Ziele des Schwerpunktes

Prof. Rita Borromeo Ferri mit Schülerinnen des Lichtenberg Gymnasiums Kassel

Einer weit verbreiteten Annahme zufolge ist Lernen dann besonders erfolgreich, wenn es uns leicht fällt. Zahlreiche kognitionspsychologische Untersuchungen konnten jedoch zeigen, dass der Lernerfolg größer und nachhaltiger ist, wenn Lernprozesse gezielt erschwert werden. In einem neuen durch das Land Hessen geförderten LOEWE-Schwerpunkt an der Universität Kassel untersuchen wir in einem Team von Wissenschaftler(inne)n aus Psychologie und Erziehungswissenschaften die Rolle dieser sogenannten wünschenswerten Erschwernisse beim Lernen.

Wünschenswerte Erschwernisse sind didaktische Maßnahmen, die das Lernen subjektiv erschweren, aber objektiv zu einem besseren und nachhaltigeren Lernerfolg führen. Dazu gehört unter anderem (1) die Verteilung der Lerninhalte auf mehrere Lerneinheiten (Verteiltes Lernen), (2) die abwechselnde Bearbeitung unterschiedlicher Themen beim Lernen (Verschachteltes Lernen), (3) das eigenständige Generieren neuer Informationen (Generierungseffekt) und (4) das Abrufen gelernter Inhalte in Testsituationen (Testungseffekt).

Im LOEWE-Forschungsschwerpunkt Wünschenswerte Erschwernisse beim Lernen wird am Beispiel mathematisch-naturwissenschaftlicher Lerninhalte untersucht, welche kognitiven Mechanismen und Entwicklungsvoraussetzungen der Wirksamkeit solcher Lernerschwernisse zugrunde liegen und wie diese nutzbringend im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht eingesetzt werden können, um Lernprozesse effektiver und nachhaltiger zu gestalten. Insgesamt widmen sich in dem 3-jährigen Förderzeitraum sieben Teilprojekte der Umsetzung dieser Ziele.