So­zia­li­sa­ti­ons­pro­zes­se in der Post-doc-Pha­se

Be­tei­lig­te For­scher*in­nen

Prof. Dr. Julian Hamann (Humboldt Universität zu Berlin)

Prof. Dr. Kathia Serrano Velarde (Universität Heidelberg)

Jonas Gottschalk

Tim Fenkner (Humboldt Universität zu Berlin)

Das Teilprojekt untersucht, wie Post-Docs im deutschen Wissenschaftsbetrieb zu Akteuren mit entsprechenden Arbeitsmarkterwartungen sozialisiert werden. Die Studie ist darauf ausgelegt, intrapersonelle Veränderungen über ein qualitatives Panel zu erfassen. Ausgehend von der Verbindung sozialisationstheoretischer und bewertungssoziologischer Prämissen begreifen wir die Post-doc-Phase als eine Überlagerung wissenschaftlicher Wettbewerbssituationen, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zwei Dinge lernen müssen: Zum einen erfahren Post-Docs, dass sie sich für die Allokation von Reputation, Beschäftigung und Ressourcen einsetzen müssen. Zum anderen lernen sie, mit den Anforderungen des multiplen Wettbewerbs umzugehen und sich in verschiedenen Wettbewerben zu positionieren. Diese Lern- und Sozialisationsprozesse stehen im Fokus des Forschungsvorhabens und sollen auf zwei Ebenen untersucht werden: Erstens wollen wir das Verhältnis von Wettbewerb und Sozialisation untersuchen. Dabei stehen der Zusammenhang von wettbewerbsinhärenten Zuschreibungsprozessen und der Selbstwahrnehmung von Post-Docs sowie ihre individuellen Strategien im Umgang mit multiplem Wettbewerb im Zentrum. Die zweite Analyseebene betrifft die individuellen Karriereerwartungen und Arbeitsmarktvorstellungen der Post-Docs, die durch die Wettbewerbserfahrungen und Zuschreibungsprozesse inkrementell konkretisiert werden. Beiden Analysedimensionen gehen wir vor allem mit Blick auf individuelle, standortspezifische und fachliche Merkmale nach. Durch die Kombination narrativer Interviews und ethnografischer Erhebungen soll die Entscheidungsarbeit der Post-Docs (für oder gegen die Wettbewerbsteilnahme bzw. für oder gegen eine wissenschaftliche Karriere) über die Zeit untersucht werden. Dieses Vorgehen birgt die Chance, die Wechselwirkung unterschiedlicher Wettbewerbe und ihren Einfluss auf individuelle Karrierepfade zu durchleuchten.