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22.07.2022

Herz­li­che Glück­wün­sche zum 80. Ge­burts­tag Ul­rich Teich­ler!

Prof. Dr. Ulrich Teichler, der langjährige Direktor des heutigen INCHER und Begründer der deutschsprachigen Hochschulforschung, wird 80 Jahre alt.

Ludwig Huber hat ihn in einer Laudatio in Anlehnung an das Kassel Wahrzeichen einmal als „Herkules der Hochschulforschung“ bezeichnet, andere haben ihn „den alten Guru“ (Katja Rudolf in der HNA vom 16. November 2020) oder auch XXL-Hochschulforscher genannt („Wer passt schon in Teichler XXL?“, DUZ v. 19.12.2008). All das passt wunderbar und auch wieder nicht. Sicher ist: Ohne Ulrich Teichler ist die Hochschulforschung in Deutschland so, wie sie ist, nicht denkbar. Ulrich Teichler ist auch großzügiger Stifter eines Preises für Nachwuchswissenschaftler:innen in der Hochschulforschung, der seit 2008 jährlich für herausragende Promotionen und Abschlussarbeiten vergeben wird.  

Mit mitreißender Energie und einem analytischen Blick mit immer wieder überraschenden Perspektiven hat er die Forschung am INCHER (früher WZ I) der Universität Kassel geprägt. Sein Humor, seine Offenheit, Internationalität und Gastfreundschaft haben das INCHER zu einem Ort mit einer ganz besonderen Arbeitsatmosphäre gemacht.  

Die Mitglieder des INCHER gratulieren herzlich zum Geburtstag! 


Drei wei­te­re Bü­cher er­schie­nen - da­von ein bio­gra­fi­sches in eng­li­scher Fas­sung

Rechtzeitig zum 80. Geburtstag wurden noch drei Bücher fertig. Eines davon ist eine modifizierte englischsprachige Ausgabe des 2019 erschienenen deutschen biografischen Buches "Hochschulforschung - Was sonst", es liegt seit Juni 2022 vor: Ulrich Teichler. Higher Education – What Else? The Story of a Lifetime. In Conversation with Anna Kosmützky and Christiane Rittgerott. Opladen: Budrich Academic Press, 2022 (ISBN 978-3-96665-058-8).

Weitere Neuerscheinungen sind:

Zhànruǐ Wáng, Ulrich Teichler und Yōuliáng Zhâng (Eds.). Gāo děng jiào yù guó jì huà jí qí yǐng xiǎng yǔ qū shì: Quán qiú shì yě yǔ zhōng guó xuǎn zé (Internationalization of Higher Educa¬tion: Global Vision and China's Choice). Beijing: Science Press, 2021 (ISBN 978-7-03-069879-7).

Ulrich Teichler. Gāo děng jiào yù guó jì huà: Cóng duí bǐ zhōng xué xí (Internationalisation of Higher Education: Learning from Comparisons). Herausgegeben von Yanhua Bao und Tingting Li. Beijing: Science Press, 2022. (3) Futao Huang, Timo Aarrevaara und Ulrich Teichler (Eds.). Lehre und Forschung in der wissensbasierten Wirtschaft: Historische und vergleichende Perspektiven. Cham: Springer, 2022 (ISBN 978-3-031-04438-0).

 

Kurz­por­trait

Ulrich Teichler (geb. 1942) war von 1978 bis 2013 Professor an der Universität Kassel. Er wurde auf eine neu geschaffene Professur für Berufs- und Hochschulforschung an die damalige Gesamthochschule Kassel berufen; zugleich wurde das Wissenschaftliche Zentrum für Berufs- und Hochschulforschung – heute International Center for Higher Education Research (INCHER) – gegründet, dessen Direktor er viele Jahre war.

Ulrich Teichler war verheiratet mit der 2019 verstorbenen Yoko Teichler-Urata und hat zwei Söhne.

Nach dem Studium der Soziologie an der Freien Universität Berlin (Dipl.-Soz.) und einer anschließenden Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, promovierte er an der Universität Bremen (Dr. phil.) über Bildung und Statusdistribution in Japan.

Seine Forschung konzentriert sich vor allem auf die Beziehungen zwischen Hochschule und Beruf, auf Strukturentwicklungen des Hochschulwesens sowie auf internationale Kooperation und Mobilität. Mehr als 1200 wissenschaftliche Publikationen zeugen von seiner Produktivität. Zu den jüngsten Buchveröffentlichungen zählen u. a. Hochschulstrukturen im Umbruch. Eine Bilanz der Reformdynamik seit vier Jahrzehnten (Frankfurt a. M. und New York: Campus 2005); Hochschulsysteme und Hochschulpolitik. Quantitative und strukturelle Dynamiken, Differenzierungen und der Bologna-Prozess. (Münster: Waxmann 2005); Higher Education Systems.

Conceptual Frameworks, Comparative Perspectives, Empirical Findings (Rotterdam und Taipei: Sense Publishers 2007) sowie Die Internationalisierung der Hochschulen. Neue Herausforderungen und Strategien (Frankfurt a. M. und New York: Campus 2007). Publikationen von Ulrich Teichler sind in zahlreiche Sprachen übersetzt u. a. ins Dänische, Finnische, Französische, Italienische, Niederländische, Polnische, Portugiesische, Russische, Spanische, Japanische, Chinesische, Koreanische und Mongolische.

Zeitweilig nahm er Professuren an der Northwestern University (USA), am College of Europe (Belgien) sowie an der Universität Hiroshima (Japan) wahr. Darüber hinaus lehrte er an Hochschulen in Deutschland, Argentinien und Österreich. Längere Forschungsaufenthalte führten ihn nach Japan, in die Niederlande und in die USA. Er war viele Jahre Vorsitzender des Weltverbandes der Hochschulforscher (Consortium of Higher Education Researchers (CHER)) und Präsident der EAIR (Higher Education Society), sowie Mitglied der Academia Europaea und der International Academy of Education.

Ulrich Teichler wurde für seine wissenschaftlichen Leistungen mehrfach ausgezeichnet: 1997 erhielt er den Forschungspreis des Council on International Educational Exchange (CIEE). Dieser Preis geht an herausragende Persönlichkeiten, die sich auf dem Feld der Mobilität und Auslandsbildung ausgezeichnet haben. Ein Jahr später, im Rahmen der ersten UNESCO-Welthochschulkonferenz, die 1998 in Paris stattfand, erhielt Ulrich Teichler die COMENIUS-Medaille der UNESCO. Diese wird seit 1992 für besondere Leistungen im Bildungswesen verliehen. Schließlich wurde er im Jahr 2006 mit dem Ehrendoktortitel der Universität Turku in Finnland ausgezeichnet.

Nach mehr als 30 Jahren an der Universität Kassel, davon 16 Jahre als geschäftsführender Direktor des INCHER, ist Ulrich Teichler zum Jahresende 2008 aus dem aktiven Dienst ausgeschieden.