Conservation-led Development as Violence: CAMPFIRE, Human-Wildlife Conflicts and Development in Kanyemba
Präsentator: Dr Neil Maheve
Die Präsentation untersuchte, wie naturschutzorientierte Entwicklungsansätze zu einer Form von Gewalt werden können, und nahm dabei das CAMPFIRE-Programm in Kanyemba im Norden Simbabwes als Fallbeispiel. CAMPFIRE wurde ursprünglich als partizipatives Naturschutzprogramm eingeführt, das lokale Gemeinschaften durch Wildtiermanagement, Tourismus und Trophäenjagd unterstützen sollte. Die Präsentation argumentierte jedoch, dass die Gemeinschaft der Tembo Mvura diese Maßnahmen ganz anders erlebte.
Anstelle von Empowerment führten die Maßnahmen im Rahmen von CAMPFIRE zu Ausgrenzung, Verlust, Angst, Verletzungen und einem Verlust der Kontrolle über Land, Wildtiere und lokale Lebensweisen. Die zentrale These war, dass Entwicklung nicht immer positiv oder neutral ist. In diesem Fall wurde Naturschutz als Fortschritt dargestellt, führte jedoch zu Belastungen und Schäden für die Menschen, die mit den Folgen des Wildtierschutzes leben mussten.
Der Mensch-Wildtier-Konflikt wurde als eines der deutlichsten Beispiele für diese negativen Folgen dargestellt. Wildtiere drangen in Dörfer ein, zerstörten Ernten, verletzten Menschen und führten zu einem Gefühl der Unsicherheit. Die Gemeinschaft hatte den Eindruck, dass die Tiere stärker geschützt wurden als die Menschen, während es kaum Rechenschaft für die von ihnen erlittenen Verluste gab.
Die Präsentation zeigte außerdem, dass CAMPFIRE zu Ausgrenzung führte, da die Vorteile des Naturschutzes, etwa Fleisch und Einnahmen, nicht gleichmäßig verteilt wurden. Stattdessen wurden diese Vorteile von Eliten kontrolliert, insbesondere innerhalb der Chikunda, während die Tembo Mvura an den Rand gedrängt wurden. Ihre eigenen traditionellen Systeme der Wildtier-Governance wurden durch bürokratische Strukturen ersetzt, die ihr Wissen und ihre Autorität nicht vollständig anerkannten.