Kompetenzorientierte Studiengangentwicklung
5-Schritte-Modell zur Kompetenzentwicklung in Studiengängen (ergänzt um Inhalte aus dem Handbuch zur Moduldatenbank)
Die Entwicklung des Kompetenzerwerbs von Studiengangzielen bis zu Lehrveranstaltungen erfolgt in fünf Schritten, wobei jeder Schritt in Unterphasen mit konkreten Handlungsanweisungen unterteilt ist. Hier wird der Top-Down Ansatz beschrieben, der durch die Nutzung des Modultools mit der Moduldatenbank unterstützt wird.
Es gilt festzulegen, welche Kompetenzen Studierende mit Abschluss des Studiengangs erwerben, damit ausgehend von geplanten Grundlagen und angedachten Schwerpunkten ein stimmiges Bild mit Gesamtstrategie ohne „Flickenteppich“ und Lücken entsteht:
- Bedarf analysieren: Es wird eine systematische Analyse des Arbeitsmarktbedarfs, also die Arbeitsmarktrelevanz des Studiengangs, der anvisierten Zielgruppe (z. B. Schulabgänger:innen, Berufstätige) und die Berücksichtigung gesellschaftlicher Trends (z. B. Digitalisierung, Nachhaltigkeit) durchgeführt, um den Studiengang zielgerichtet auszurichten. Diese Analyse wird in den Metadaten des Studiengangs dokumentiert und dient als Grundlage für die Akkreditierung (vgl. Abschnitt Erstellung und Bearbeitung eines Studiengangs / einer PO-Version).
- Kompetenzrahmen festlegen: Fachliche (z. B. wissenschaftlicher Stand), methodische (z. B. Datenanalyse) und überfachliche Kompetenzen (z. B. Teamfähigkeit) werden in einem Rahmenwerk strukturiert und priorisiert. Die Formulierung der Lernziele orientiert sich an der Bloom-Taxonomie und dem Deutschen Qualifikationsrahmen (HQR), um die Kompetenzen auf dem Niveau des Bachelor- (Niveau 6) oder Masterabschlusses (Niveau 7) zu beschreiben (vgl. Abschnitt Erstellung und Bearbeitung eines Studiengangs / einer PO-Version, vgl. Abschnitt Anlagen).
- Qualifikationsprofil erstellen: Abschlussziele mit Berufsfeldern verknüpfen (z. B. 'Absolvent:innen führen Projektanalysen in NGOs durch'). Das Profil beschreibt konkret, welche Berufsfelder Absolvent:innen erschließen können, wenn sie den Studiengang erfolgreich abgeschlossen haben. Diese Ziele werden im Modultool unter "Studienziele und Lernergebnisse" erfasst und sind rechtsverbindlich (vgl. Abschnitt Erstellung und Bearbeitung eines Studiengangs / einer PO-Version).
Weitere Hilfestellung für das Erstellen des Qualifikations- und Kompetenzprofils auf Studiengangebene erhalten sie hier. In der Anleitung zum Modultool finden Sie außerdem auf den in Klammern genannten Abschnitten der Handreichung weitere Hinweise.
Die Module müssen einen stimmigen Beitrag zu den gesamten Studiengangzielen leisten:
- Studienbereiche definieren: Module werden in vordefinierte Studienbereiche (z. B. "Grundstudium", "Schwerpunkt Nachhaltigkeit") gruppiert, um die Gliederung des Studiengangs zu strukturieren und die Übersichtlichkeit für Studierende zu erhöhen (vgl. Abschnitt Erstellung und Bearbeitung von Studienbereichen).
- Lernziele pro Modul ableiten: Um die Studiengangziele auf Module zu verteilen, werden die übergeordneten Studiengangziele auf Module heruntergebrochen. Dies geschieht durch die Erstellung von Modulbeschreibungen im Modultool, wobei die Lernziele (Lernergebnisse) die zentrale Komponente sind (vgl. Abschnitt Erstellung und Bearbeitung einer Modulbeschreibung, Lernziele).
- Taxonomiestufen zuordnen: Lernziele werden nach der Bloom'schen Taxonomie formuliert, wobei Grundlagenmodule Verben wie 'beschreiben' nutzen und Aufbaumodule auf 'bewerten' oder 'entwerfen' abzielen. Die Bloom-Taxonomie und der HQR dienen als Leitfäden für die Formulierung (vgl. Abschnitt Erstellung und Bearbeitung einer Modulbeschreibung, vgl. Abschnitt Anlagen).
- Credit-Points begründen: Workload und Kompetenztiefe pro Modul abstimmen. Der Workload (z. B. 180 h für 6 CP) wird anhand der Komplexität der Lernziele und der zu erwerbenden Kompetenztiefe festgelegt. Die CP werden in der Modulbeschreibung erfasst und müssen 30 Stunden pro CP betragen (vgl. Abschnitt Erstellung und Bearbeitung einer Modulbeschreibung, Credits). Die Polyvalenz von Modulen wird gezielt genutzt, indem Module aus anderen Studiengängen importiert werden, um die Vernetzung der Studiengänge sichtbar zu machen (vgl. Abschnitt Erstellung und Bearbeitung von Importmodulen).
Weitere Hilfestellung für das Erstellen des Qualifikations- und Kompetenzprofils auf Modulebene erhalten sie hier. In der Anleitung zum Modultool finden Sie außerdem auf den in Klammern genannten Abschnitten der Handreichung weitere Hinweise.
Die Lehrveranstaltungen sollen zu den zu erlangenden Kompetenzen des (geplanten) Moduls beitragen.
- Lernzielmatrix erstellen: Pro Lehrveranstaltung wird eine Matrix erstellt, die Inhalte (z. B. 'Statistische Verfahren') mit Handlungskomponenten (z. B. 'Daten interpretieren') verknüpft. Diese Matrix wird durch die Lernergebnisse des Moduls und die Lehrveranstaltungsarten (VL, Ü, S, Pr) im Modultool unterstützt (vgl. Abschnitt Erstellung und Bearbeitung einer Modulbeschreibung, Lernergebnisse, Abschnitt Erstellung und Bearbeitung einer Modulbeschreibung, Lehrveranstaltungsarten).
- Lehrformate wählen: Vorlesungen dienen der Wissensvermittlung, Seminare fördern die Anwendung (z. B. Fallstudien), und Projekte ermöglichen den Transfer in praxisnahe Kontexte. Die Auswahl der Lehr- und Lernmethoden wird im Modultool dokumentiert (vgl. Abschnitt Erstellung und Bearbeitung einer Modulbeschreibung, Lehr- und Lernmethoden).
- Prüfungsformate festlegen: Leistungsnachweise an Kompetenzen ausrichten. Die Prüfungsformate (z. B. Hausarbeiten, mündliche Prüfungen) werden an die Lernziele angepasst, z. B. für Problemlösungskompetenzen über eine Prüfung mit Transferfragen anhand einer Fallstudie. Die Prüfungsleistungen werden in der Modulbeschreibung erfasst und sind rechtsverbindlich (vgl. Abschnitt Erstellung und Bearbeitung einer Modulbeschreibung, Prüfungsleistungen).
- Aktivierende Methoden integrieren: Gruppenarbeiten, E-Learning-Einheiten und Praxiskooperationen (z. B. Unternehmensprojekte) werden gezielt eingesetzt, um Kompetenzen handlungsorientiert zu vermitteln. Die Lehr- und Lernmethoden werden im Modultool dokumentiert (vgl. Abschnitt Erstellung und Bearbeitung einer Modulbeschreibung).
- Festlegung der Lernziele einzelner Lerneinheiten/Sitzungen auf Basis der Lernziele der Lehrveranstaltungen. Es ist darauf zu achten, dass die einzelnen Lerneinheiten/Sitzungen zum Kompetenzerwerb der Lehrveranstaltung beitragen.
- Feedbackmechanismen einbauen: Reflexionsübungen, Peer-Reviews und Zwischentests ermöglichen kontinuierliches Feedback zur Lernzielerreichung. Die Kommentarfunktion im Modultool ermöglicht eine kollaborative Überarbeitung der Modulbeschreibungen.
- Ressourcen bereitstellen: Skripte, Softwaretools (z. B. Statistikprogramme) und Mentoring-Angebote werden bereitgestellt, um den Kompetenzerwerb zu unterstützen. Die Literatur und Medienformen werden in den Modulbeschreibungen dokumentiert. Die Modulverantwortlichen können ihre Beschreibungen jederzeit aktualisieren, und diese Änderungen werden automatisch auf den Internetseiten sichtbar (vgl. Abschnitt Einleitung, Das Modultool bietet Ihnen).
Planung der Evaluation anhand Qualitätskonzept Evaluation (HIER). Später bei Betrieb des Studiengangs können demnach folgende Schritte durchgeführt werden.
- Lernergebnisse überprüfen: Prüfungsergebnisse, Studierendenbefragungen und Absolvent:innen-Trackings (z. B. Berufseinstiege) dienen als Basis für die Erfolgskontrolle.
- Anpassungen vornehmen: Module werden bei Bedarf nachjustiert, z. B. durch Erhöhung von Praxisanteilen oder Integration aktueller Forschungsergebnisse. Die Status des Studiengangs (z. B. "Senatsbeschluss", "Auslaufend") zeigt den Fortschritt an (vgl. Abschnitt Erstellung und Bearbeitung eines Studiengangs / einer PO-Version, Status). Module können verschoben, kopiert oder gelöscht werden (vgl. Abschnitt Verzeichnis der Funktionen, Modul verschieben, Modul kopieren, Modul löschen).
- Akkreditierung vorbereiten: Die Dokumentation (Modulhandbücher, Kompetenzmatrizen) wird für die Begutachtung durch Akkreditierungsagenturen optimiert. Die Auflagen und Empfehlungen aus der Akkreditierung werden zentral im Modultool dokumentiert und können direkt exportiert werden (vgl. Abschnitt Erstellung und Bearbeitung eines Studiengangs / einer PO-Version, Auflagen aus Akkreditierung, Empfehlungen aus Akkreditierung).
Das Modultool ist somit nicht nur ein Werkzeug zur Dokumentation, sondern ein lebendiger Prozessmanager, der die gesamte Studiengangsentwicklung von der Planung bis zur Evaluation digitalisiert und transparent macht (vgl. Abschnitt Einleitung, Das Modultool bietet Ihnen).