesetzt werden. In einer weiteren wissenschaftlichen Forschungsphase könnte die Methode zur Weiterentwicklung der Steuerungselemente der Haushalte dienen und die Wirkungsanalyse von Maßnahmen um den Aspekt des Kostenvergleichs erweitern. Ein weiterer Schritt ist auch die Einbeziehung der externen Kosten des Verkehrs, um eine ganzheitliche Betrachtung von Maßnahmen im Verkehr zu ermöglichen.

Das Forschungsprojekt wurde im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert.

Laufzeit: 11/12 - 05/14

Hier finden sie den Endbericht zum Projekt:
Was kostet der Radverkehr, Fußverkehr, öffentlicher Personenverkehr und Kfz-Verkehr eine Kommune? - Entwicklung und Anwendungen einer Methode für den Vergleich von Erträgen und Aufwendungen verschiedener Verkehrsmittel anhand von kommunalen Haushalten