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06.10.2026 | Neuigkeiten und Aktivitäten

Stellungnahme der Universität Rojava

An die Öffentlichkeit
Stellungnahme der Universität Rojava

Die Universität Rojava wurde unter den harten Bedingungen von Krieg, Embargo und begrenzten Ressourcen durch einen enormen Einsatz an Anstrengung, Widerstand und Beharrlichkeit aus dem Nichts aufgebaut. Heute begeht die Universität ihr zehnjähriges Bestehen. Auf diesem Weg des Ringens und Lernens hat sie einen reichen Erfahrungsschatz erworben. Seit ihrer Gründung verfolgt die Universität ein zentrales Ziel: eine wissende, gebildete Generation mit einem starken Willen heranzubilden – eine Generation, die in der Lage ist, ihrer Gesellschaft Orientierung zu geben und ihre Zukunft zu gestalten. Heute entwickeln sich die daraus hervorgegangenen Anstrengungen und Errungenschaften zu einem tragfähigen wissenschaftlichen und kulturellen Fundament weiter.

Seit einiger Zeit läuft der Prozess der Eingliederung der Universität Rojava in das syrische Ministerium für Hochschulbildung und wissenschaftliche Forschung. Obwohl der Beginn des neuen akademischen Jahres näher rückt und die Zeit drängt, herrscht nach wie vor Unklarheit darüber, wie dieser Prozess konkret umgesetzt werden soll. Diese Verzögerung betrachten wir mit Sorge, denn sie liegt nicht im Interesse der Studierenden. Der Status der Universität Rojava bleibt ungeklärt, und es besteht die Befürchtung, dass Entscheidungen über unsere Universität zentralistisch getroffen und umgesetzt werden könnten. Einen solchen Ansatz akzeptieren wir nicht. Als Universität Rojava stellen wir klar: Zentralisierung in akademischen Angelegenheiten ist keine Lösung und auch keine angemessene Antwort auf diesen Prozess. In diesem Zusammenhang sind der Schutz unseres akademischen Systems und das Recht auf Bildung in der Muttersprache für uns von grundlegender Bedeutung und unverhandelbare Prinzipien.

Die gesellschaftlichen, kulturellen, sprachlichen und geografischen Besonderheiten unserer Region müssen umfassend berücksichtigt werden. Die Zukunft der Tausenden von Studierenden und Lehrenden, die diese Universität mit großem Einsatz aufgebaut haben, muss gesichert werden. Zugleich muss der einzigartige Charakter der Universität, der den besonderen Gegebenheiten unserer Region Rechnung trägt, bewahrt bleiben. Unsere zehnjährige Erfahrung in Wissenschaft und Bildung ist von erheblichem Wert und darf nicht außer Acht gelassen werden. Darüber hinaus dürfen Veränderungen aus pädagogischer wie aus rechtlicher Sicht nicht durch abrupte, zentralistisch getroffene Entscheidungen über die Universität verhängt werden.

Als Universität Rojava sind wir überzeugt, dass Entscheidungen über die Universität im Wege des Dialogs, der Transparenz und unter Achtung der Besonderheiten unserer Region getroffen werden müssen. Wir betonen zudem, dass der Eingliederungsprozess ausreichend Zeit erfordert und durch Austausch, Diskussion und Dialog vorangebracht werden muss. Akademische Autonomie, Vielfalt, demokratische Teilhabe und das Recht auf Bildung in der Muttersprache sind für uns grundlegende Prinzipien.

Auf dieser Grundlage rufen wir die zuständigen Akteure dazu auf, den Eingliederungsprozess demokratisch, transparent und unter Einbeziehung aller Beteiligten zu gestalten; die Stimmen und Standpunkte der Studierenden, Lehrenden und Beschäftigten der Universität zu berücksichtigen; und das akademische System sowie das Recht auf Bildung zu schützen.

Universität Rojava
26.09.2026