Forschungsschwerpunkt 1: Dynamiken in Produktionsnetzwerken

Die Transformation der Industrie hat begonnen und bringt tiefgreifende Veränderungen in der zeitlichen und räumlichen Organisation von Produktionsnetzwerken mit sich. Die hierfür notwendigen Investitionen werden nicht alleine durch betriebswirtschaftliche Erwägungen bestimmt, sondern sind von politischen Rahmenbedingungen und Einzelentscheidungen beeinflusst. Dagegen wird die kurzfristige Produktionsplanung und Anlagenauslastung maßgeblich durch verschiedene Märkte bestimmt, die stark von staatlichen Regulierungen geprägt sind.

In unserem Forschungsschwerpunkt Dynamiken in Produktionsnetzwerken untersuchen wir, wie sich die Energiewende und Defossilisierung auf die Produktions-netzwerke der energie- und ressourcenintensiven Grundstoffindustrien auswirken. Im Fokus stehen dabei mehrere eng miteinander verknüpfte Themen:

Global trade of green iron as a game changer for a near-zero global steel industry?

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 (öffnet Vergrößerung des Bildes)Die Grafik zeigt, dass sich das Fachgebiet SusTec mit den Primärrohstoffen Minerale und Metalle sowie Biomasse beschäftigt und ihren weiteren Weg über die Energieversorgung, Grundstoffindustrien, die chemische Industrie und die Automobilindustrie bis hin zu Recycling verfolgt.
  • Langfristige räumliche Auswirkungen: Wie verändert die Industrietransformation die geografische Verteilung von Produktionskapazitäten und Handelsbeziehungen? Beispielsweise könnte der Ausbau erneuerbarer Energien dazu führen, dass energieintensive Industrien sich in Regionen mit hoher Verfügbarkeit grüner Energie ansiedeln - mit Auswirkungen auf Europa und Regionen, die heute stark von Rohstoff-Extraktion abhängig sind.
  • Volatilitäten in Energie- und Rohstoffmärkten: Schwankungen in der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien, Rohstoffpreise und volatile Produktmärkte beeinflussen die Produktion und globale Lieferketten. Diese Volatilitäten wirken sich auf die Anlagenauslastung aus und stellen Herausforderungen für die Stabilität von Geschäftsmodellen und Beschäftigung dar.
  • Resilienz von Produktionssystemen: Wir wollen untersuchen, wie widerstandsfähig Produktionsnetzwerke gegenüber plötzlichen Schocks, wie Energieengpässen oder Rohstoffkrisen, sind. Diese Resilienz ist entscheidend, um die Kontinuität von Produktionsprozessen zu gewährleisten und spielt eine zentrale Rolle bei Investitionsentscheidungen.
  • Rolle der Infrastrukturen: Wie beeinflussen bestehende und zukünftige Infrastrukturen – wie Energie- und Transportnetze – die Organisation von Produktionsnetzwerken? Hierbei ist nicht nur der Ausbau von Stromnetzen für erneuerbare Energien wichtig, sondern auch die Anpassung von Logistik- und Verteilernetzen für eine dezentralisierte Produktion.

Verantwortlich für den Forschungsschwerpunkt:

Dr. Clemens Schneider (Wiss. Mitarbeiter)