Projekt A1: Methodische Vermittlungen

Methodische Vermittlungen. Das Verhältnis von Tier und Mensch unter Berücksichtigung der methodischen Zugänge der Tierforschung.

Verantwortlicher: Prof. Dr. Dr. Kristian Köchy
Projektbearbeiterin: Dr. Francesca Michelini

Die bisher von sprachphilosophischer Warte aus geführte Debatte um mentale Fähigkeiten von Tieren wurde durch eine Untersuchung der Methoden, Methodologien und der sie begleitenden Vorstellungen über Tier-Mensch-Verhältnisse erweitert.

Das Vorgehen würdigte die Methodenrelativität einschlägiger Tiervorstellungen und damit verkoppelter Menschenbilder und erkannte die Tierrelativität bestimmter Methodenprogramme an. Das Projekt arbeitete mit der Verhaltensforschung zusammen und liegt im Vorfeld der Ethik.

Bezogen auf die philosophische Debatte um mentale Fähigkeiten von Tieren und der sie befördernden verhaltenswissenschaftlichen Forschungsprogramme lag der Fokus auf den methodischen Zugängen sowie auf den sie rahmenden „Forschungsprogrammen“ (Lakatos), „Denkstilen“ (Fleck), „background knowledges“ (Hacking) oder „epistemischen Tugenden“ (Daston/Galison).

Im Ergebnis lieferte das Projekt A1 zudem eine metatheoretische Fundierung von Projekt D1.

Leitfragen waren: Welche Methoden bestimmen die Forschung zu mentalen Fähigkeiten von Tieren? An welchen Tieren wird wie geforscht? Welches Verständnis von welchen Tieren befördern die Methoden oder welche Vorannahmen über welche Tiere liegen ihnen zugrunde? Welche Wissenschaftsbilder und Ontologien sind relevant?

Ziele waren:

  1. Erfassung und Systematisierung der Methodenprogramme der Tierforschung; Identifizierung von Fallbeispielen und Schlüsseltexten.
  2. Erörterung der Möglichkeiten und Grenzen der Ansätze.
  3. Rekonstruktion der Wirkung von Methoden auf die Bestimmung tierlicher Eigenschaften; Ausweis typischer Modellorganismen, typischer mentaler Fähigkeiten.
  4. Bestimmung der Wissenschaftsideale.
  5. Nachweis der Vorgaben für erlaubte/verbotene methodische Relationen zum Tier sowie der Rückbezüge auf den Menschen.
  6. Erörterung der ethischen Relevanz der Ergebnisse.