Un­ter­stüt­zung und Be­ra­tung bei Kon­flik­ten am Ar­beits­platz

Kon­flik­te lö­sen - Stu­fen­mo­dell der Uni­ver­si­tät Kas­sel

Überall, wo Menschen zusammenarbeiten, kann es zu Konflikten kommen. Diese müssen nicht automatisch zur dauerhaften Belastung der Mitarbeitenden führen. Konstruktiv bearbeitet, können sie auch zu neuen Erkenntnissen führen und damit die Weiterentwicklung der Beteiligten fördern. Dies setzt allerdings einen offenen Umgang mit Konflikten voraus.

Die Universität möchte eine konstruktive Konfliktkultur pflegen. Zu diesem Zweck hat die Hochschulleitung mit dem Personalrat eine Dienstvereinbarung zum Umgang mit Konflikten zum 01.07.2019 verabschiedet. Unklarheiten und Ärgernisse sollen möglichst direkt im eigenen Arbeitskontext in Gesprächen geklärt werden. Dies ist ohne Unterstützung aber nicht in allen Fällen möglich. Auf Basis von Ergebnissen der Organisationsklimabefragung hat eine Arbeitsgruppe der Kommission für strategische Personalentwicklung und Organisationskultur deshalb ein Stufenmodell zur Unterstützung im Konfliktfall entwickelt. Im folgenden sehen Sie einen Kurzüberblick des Modells. Eine detailliertere Darstellung mit konkreten Ansprechpersonen finden Sie in der Gesamtdarstellung des Stufenmodells.

  1. 1. Stu­fe

    Stufe I – Klärung am Arbeitsplatz zwischen Konfliktbeteiligten

    Sind Sie in einen persönlichen Konflikt im Arbeitsumfeld verwickelt, sollten Sie die beteiligte Person möglichst direkt ansprechen und mit ihr/ihm gemeinsam nach Lösungen im Umgang mit dem Konflikt suchen. Hilfestellungen hierfür bietet das Fort- und Weiterbildungsprogramm. Können Sie den Konflikt mit der beteiligten Person selber nicht lösen können, sollte Ihre erste Ansprechperson Ihre Vorgesetzte/Ihr Vorgesetzter sein, den/die Sie um Unterstützung bitten.

    Beratung und Unterstützung zum Umgang mit Konflikten erhalten Vorgesetzte von der Abteilung Personal und Organisation sowie vom Referat Strategische Personalentwicklung und Organisationskultur.

    Praktische Tipps zum Umgang mit Konflikten.

  2. 2. Stu­fe

    Stufe II – Zentrale Ansprechpersonen und Interessenvertretungen

    Kann der Konflikt am Arbeitsplatz nicht selber gelöst werden, können Sie sich an zentrale Ansprechpersonen oder für Sie zuständige Interessenvertretungen wenden. Berücksichtigend, welche Maßnahmen bereits von Ihnen oder Ihren Vorgesetzten ergriffen wurden, wird gemeinsam nach weiteren Ansätzen zur Konfliktlösung gesucht.

    Liste mit Ansprechpersonen und Interessenvertretungen

  3. 3. Stu­fe

    Stufe III – Externe Konfliktberatung

    Konnten die Unterstützungsangebote der Stufe II nicht ausreichend helfen, können Sie sich als Beschäftigte/r oder als Vorgesetzte/r an eine externe Konfliktberatung wenden. Die Vermittlung erfolgt über die Abteilung Personal und Organisation oder das Referat Strategische Personalentwicklung u. Organisationskultur (siehe unten).

  4. 4. Stu­fe

    Stufe IV – Berater*innentisch

    Kann auch mithilfe der externen Konfliktberatung keine Lösung herbeigeführt werden, kann sich in einem nächsten Schritt ein "Berater*innentisch" mit Ihrem Fall befassen. Es können weitere Maßnahmen eingeleitet sowie eine Empfehlung an die Hochschulleitung zum Umgang mit dem Konflikt gegeben werden. Die Ergebnisdokumentation des Berater*innentisches erfolgt im Referat Strategische Personalentwicklung und Organisationskultur. Eine Rückmeldung an den Konfliktbereich erfolgt über zwei Personen des Berater*innentisches.

  5. 5. Stu­fe

    Stufe V - Befassung der Hochschulleitung

    Konnten die Bemühungen auf den vorherigen Stufen nicht zu einer Konfliktlösung führen, wird sich auf der letzten Stufe die Hochschulleitung mit dem Konflikt befassen. Je nach Fallkonstellation erfolgt die Rückmeldung der Hochschulleitung direkt an den betroffenen Bereich und/oder die mit dem Konflikt befassten Berater*innen.


Neu - Kon­flik­t­be­ra­­tung für Nach­­­wuchs­wis­­sen­­schaf­t­­ler*in­­­nen

Ab September 2020 bietet die Universität regelmäßig Beratungsgespräche für den wissenschaftlichen Nachwuchs an. In einstündigen, vertraulichen Gesprächen mit der externen Konfliktberaterin (Wiscon Kassel) können Nachwuchswissenschaftler*innen ihre Themen und Fragen einbringen und weitere Handlungsoptionen für sich reflektieren. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die ex­ter­ne Kon­flikt­be­ra­tung

Zur Unterstützung bei der Bearbeitung von Konflikten im Arbeitsumfeld können Bedienstete der Universität Kassel eine externe Unterstützung erhalten. Die externe Konfliktberatung hilft bei der Klärung und Bearbeitung des Konflikts. Vor dem Hintergrund, welche Ansätze zur Lösung des Konflikts bereits gewählt wurden, wird gemeinsam nach weiteren Umgangsweisen mit dem Konflikt gesucht. Ein Ergebnis kann sein, konkrete Maßnahmen zur Konfliktlösung anzugehen, die auch extern begleitet werden können.

 

Die Kontaktaufnahme zu der externen Konfliktberatung erfolgt in Vorabsprache über die Abteilung Personal und Organisation, Frau Ahrendts, Telefon: 0561 804-2378 oder das Referat für Strategische Personalentwicklung und Organisationskultur, Frau Dr. Kaiser-Belz, Telefon 0561 804-2596, erst danach kann eine Beauftragung erfolgen. Bei Einhaltung dieser Verfahrensweise werden die Kosten für die externe Beratung zentral getragen.

 

Anfang und Ende der vertraulichen Beratung werden von der vermittelnden Abteilung bzw. dem vermittelnden Bereich für die Dauer von 3 Jahren dokumentiert. Es wird gemeinsam mit den Beratenen vereinbart, wer von wem über das Ergebnis der Beratung informiert werden soll. Bei nicht geklärten Konflikfällen kann die externe Konfliktberatung die Einberufung des Berater*innentisches (Stufe IV) empfehlen.

 

Die Beteiligten des Verfahrens der Konfliktberatung einschließlich externer Beratung unterliegen der Schweigepflicht; der Datenschutz wird beachtet. Mehr Informationen zum Datenschutz finden Sie hier


Prak­ti­sche Hil­fe im Um­gang mit Kon­flik­ten

Konflikte im Arbeitsalltag sind alltäglich und unvermeidlich. Ursachen für Konflikte sind häufig unterschiedliche Bedürfnisse und Überzeugungen auf Seiten der Konfliktparteien.

Um koordiniertes Handeln, d.h. eine gute Zusammenarbeit, das gemeinsame Treffen von Entscheidungen und eine Ausrichtung der Aktivitäten auf Organisationsziele zu gewährleisten, sind Grundfertigkeiten im Konfliktmanagement hilfreich.

Diese Handreichung will Sie darin unterstützen, sich im Konfliktfall proaktiv zu verhalten und zu einer Konfliktbewältigung beizutragen.

Quelle: Solga M. (2008) Conflicts in organizations. In: Industrial and Organizational Psychology. Springer textbook. Springer, Berlin, Heidelberg


Fai­re Per­so­nal­füh­rung

Das von der Senatskommission „Innerer Dialog“ erarbeitete Handbuch für faire Personalführung bietet konkrete Handlungsanleitungen zu zentralen Themen der Personalführung wie die Personalgewinnung und -betreuung, die Gestaltung der Zusammenarbeit sowie den Umgang mit Konflikten. Die Inhalte des Handbuchs sind auch Bestandteil des Neuberufenen-Coaching und können dort an Praxisbeispielen vertiefend bearbeitet werden.