Die 8 Schritte der Konzertierten Aktion Lehre als Rahmen der Studiengangentwicklung

Der Prozess der Konzertierten Aktion Lehre in 8 Schritten

Zum Projektstart wurde in 2021 ein Prozessablauf entwickelt (vgl. Abbildung 1) und in den Gremien der Universität Kassel vorgestellt. Der Prozess besteht dabei aus acht Schritten, in deren Ablauf an zwei Punkten Meilensteine erreicht werden. Ziel ist es, Studiengänge mit individuell gewählten Schwerpunkten und umfassender als üblicherweise im Rahmen einer Akkreditierung in den Blick zu nehmen:

Die Grafik zeigt den Prozess zur Begleitung der Studiengangentwicklung in acht Schritten im Rahmen der Konzertierten Aktion Lehre.Bild: Universität Kassel

Abbildung 1: Die Konzertierte Aktion Lehre in acht Schritten

In Abbildung 1 sind außerdem entlang der 8 Schritte das Studiengangkonzept, das Modulhandbuch und die Prüfungsordnung markiert, um zu verdeutlichen, während welcher Schritte diese Dokumente erabeitet werden sollten (vgl. Akkreditierungsprozess Abteilung II Qualititätsmanagement).

Schrittliste

  1. 1.Sensibilisierung

    Die Konzertierte Aktion Lehre beginnt mit einer „Sensibilisierung“ (Schritt 1) für die Besonderheiten des jeweiligen Studiengangs, in welcher gemeinsam durch Fachbereich und ggf. Vertreterinnen und Vertretern aus Fachabteilungen die Charakteristika des Studienganges besprochen werden, um einen spezifischen Zugang zum Studiengang, dessen inhaltlicher Ausrichtung und Einbettung in das Studiengangsportfolio des Fachbereichs zu erhalten. 

  2. 2.Standortbestimmung und Umfeldanalyse

    Im Schritt 2 wird eine „Standortbestimmung und Umfeldanalyse“ durchgeführt. Dies schließt z. B. eine Analyse der wählbaren Schwerpunkte, aber auch das Verhältnis von Pflicht- und Wahlveranstaltungen ein. Hierfür wird ausgehend von u.a. der Semesteranzahl, der Unterrichtssprache oder dem Beginn im Winter- bzw. Sommersemester eine Analyse der Modulhandbücher und der Studienverlaufspläne vorgenommen. Die Strukturen und Inhalte von Studienangeboten anderer Hochschulen werden dabei vergleichend einbezogen.

  3. 3.Studienziele und Profil

    Aufbauend auf dieser Analyse werden im nächsten Schritt „Studienziele und Profil“ (Schritt 3) des Studiengangs diskutiert. Eng verknüpft mit der Beschreibung der Studienziele werden in diesem Schritt die erwünschten Kompetenzen der Studierenden besprochen und eventuelle Diskussions- oder Überarbeitungsbedarfe identifiziert. Dabei werden aktuelle Entwicklungen in der Fachdisziplin einbezogen. Auf dieser Basis wird eine Zielsetzung für die Modernisierung oder für eine Neuentwicklung eines Studiengangs erarbeitet.

  4. 4.Curricula

    Nach Abschluss dieses Schrittes ist mit der Erarbeitung der Zielsetzung ein erster Meilenstein erreicht. Darauf aufbauend kann im nächsten Schritt 4Curricula“ eine detaillierte Analyse der Studien- und Lehrpläne durchgeführt werden. Dabei wird u.a. auf Basis der Lehr- und Modulpläne anderer Universitäten und Hochschulen herausgearbeitet, wie Themen auf Modulebene abgebildet werden. Im Rahmen einer Credit-Point-Analyse werden die Module und Veranstaltungen Fächerkategorien zugeordnet. Dabei wird unter anderem dargestellt, in welchem Umfang und zu welchem Zeitpunkt Grundlagen- und Vertiefungsfächer, aber auch Praktika, Projekt- und Teamarbeiten in den Lehrplänen vorgesehen sind. Dies ermöglicht eine Diskussion zur Feinplanung über die prozentualen Anteile innerhalb der Vorgaben zum Studienaufbau. Als Grundlage werden z. B. Rahmen- und Positionspapiere von Fachbereichstagen genutzt. Zeigen sich dabei möglicherweise relevante Ansätze oder Trends, werden diese im Curriculum abgebildet.

    Die Schritte 2, 3 und 4 bieten Anknüpfungspunkte, um Erfahrungen und Expertise der an der Konzertierten Aktion Lehre beteiligten Fachabteilungen und Projektinitiativen bereits zu einem frühen Studienentwicklungsstand einbringen zu können. Hier können die Fachbereiche verschiedene Ansprechpartner:innen aus dem Kontext der Konzertierten Aktion Lehre einbeziehen, um unter anderem Unterstützung in den Bereichen Studierendenberatung, Studieninformation, Digitalisierung, Bildungscoaching und Marketing zu erhalten. So können beispielsweise häufige Fragen von Studieninteressierten zusammen mit Erkenntnissen aus Analysen typischer Suchmaschinenanfragen in die Konzeption des Studienganges einfließen.

  5. 5.Lehrmethoden, Digitalisierung der Lehre, Prüfungen

    Im Schritt 5Lehrmethoden, Digitalisierung der Lehre, Prüfungen“ stehen nach Festlegung der Modulinhalte durch den Fachbereich Fragen des Lehrformats und der technischen Umsetzung im Vordergrund. Hierbei können unter anderem die Angebote des Service Center Lehre zur Digitalisierung der Lehre genutzt werden. 

    Nach Schritt 5 ist die Überarbeitung oder Erarbeitung der Curricula erfolgreich abgeschlossen. Mit Übertragung der Anpassungen in die Prüfungsordnungen und Modulhandbücher ist somit ein weiterer Meilenstein (siehe Abbildung 1) erreicht.

  6. 6.Begleitung der Studierenden

    Im Schritt 6Begleitung der Studierenden“ wird analysiert, wie Studierende vom Studienanfang bis zum Studienabschluss mit Unterstützungsangeboten unterstützt werden können. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Frage, wie die Studierenden über bereits bestehende Angebote nicht nur informiert, sondern ebenfalls motiviert werden können, diese anzunehmen.

  7. 7.Marketing

    Als Schritt 7 steht das Thema „Marketing“ im Fokus. Hier unterstützt das Team Hochschul- und Studierendenmarketing der Stabsstelle Kommunikation und Marketing die Fachbereiche unter anderem bei der Aktualisierung und Optimierung der Studiengangswebseiten, beispielsweise indem Ergebnisse von Absolvent:innenbefragungen oder Daten aus Verbleibsstudien zur Darstellung von Berufsperspektiven aufbereitet werden oder im Rahmen einer SEA-Analyse zur Suchmaschinenoptimierung. 

  8. 8.Abschluss

    Schritt 8 markiert den „Abschluss“ des Prozessablaufs für einen Studiengang. Es ist auch möglich, mehrere Studiengänge parallel zu analysieren und zu erarbeiten, sodass mehrere Prozessabläufe zeitgleich oder zeitversetzt durchlaufen werden.

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