Das Kasseler Becken eine Wärmeinsel
Im Rahmen des KLIMZUG-Projekts (siehe www.klimzug-nordhessen.de) werden unter Leitung von Prof. Katzschner meteorologische Grundlagen erarbeitet, um in der Stadtplanung Anpassungen an Klimatrends vorzunehmen. Im Vordergrund stehen Auswirkungen von klimatischen Extremen auf Wohlbefinden und Gesundheit von Menschen in Städten. Das Vorhaben bildet eine wichtige Grundlage für die urbane Gesundheitsvorsorge und Stadtentwicklung der Zukunft. Die Erkenntnisse sollen über einen Leitfaden für die Planung umgesetzt werden.
Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht das Kasseler Becken, das als Wärmeinsel vom Klimawandel besonders betroffen sein wird. Die prognostizierten Temperaturerhöhungen und Hitzewellen wirken sich hier aufgrund des mangelnden Luftaustauschs besonders gravierend aus. Die Stadtplanung ist auf diese Trends bislang noch nicht ausreichend vorbereitet. Gefährdet sind vor allem alte Menschen, deren Anteil in der Bevölkerung in Zukunft stark ansteigen wird.
Die Forscher entwickeln so genannte human-biometeorologische Karten, die den globalen Klimatrend auf die Region Nordhessen projizieren und die Belastung des Menschen durch z. B. Überwärmung darstellen. Das Ziel ist, die Stadtstrukturen in sensiblen Bereichen frühzeitig anzupassen, da die heutige Planung das Stadtbild für die kommenden Jahrzehnte festschreibt. Die Ergebnisse werden von den Partnern in der Regionalplanung, Zweckverband Raum Kassel und der Stadt Kassel in Regionalplan und Flächennutzungsplan berücksichtigt.
Neben der Gesundheitsvorsorge ist das Vorhaben in weitere Zielsetzungen der Region Nordhessen für den Schutz vor Klimawirkungen eingebettet. Es liefert Grundlagen zum Regionalklima, die für die Bereiche Tourismus, Land-, Forst- und Wasserwirtschaft von Bedeutung sind.
Das Fachgebiet Umweltmeteorologie der Universität Kassel
Das Fachgebiet Umweltmeteorologie umfasst die Bereiche Stadt- und Geländeklima mit ihren Auswirkungen auf die Lufthygiene und die Gesundheit des Menschen. Schwerpunkt sind Arbeiten zur Umsetzung der meteorologischen Erkenntnisse in der Stadt- und Regionalplanung. Von Bedeutung sind hierbei die Aspekte Lufthygiene und Schadstoffausbreitung, Temperatur im Stadtklima als gesundheitsrelevanter Stressfaktor und die Erholungsfunktion des Klimas. Die Analysen werden sowohl über stationäre und mobile Messungen, als auch mittels computergestützten Verfahren (Simulationen) durchgeführt.