Fä­cher im Wett­be­werb

Be­tei­lig­te For­scher

Frank Meier
Uwe Schimank

Wett­be­werb mit Schat­ten­sei­ten - In­ter­view mit Frank Mei­er auf dem Por­tal Wissenschaftskommunikation.de

Passen individuelle Wettbewerbspraktiken von Wissenschaftler*innen mancher Fächer besser zu den organisationalen Wettbewerbspraktiken ihrer Universitäten als andere? Das wissenschafts-, organisations- und bewertungssoziologisch orientierte Teilprojekt untersucht das Wechselspiel von individuellem und organisationalem Wettbewerb an deutschen Universitäten unter dem Gesichtspunkt von Fächerdifferenzen. Die leitende Vermutung ist, dass die Passung von individuellem und organisationalem Wettbewerb fächerspezifisch variiert. Da sich Universitäten an den wahrgenommenen Erfordernissen des multiplen Organisationswettbewerbs orientieren, ist ceteris paribus eine symbolische oder ressourcenmäßige inneruniversitäre Besserstellung von Fächern, die besser zum organisationalen Wettbewerb passen, und eine Schlechterstellung von Fächern mit schlechterer Passung zu erwarten. Da Universitäten reflexiv mit Fächerdifferenzen umgehen können, sind dort, wo fächerspezifische Benachteiligungen oder Bevorzugungen wahrgenommen werden, inneruniversitäre Konflikte, aber auch Bemühungen um Konfliktbewältigung und Ausgleich zu erwarten. Das Projekt geht diesen Hypothesen in einem qualitativen Forschungsdesign nach, indem es systematisch die forschungsbezogenen Wettbewerbspraktiken und Wettbewerbssituationen von individuellen Wissenschaftler*innen in 12 fachlich bestimmten Spezialisierungen rekonstruiert und mit den Wettbewerbspraktiken und -anforderungen ihrer Universitäten abgleicht. Zudem identifiziert das Projekt Muster des reflexiven Umgangs mit Fächerungleichheiten und untersucht, inwieweit Fächer oder Fächergruppen als intermediäre Akteure auftreten.