12.10.2026 | Incher | Publikationen

Neue Publikation zu "Dokumentation, Archivierung und Verwendung von digitalen Daten" von Wieczorek & Czedik-Eysenberg

In der kürzlich erschienenen 4. Auflage des "Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung" (hrsg. von Nina Baur & Jörg Blasius) liefern Oliver Wieczorek und Isabella Czedik-Eysenberg Definitionen und Hinweise zum Umgang mit digitalen Daten im sozialwissenschaftlichen Forschungskontext.

Wieczorek, Oliver & Czedik-Eysenberg, Isabella. (2026). Dokumentation, Archivierung und Verwendung von digitalen Daten. In Nina Baur & Jörg Blasius (Hrsg.), Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung (S. 545–558). Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-658-52312-1_29

Abstract:

Durch Prozesse der Datafizierung (Mayer-Schönberger/Cukier 2013) werden zunehmend umfangreichere digitale Daten (Dreier, Kapitel 7 in diesem Band) in sozialwissenschaftlich relevanten Bereichen wie z. B. dem Gesundheitswesen (Ruckenstein/ Schüll 2017, Kistemann/Dapp, Kapitel 97 in diesem Band), dem Bildungssektor (Hartong/ Förschler 2019), oder politischer Prozesse erhoben (Redden 2018). Viele dieser Daten werden – in unterschiedlichem Maße – öffentlich für Auswertungen zur Verfügung gestellt. Unter den Stichworten „open data“ und „open science“ (Barlösius, Kapitel 21 in diesem Band) wird die langfristige und offene Bereitstellung von digitalen Forschungsdaten im Rahmen von Publikationen (Hardwicke et al. 2018) und Forschungsprojekten zunehmend eingefordert und gefördert (Burgelman et al. 2019).


“Unser Beitrag erläutert, wie digitale Forschungsdaten in den Sozialwissenschaften definiert sind (binär, maschinenlesbar, strukturiert, semistrukturiert oder unstrukturiert) und welchen Lebenszyklus von der Planung bis zur Archivierung sie durchlaufen, wobei ein Datenmanagementplan von Beginn an helfen kann. Für die Dokumentation sollten Erhebung und Aufbereitung der Daten samt Metadaten und Codebuch festgehalten werden, und der Analyse-Workflow lässt sich mithilfe von Literate Programming (z.B. Jupyter Notebooks) sowie Versionskontrollsystemen wie Git nachvollziehbar gestalten. Bei der langfristigen Archivierung gilt der Grundsatz „so offen wie möglich, so geschlossen wie nötig“, wobei die FAIR-Prinzipien (Findability, Accessibility, Interoperability, Reusability) als Richtlinie dienen. Dazu gehören offene, nichtproprietäre Dateiformate, persistente Identifikatoren wie DOIs sowie die Beachtung von Datenschutz, Datensicherheit und Lizenzbedingungen (z.B. Creative Commons). Abschließend werden verschiedene Repositorien wie Zenodo, OSF, Harvard Dataverse oder GESIS vorgestellt und sieben Leitfragen formuliert, die bei der Bereitstellung der Daten beantwortet werden sollten.” (Oliver Wieczorek)