Ausführliche Chronik der Universität Kassel

2016

Das bundesweite Hochschulnetzwerk „Bildung durch Verantwortung“ mit Sitz an der Universität Kassel hat jetzt zwei festangestellte Mitarbeiter. Das soll u. a. die Verbreitung des Formats „Service Learning“ in Deutschland weiter vorantreiben.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier spricht im Februar an der Uni Kassel. Anlass ist die Vorlesung „Politisches System der Bundesrepublik Deutschland“ des Kasseler Politikwissenschaftlers Prof. Dr. Wolfgang Schroeder.

Mehr als 2000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nehmen im März am Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) teil und setzen sich mit den Schwerpunktthemen Integration von Flüchtlingen und Bildung im digitalen Zeitalter auseinander.

Der Kasseler Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Andreas Gardt wird als erster Nicht-Göttinger neuer Präsident der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Mehr Platz für die Ingenieurwissenschaften: Das Gebäude Ingenieurwissenschaften III ist um ein Teil-Geschoss aufgestockt worden.

Erfreuliches Ergebnis des CHE-Rankings: Die Universität Kassel ist bester Studienort für Bauingenieurwesen.

Im Mai wird ein neues Multifunktionsgebäude an der Fulda eingeweiht. In diesem ist neben Platz für Boote auch Raum für Seminare.

Das Campusfest wird im Juli zum ersten Mal als Tag der offenen Tür gefeiert. Mehr als 1500 Besucher erleben Wissenschaft zum Anfassen. Das Programm reicht von wissenschaftlichen Vorträgen über Führungen und Mitmachaktionen bis hin zu Musik, Sport und Theater.

Erstmals sind über 25.000 Studierende zum Wintersemester an der Universität Kassel eingeschrieben. Auch die Zahl der internationalen Studierenden ist mit über 3.000 so hoch wie nie.

Ende November werden zwei neue Gebäude auf dem Campus Holländischer Platz eingeweiht: zum einen das „LEO – Lernort“ für selbstorganisiertes Lernen, zum anderen der Neubau für den Fachbereich Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung, der schon seit einigen Monaten in Betrieb ist.

Anfang Dezember wird das Gießtechnikum der Uni Kassel am Standort Baunatal eingeweiht. Es vereint zwei großdimensionale Gießzellen und weitere Ausstattung.

Prof. Dr. Wilfried Müller wird Vorsitzender des Hochschulrats der Universität.

 

2015
Die Universität Kassel eröffnet ein Zentrum für unternehmerisches Denken und Handeln. Das Zentrum ist Teil der Profilierung als herausragende Gründeruniversität. 

Prof. Dr. Reiner Finkeldey wird am 28. Januar zum neuen Präsidenten der Universität Kassel gewählt.

Die Stadt Kassel, das Land Hessen und die Universität Kassel eröffnen den Science Park auf dem Campus der Universität. Auch das Campus Center wird offiziell eingeweiht. Damit endet die jahrelange Raumnot der Universität Kassel.

Das Präsidium beschließt das Baustrukturkonzept 2015-2025 und trifft damit weitreichende Festlegungen zur baulichen Entwicklung der Universität.

Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep wird als langjähriger Universitätspräsident offiziell verabschiedet. Seine Präsidentschaft wird als „Erfolgsgeschichte“ bezeichnet.

 Prof. Dr. Reiner Finkeldey ist neuer Präsident der Universität Kassel. Mit ihm neu im Präsidium der Universität Kassel sind Kanzler Dr. Oliver Fromm sowie Vizepräsidentin Prof. Dr. Ute Clement und Vizepräsident Prof. Dr. Arno Ehresmann.

Die Universität Kassel erhält im Rahmen der zweiten Phase des „Qualitätspakts Lehre“ (2017 bis 2020) eine millionenschwere Förderung, um die Bedingungen für ihre Studierenden weiter auf hohem Niveau zu halten.

An der Universität Kassel sind im Wintersemester 2015/2016 genau 24.385 Studierende eingeschrieben, so viele wie noch nie.

Die Universität Kassel schreibt weiter an ihrer Erfolgsgeschichte als Ideenuniversität und Gründerhochschule. Das Bundeswirtschaftsministerium verlängert die Förderung im Rahmen seines „EXIST“-Programms um zwei Jahre.

 

 

2014
Prof. Dr. Andreas Hänlein wird am 15. Januar als Vizepräsident der Universität Kassel wiedergewählt.

Im Mai richtet die Universität zum dritten Mal die Deutschen Hochschul-Meisterschaften in der Leichtathletik aus. 

Am 26. Juni feiert das Center for Environmental Systems Research (CESR) der Universität Kassel sein 20-jähriges Bestehen. Das Jubiläum wird mit einem Fachsymposium zum Thema „Nachhaltigkeitsziele für einen nachhaltigen Planeten“ begangen. 

Das Land Hessen fördert zwei neue LOEWE-Schwerpunkte an der Universität Kassel mit insgesamt rund 6,3 Mio. Euro: das Projekt „Wünschenswerte Erschwernisse beim Lernen“ und das Projekt „Safer Materials“. 

Die Universität Kassel legt mit gemeinsamen Forschungsprojekten den Grundstein für eine strategische Partnerschaft mit argentinischen Hochschulen. Als Startschuss findet vom 30. Juni bis zum 3. Juli in Kassel eine Konferenz statt, auf der rund 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Kassel und Argentinien gemeinsame Projekte in fünf Forschungsclustern anbahnen.

Die Universität Kassel ruft mit einem „Weg der Erinnerung“ die industrielle Vorgeschichte ihres Haupt-Campus am Holländischen Platz in Erinnerung. Der Parcours hält so auch die Geschichte des Geländes im Dritten Reich und damit des Rüstungsunternehmens Henschel lebendig. 

Im Wintersemester sind 23.696 Studierende immatrikuliert, wiederum ein Höchststand.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst verlängert die Förderung des ICDD um fünf Jahre. Das globale Netzwerk mit Sitz an der Uni Kassel kann damit seine Forschung zu menschenwürdiger Arbeit fortsetzen.

2013
Mit ihrem Konzept zur Förderung von Unternehmerkultur siegt die Universität im Wettbewerb „EXIST“ des Bundes. Die Universität erhält das Prädikat „Gründerhochschule“ und eine millionenschwere Förderung.

Drei neue Stiftungsprofessuren werden eingerichtet: Die Professur „Strategisches Management mit besonderem Schwerpunkt im Bereich der dezentralen Energiewirtschaft“, die Juniorprofessur „Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt dezentrale Energiewirtschaft“ und die Juniorprofessur „Psychologie unternehmerischen Handelns“.

Aus Mitteln des Hochschulpaktes 2020 erhält die Universität Kassel zusätzlich 29,5 Mio. Euro. Das Geld fließt unter anderem in ein Bauprogramm und in zusätzliches Lehrpersonal.

Die Uni wächst weiter: Der Neubau des Instituts für Sport und Sportwissenschaft an der Damaschkestraße wird eingeweiht. Auf dem Campus Nord entsteht der Science Park Kassel, ein Projekt von Uni, Stadt und Land. In dem neuen Innovations- und Gründungszentrum werden alle gründungsbezogenen Aktivitäten der Universität zusammengefasst. Im Dezember schließlich wird Richtfest des Hörsaal Campus Center gefeiert.

Die Universität beteiligt sich jeweils mit einem umfangreichen Programm am Hessentag und an der 1100-Jahr-Feier der Stadt Kassel.

Zu Geschichte und Bedeutung der documenta wird zum Wintersemester eine Gastprofessur eingerichtet und mit Dr. Dorothea von Hantelmann besetzt.

Eine Befragung bescheinigt der Universität, dass sie in den vergangenen sechs Jahren ihr Ansehen in der Bevölkerung deutlich verbessert hat.

Das Land Hessen bewilligt die LOEWE-Schwerpunkte „Always Online?“ und „Mensch – Tier – Gesellschaft“. Damit ist die Uni Kassel nun an sechs Schwerpunkt-Projekten dieses Spitzenforschungsförderung-Programms (z.T. federführend) beteiligt. 

Der Kunsthochschulrat wählt Prof. Joel Baumann einstimmig zum neuen Rektor der Kunsthochschule.

Zum Wintersemester verzeichnet die Universität Kassel rund 22.900 Studierende, so viele wie nie zuvor.

Nach ausführlicher Diskussion beschließt der Senat eine Neufassung der Teilgrundordnung der Hochschule. Sie enthält nun eine Selbstverpflichtung auf friedliche Ziele und eine Ausrichtung an zivilen Zwecken in Forschung, Entwicklung, Lehre und Studium.

2012
Die Universität Kassel wird als Hessens beste Hochschule für Existenzgründer ausgezeichnet, wie ein bundesweiter Vergleich von 63 Universitäten durch Forscher der Ludwig-Maximilian-Universität München ermittelt.

Prof. Dr.-Ing. Werner Kleinkauf wird im Rahmen des Universitätstages zum Ehrensenator der Universität Kassel  ernannt.

Der Erweiterte Senat der Universität Kassel bestätigt Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep im Amt. Die neue Amtszeit beginnt am 1. September 2012.

Die Universität Kassel wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 11,3 Millionen Euro für Projekte im Rahmen des Qualitätspakts Lehre gefördert. Die erste Förderphase läuft bis 2016. In diesem Rahmen sollen neue Beratungs- und Unterstützungsangebote für Studierende, eine bessere didaktische Vermittlung des Lernstoffs und ein konsequentes Qualitätsmanagement zu mehr Studienerfolg beitragen.

Für eine Erweiterung des Instituts für Sport und Sportwissenschaften wird der Grundstein gelegt. Der rund 4,5 Mio. Euro teure Anbau soll im Frühjahr 2013 eröffnet werden.

Die Universitätsvizepräsidenten Prof. Dr. Claudia Brinker-von der Heyde und Prof. Dr.-Ing. Martin Lawerenz werden für drei weitere Jahre im Amt bestätigt. Die Amtsperiode beginnt am 1. Oktober 2012.

Mit einer Reihe von Projekten ist die Universität Kassel in die dOCUMENTA (13) involviert. Künstler und Wissenschaftler setzen sich dabei gemeinsam mit Zukunftsfragen zu Ernährung und Lebensstilen und der Verantwortung gegenüber Gemeingütern auseinander. Beteiligt sind der Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften, der Fachbereich Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung sowie der Fachbereich Humanwissenschaften, u.a. in den Projekten ‚AndAndAnd‘ und ‚Commoning in Kassel‘. Der Rektor der Kasseler Kunsthochschule, Prof. Christian Philipp Müller, ist mit einem Kunstwerk, der ‚Mangoldfähre‘, an der dOCUMENTA (13) beteiligt.

Der Erweiterungsbau der Zentralmensa kann eröffnet werden. Mit dem Erweiterungsbau für rund 12,4 Mio. Euro können nun bis zu 4.700 Essen täglich ausgegeben werden. Es gibt in dem neuen Anbau 433 zusätzliche Sitzplätze.

Der Grundstein für das neue Hörsaal- und Campuscenter wird im Juli gelegt. Der 32 Mio. Euro teure Neubau soll 2014 fertiggestellt sein.

Unter dem Titel ‚Märchen und Moderne – 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm‘ findet im Dezember ein internationaler Kongress zu Leben und Werk der Brüder Grimm in Kassel unter Leitung von Prof. Dr. Claudia Brinker-von der Heyde und Prof. Dr. Holger Ehrhardt statt.

Prof. Dr. Wilfried Müller wird als neuntes Mitglied in den Hochschulrat bestellt. Müller war zuvor langjähriger Rektor der Universität Bremen.

Die Universität Kassel hat erstmals mehr als 22.000 Studierende, exakt 22.211.

2011
Die Universität  feiert ihr 40jähriges Bestehen mit Veranstaltungen wie einem Campusfest, mit einem 40-Jahr-Buch, einer online-Veröffentlichung  „40 Jahre ff.“ und einer Jubliäumsstraßenbahn. Eine Studie zur regionalökonomischen Wirkung beziffert den direkten und indirekten Arbeitsplatzeffekt der Universität Kassel auf rund 15.000 Jobs.

Mit über 21.500 Studentinnen und Studenten verzeichnet die Kasseler Uni  eine neue absolute Höchstzahl an Studierenden. Der Ausbau des Campus wird vorbereitet und der Neubau des  Hörsaal- und Campuscenters sowie die Erweiterung der Zentralmensa begonnen. Der Grundstein für das Schülerforschungszentrum Nordhessen wird gelegt. Mit dem Solar World Congress findet  der weltgrößte Wissenschaftskongress im Bereich der Solarenergie und –architektur unter Leitung des Fachgebiets Solar- und Anlagentechnik statt.

Die Kasseler Stiftungsprofessur Brüder-Grimm, die bundesweit  erste Professur zum Leben und Wirken der Brüder Grimm, wird eingerichtet und der Germanist Dr. Holger Ehrhardt darauf berufen.

Als Nachfolger von Prof. Dr. Alexander Roßnagel  im Amt des Vizepräsidenten wird Prof. Dr. Andreas Hänlein gewählt.

Die 2000er Jahre: Neue Steuerungsmodelle und Forschungsorientierung

2010: Die Indikatoren stehen auf Erfolg
Mit 20.643 Studierenden zum Wintersemester 2010/11 wird erstmals die Zahl von 20.000 Studentinnen und Studenten überschritten. Alle Studiengänge (Ausnahme: Lehrämter) sind im Zuge des Bologna-Prozesses erfolgreich umgestellt und akkreditiert worden; ein grundständiger Studiengang Psychologie (Bachelor) beginnt. Die Neubauten für Sprach- und Literaturwissenschaften (Kurt-Wolters-Straße 5) und für das Institut für Musik (Mönchebergstraße 1) werden eröffnet. Der Architekturwettbewerb für das Science Park Center wird entschieden, der Bau soll 2012 bezugsfertig sein. Die Uni Kassel erwirbt die Kasseler Gebäude der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen Wilhelmshöher Allee 47 sowie Pfannkuchstraße 1 als Drittmittel- Flächen. Das Drittmittelvolumen beträgt erstmals mehr als 40 Millionen Euro. Das International Center for Development and Decent Work (ICDD) und das Graduiertenkolleg Göttingen-Kassel "Dynamiken von Raum und Geschlecht" werden eröffnet. Eine Stiftungsjuniorprofessur zum Thema "Werk und Wirkung der Brüder Grimm" eingerichtet und nimmt im Februar 2012 ihre Tätigkeit auf. Bereits zum sechsten Mal wird die Universität Kassel für eines ihrer Projekte zum "Ort im Land der Ideen" ausgewählt: 2006 Hessen SolarCup, 2007 Gärtnerplatzbrücke über die Fulda sowie Ausrichtung des Science-Bridge-Schülerkongresses, 2009 das Mikrospiegelsystem "Smarte Spiegel" sowie die aktive Kopfstütze und 2010 die künstliche Arbeitshand. Der Hochschulrat der Universität Kassel wird entsprechend dem neuen Hessischen Hochschulgesetz in erweiterter Zusammensetzung berufen. Dazu gehören erstmals Prof. Dr. Eva Barlösius, Prof. Dr. Marcus Hasselhorn, Prof. Dr. Doris Lemmermöhle, Prof. Dr.-Ing. Werner Neubauer, Prof. Wilfried Wang, Dipl.-Ing. Günther Cramer (SMA), Hans Eichel und Prof. Dr. Georg Teutsch. Der Kasseler Hochschulbund (KHB) benennt sich um in Universitätsgesellschaft Kassel e.V. Die Freundesgesellschaft nimmt damit die dynamische Entwicklung der Hochschule von der Gesamthochschule zur Universität Kassel in ihren Namen sichtbar auf. Anlässlich des 425. Geburtstag von Heinrich Schütz zeigt die Universitätsbibliothek ihre Sammlung von Werken. Weltweit hat keine Bibliothek vergleichbare Bestände an handgeschriebenen Noten, Textbüchern und Erstdrucken des bedeutenden Komponisten.

2009
Die nach Abschaffung der Studienbeiträge durch das Land Hessen zugesagten QSL-Mittel in Höhe von rund 12,6 Mio. Euro im Jahr können Qualitätsverbesserungen in Studium und Lehre bewirken. Vier der fünf hessischen Hochschulpreise für Exzellenz in der Lehre gehen an Projekte aus der Universität Kassel und ihrer Kunsthochschule. Besonders erfolgreich setzen sich Forschungsverbünde bei der Einwerbung von Drittmitteln durch; so im Hessischen Programm "Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz" mit dem VENUS-Projekt. Weitere herausragende Erfolge erzielt die DFG-Forschergruppe Biochemistry and biological function of Dnmt2 metyltransferases sowie das International Centre for Development and Decent Work (ICDD). Die Allianz zwischen der Universität Kassel und der Fraunhofer Gesellschaft hat sich in dem Kooperationsvertrag zur Überleitung des Instituts für Solare Energieversorgungstechnik (ISET) in das neu gegründete Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) mit Sitz in Kassel und Bremerhaven realisiert. Das Präsidium der Universität Kassel wird nach Ausscheiden von Prof. Dr.-Ing. Uwe Köhler ab 1. Oktober 2009 nun erstmals mit drei Vizepräsidenten gebildet: Prof. Dr. Claudia Brinker-von der Heyde und Prof. Dr.-Ing. Martin Lawerenz werden neu gewählt, Prof. Dr. Alexander Roßnagel ist seit 2003 im Amt. Anneliese Hartleb wird mit der Ehrenbürgerschaft der Universität, Dr. Walter Giesler und Diplom-Volkswirt Nikolaus Schuchardt werden mit der Universitätsmedaille ausgezeichnet. Die Kasseler Studierenden schließen sich ab Herbst bundesweiten Streiks zur Verbesserung der Studiensituation und zum Abbau von Prüfungsdruck in den Bachelor-Studiengängen an.

2008
Der neu gewählte Hessische Landtag schafft am 17. Juni die Studiengebühren wieder ab und sagt den Hochschulen einen entsprechenden Finanzierungsausgleich aus dem Landeshaushalt zu. Im Wintersemester 2008/09 verzeichnet die Universität Kassel mit über 4.600 Erstsemestern eine Rekordzahl bei ihren Studienanfängern. Fachübergreifende Graduiertenzentren in Gesellschaftswissenschaften und in der Umweltforschung bündeln Master-Studiengänge für diese Themenbereiche. Mit der Einrichtung von Graduierten- und Promotionskollegs entwickelt die Universität ein stärkendes Umfeld für Promotionen, deren Zahl stark steigt. Mit der Eröffnung des Anwendungszentrums Metallformgebung (METAKUS) in Baunatal baut die Universität ihre Transferstruktur gemeinsam mit der Wirtschaft weiter aus. Dipl.-Ing. Günther Cramer, Vorstand der SMA Technologie AG, wird zum Ehrenbürger der Universität ernannt und in den Hochschulrat berufen. Dr. Robert Kuhn wird zum Kanzler der Universität ernannt. Dipl.-Ing. Gerhard Fenge wird mit der Universitätsmedaille ausgezeichnet.

2007 
Von der Hessischen Landesregierung werden zum Wintersemester 2007/08 erstmals generelle Studiengebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester eingeführt. Die Universität Kassel, die sich gegen diese Form der Hochschulfinanzierung gewandt hat, verspricht, die zusätzlichen Einnahmen für eine transparente Verbesserung der Studienbedingungen einzusetzen. Die Landesregierung sagt zu, die Universität Kassel mit dem Hochschulbauprogramm HEUREKA als Campus-Universität am Holländischen Platz weiterzuentwickeln und zu konzentrieren. Der bisherige Standort für die Naturwissenschaften an der Heinrich-Plett-Straße soll aufgegeben werden. Mit der generellen Umstellung auf eine konsekutive Studiengangsstruktur im Zuge des europäischen Bologna-Prozesses verliert die Universität Kassel zugleich ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal in der deutschen Hochschullandschaft. Mit über 31 Mio. Euro Einnahmen hat zum Ende des Jahres 2007 die Drittmittelentwicklung einen neuen Höhepunkt erreicht. Prof. Dr.-Ing. Uwe Köhler wird Vizepräsident. Klaus Tümmler und Dipl.-Ing. Heinz-Gert Lemke werden mit der Universitätsmedaille ausgezeichnet. Dipl.-Ing. Herbert Theodor Pfeiffer wird Ehrensenator.

2006
Am 15. Februar wird Präsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep für eine weitere sechsjährige Amtsperiode wiedergewählt. Die Universitäten Kassel und Paderborn besiegeln in einem Kooperationsvertrag die weitere Zusammenarbeit in der Hochschulregion "Deutschland Mitte". Die Forschungen des Fachgebiets Umformtechnik im Fachbereich Maschinenbau bilden den Kern des ersten von der DFG bewilligten Sonderforschungsbereichs an der Uni Kassel. Staatsminister a. D. Hans Krollmann und der Unternehmer Heinz Fehr werden Ehrenbürger der Universität.

2005
Die Universität Kassel verabschiedet den "Entwicklungsplan 2005" mit dem Ziel, ihre Forschungsleistungen weiter zu verstärken und sich als Forschungsuniversität zu etablieren. Auf dem Gebiet der Umweltthemen präsentiert sie sich mit 20 Studiengängen und über 200 Lehrveranstaltungen pro Semester, mit fast 70 einschlägigen Professuren und etwa 320 weiteren Wissenschaftlern als eine der führenden Universitäten in Deutschland und Europa. Sie stärkt diese Position durch Allianzen mit dem Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. In der Hochschulregion "Deutschland Mitte" geht die Kasseler Universität strategische länderübergreifende Kooperationen mit der Universität Göttingen und der Fachhochschule Fulda (heute Hochschule Fulda) ein, die zur Entwicklung gemeinsamer Studienangebote und der gemeinsamen Besetzung von Professuren führen. Prof. Dr. Ekkehard Frieling wird Vizepräsident. Hans Eichel, Oberbürgermeister der Stadt Kassel a.D., Ministerpräsident des Landes Hessen a.D., Bundesminister der Finanzen a.D., Mitglied des Bundestags wird Ehrensenator der Universität Kassel.

2004
Die Universität beschließt ein neues Leitbild, das auf ihre inhaltliche Kompetenz in Sachen Natur, Technik, Kunst und Gesellschaft abhebt. Die Kasseler Hochschule wird von der Landesregierung mit der Koordinierung des NanoNetzwerks Hessen beauftragt, einem Verbund aller hessischen Hochschulen zur Weiterentwicklung der Nanotechnologie. Staatsminister a. D. Alfred Schmidt wird Ehrenbürger der Universität Kassel.

2003
Die innere Neugliederung der Universität Kassel zur Bildung größerer und handlungsfähigerer Fachbereiche geht weiter. Die Kasseler Hochschule setzt die Modernisierung und Internationalisierung ihres Studienangebots mit der Einführung neuer Studiengange in Nanostrukturwissenschaften, in Mechatronik und in Global Political Economy fort. Der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen wird um die beiden neuen Schwerpunkte Umwelttechnik und Elektrotechnik erweitert. Die Landesregierung führt gegen den Widerstand der Hochschulen Studiengebühren für so genannte Langzeitstudierende ein. Prof. Dr. Alexander Rossnagel und Prof. Dr.-Ing. Berthold Scholtes werden Vizepräsidenten. Klaus Dieter Trayser wird Ehrenbürger der Universität Kassel.

2002
Die Universität feiert am 15. Februar – 30 Jahre nach Gründung der Hochschule – ihren ersten Universitätstag. Ab diesem Tag verzichtet sie auf die Bezeichnung "Gesamthochschule" und ändert entsprechend einem Beschluss des Senats vom 16. Januar ihren Namen in "Universität Kassel". Der Senat bringt zugleich zum Ausdruck, dass die Kasseler Universität an ihrem Profil als innovative Reform-Universität festhalten und ihre erfolgreiche Reformarbeit fortsetzen wird. Ein neues Wissenschaftliches Zentrum wird eröffnet: Das Centre for Interdisciplinary Nanostructure Science and Technology (CINSaT), in dem Biologen, Chemiker, Physiker, Bauingenieure und Elektrotechniker zusammenarbeiten. Zwischen den hessischen Hochschulen und dem Land Hessen wird ein "Hochschulpakt" bis zum Jahr 2005 abgeschlossen. Mit dem Ankauf des ehemaligen Gottschalk-Industriegeländes wird die Option eröffnet, die Universität Kassel weiter auf dem Campus am Holländischen Platz zu konzentrieren. Traudl Herrhausen (MdL a.D.) wird Ehrenbürgerin der Universität Kassel.

2001
Nach den Wahlen konstituieren sich die neuen Selbstverwaltungsorgane der Universität: das Präsidium (Präsident, Vizepräsidenten, Kanzler), der Senat und das erweiterte Präsidium (mit allen Dekanen) sowie der Hochschulrat mit externen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Berufswelt, Wissenschaft und Kunst. Prof. Dr.-Ing. Heinz Theuerkauf und Prof. Dr. Friedrich Ortmann werden Vizepräsidenten.

2000
Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep wird zum neuen GhK-Präsidenten gewählt und tritt sein Amt am 1. September an. Der Kunsthochschulrat wählt mit Dr. Karin Stempel die erste Rektorin der Kunsthochschule. Die Universität erhält – auch dank der Hilfe des Kasseler Hochschulbunds und vieler privater Sponsoren – ihr neues Gästehaus, das als "International House" zugleich die Aufgaben eines interkulturellen Begegnungszentrums übernimmt. Staatsekretär a.D., Regierungspräsident a. D. Dr. Burghard Vilmar wird Ehrenbürger. Die Universitätsmedaille erhält Sparkassendirektor a.D. Willi Becker.

Die 1990er Jahre: Konzentration, Forschungsorientierung, Internationalisierung

1999
Der Konvent macht mit der Experimentierklausel des neuen HHG den Weg für die Einrichtung der Kunsthochschule Kassel in der GhK frei. GhK-Prasident Prof. Dr. Hans Brinckmann wird am 25. Juni verabschiedet: Nach zehnjahriger Amtszeit kehrt er in Forschung und Lehre zurück. Die Universitätsmedaille erhält Dipl.-Kfm. Dieter Beuermann, Geschäftsführer des Studentenwerks Kassel a.D.. Anneliese Hartleb, ehemalige Geschäftsführerin der Kasseler Goethe-Gesellschaft, wird mit der Universitätsmedaille ausgezeichnet.

1998
Die drei künstlerischen Fachbereiche Visuelle Kommunikation, Kunst und Produkt-Design schließen sich zusammen und bilden einen gemeinsamen "Kunsthochschulrat". Die Universität übernimmt die Hessische Staatsdomäne Frankenhausen bei Grebenstein, Landkreis Kassel, als Versuchs- und Demonstrationsprojekt für die ökologische Landwirtschaft und nachhaltige Regionalentwicklung.

1997
Zum zweiten Mal geht der "Oscar" an Studenten der GhK: Thomas Stellmachs und Tyron Montgomerys Film "Quest" wird in Hollywood mit dem "Oscar" für Trickfilm ausgezeichnet. Prof. Heide Andres-Müller wir zur Vizepräsidentin der Universität gewählt.

1996
Mit der Einweihung des Erweiterungsbaus Elektrotechnik und den Institutsneubauten für Biologie und Chemie wird 1996/97 der Bau der Universität nach den Planungsvorgaben des Wissenschaftsrats von 1983 abgeschlossen. Die Entwicklungsplanung "GhK 2002" wird unter der Devise "Zukunft durch Konzentration" fortgeschrieben. Das vierte Graduiertenkolleg wird eröffnet. Die GhK beteiligt sich an der Einrichtung des Gründerzentrums Kassel. Die GhK feiert ihr 25-jahriges Bestehen unter dem Motto "Vision und Re-Vision". Knapp 30.000 Absolventen haben seit der Gründung der GhK ihr Studium erfolgreich abgeschlossen.

1995
Es sind rund 18.200 Studierende eingeschrieben. Präsident Prof. Dr. Hans Brinckmann wird wiedergewählt, Prof. Dr. Regine Gildemeister und Prof. Dr. Herbert Haf werden zu Vizepräsidenten gewählt. Der Technikneubau III/2 wird eingeweiht. Damit erhalten die Fachbereiche Bauingenieurwesen und Maschinenbau moderne Forschungs- und Lehrbedingungen. Die GhK legt ihren ersten Lehr- und Studienbericht vor.

1993
Der Konvent beschließt den Namen "Universität Gesamthochschule Kassel", kurz GhK: als Zeichen der Profilbildung als Universität in internationalen Wissenschaftskontakten und zugleich als Bekenntnis zum Innovationsgedanken der Gesamthochschule. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) nimmt die GhK als Mitglied auf. Prof. Dr. Georg Wannagat, Präsident des Bundessozialgerichts a. D., erhält die Ehrensenatorwürde. Die Fachbereiche Landwirtschaft und Internationale Agrarwissenschaft in Witzenhausen vereinigen sich zum Fachbereich "Landwirtschaft; Internationale Agrarwirtschaft und ökologische Umweltsicherung". Die Stiftungs-Professuren Nutztierethologie (Schweisfurth-Stiftung) und Kunststoff- und Recyclingtechnik (Nordhessische Wirtschaft) werden eingerichtet.

1991
Der Zustrom an die GhK hält unverändert an: über 16.000 Studierende sind inzwischen eingeschrieben; die Überbelegung wächst auf mehr als 200 Prozent. Die Universität fordert in ihrem neuen Entwicklungskonzept "GhK 2002", die Zielzahl ihres Ausbaus von 9.000 Studienplatzen auf 12.000 zu erhöhen. Die "20 Jahre junge GhK" feiert mit der Region und ihren 18 ausländischen Partner-Universitäten. Dr. Gabriele Gorzka wird Vizepräsidentin, Prof. Dr. Burkhard Fricke Vizepräsident. Der sozialwissenschaftliche Diplom-Studiengang "Arbeit und Technik" wird eingeführt. Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun, Vorstandsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG, Präsident der Industrie- und Handelskammer Kassel, wird Ehrensenator der GhK.

1990
Der erste Deutsch-Sowjetische Hochschulkongress wird an der GhK ausgerichtet. Erstmals geht der "Oscar" für Trickfilm an einen deutschen Filmemacher, den GhK-Studenten Christoph Lauenstein und seinen Bruder Wolfgang für den Film "Balance". Für ein neues Hörsaal- und Laborgebäude in Witzenhausen wird der Grundstein gelegt. Es wird 1993 bezogen.


Die 1980er Jahre: Entwicklungsjahre

1989
Prof. Dr. Hans Brinckmann folgt Prof. Dr. Franz Neumann im Amt des Präsidenten. Die GhK verstärkt mit dem Abschluss weiterer Partnerschaftsverträge ihre Bemühungen um die Internationalisierung der Universität. Dr. Hans Gädeke wird zum Kanzler ernannt.

1988
Die neu errichtete Mensa am Holländischen Platz wird eröffnet. In ihr können bis zu 2.400 Essen pro Tag ausgegeben werden. Die neue GhK-Bibliothek, größtes Gebäude im Zentrum des Campus, wird in Betrieb genommen.

1987
Die GhK mahnt wiederholt die Beschleunigung ihres Ausbaus mit Personal, Infrastruktur und Gebäuden an. Das dritte Wissenschaftliche Zentrum "Mensch – Umwelt – Technik", heute "Centre for Environmental Systems Research", nimmt seine Arbeit auf. Prof. Dr.-Ing. Ayla Neusel wird Vizepräsidentin.

1986
Der Diplom-Studiengang Biologie wird eingeführt. Die Zielzahl des Ausbaukonzeptes von 9.000 ist mit 9.461 Studierenden bereits überschritten. Kultusminister a. D. Prof. Dr. Ludwig von Friedeburg und der Direktor a. D. des Daimler-Benz-Werks Kassel, Dipl.-Ing. Helmut Karpinski, erhalten die Ehrensenatorwürde.

1985
Mit der Fertigstellung der neuen Hörsaalzentren, Wohnheime und des Gebäudekomplexes Wirtschafts- und Sozialwissenschaften kann der neue Campus am Holländischen Platz bezogen werden. An der GhK wird erstmals die Ehrendoktorwürde verliehen.

1984
Diplomstudiengänge in Chemie, Berufspädagogik, Produktdesign und mehrere Weiterbildungsstudiengänge werden eingeführt. In den Geistes- und Sozialwissenschaften werden Magisterstudiengänge eingeführt. Oberbürgermeister a. D. Dr. Karl Branner wird erster Ehrensenator der GhK.

1983
Der Wissenschaftsrat schreibt die Ausbauplanung für 9.000 Studienplatze an der GhK fort und bestätigt das Modell gestufter Studiengänge. Prof. Rainer Meyfahrt wird Vizepräsident.

1982/83
Mit dem Gebäude Technik I/II für Bauingenieurwesen und Maschinenbau wird der erste Neubau am Holländischen Platz wird bezogen. Gemeinsam mit der Stadt Kassel wird die neue Groß-Sporthalle am Aue-Stadion gebaut.

1981
Prof. Dr. Franz Neumann wird neuer Präsident, Prof. Dr. Ulrich Teichler wird Vizepräsident. Die GhK feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Sie zählt jetzt 7.612 Studierende.

1980
Präsident Prof. Dr. Ernst-Ulrich von Weizsäcker scheidet aus dem Amt des GhK-Präsidenten. Prof. Dr. Michael Daxner wird zum Nachfolger gewählt, aber vom Kultusminister abgelehnt. Mit der Einrichtung des Integrierten Diplomstudiengangs Elektrotechnik wird der letzte Fachhochschulstudiengang abgelöst.


Gründungs- und Aufbaujahre: 1969 bis 1979

1979
In Witzenhausen beginnt der Integrierte Diplomstudiengang Agrarwissenschaft. Der erste Forschungsbericht der GhK wird vorgelegt.

1978
Der integrierte Diplom-Studiengang in Wirtschaftswissenschaften tritt an die Stelle des bisherigen Fachhochschulstudiengangs. Das Wissenschaftliche Zentrum für Berufs- und Hochschulforschung und das Wissenschaftliche Zentrum für Psychoanalyse, Psychotherapie und psychosoziale Hygiene werden als interdisziplinäre Forschungseinheiten gegründet. Der Landtag verabschiedet das Hessische Hochschulgesetz und das Hessische Universitätsgesetz: Die GhK wird neben der TU Darmstadt, der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt, der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Philipps-Universität Marburg fünfte hessische Universität. Sie gliedert sich nun in 20 Fachbereiche. Am Holländischen Platz sind die ersten ehemaligen Henschelgebäude für die GhK umgenutzt. Der Neubau Technik I/II an der Mönchebergstraße 7 wird begonnen. Der Ausbauschwerpunkt der Universität verlagert sich auf die Technik- und Naturwissenschaften.

1977/78
Die GhK richtet sechs Interdisziplinäre Forschungsgruppen ein. Fertigstellung des AVZ III in Oberzwehren.

1976
Der Bundestag gibt im Hochschulrahmengesetz die Gesamthochschule als bundesweites Entwicklungsziel vor; es wird aber nicht realisiert. Das AVZ in Oberzwehren wird um einen zweiten Block erweitert. Dr. Hubert Sauer wird als Nachfolger Abels Kanzler der Gesamthochschule.

1975
Prof. Dr. Ernst-Ulrich von Weizsäcker wird neuer Gründungspräsident. Die Ablösung überkommener Studienangebote wird mit der Einführung Integrierter Diplom-Studiengänge in Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung fortgesetzt.

1974
Der erste "Integrierte Diplom-Studiengang" nach dem "Kasseler Modell" gestufter Studienangebote wird im Sozialwesen eingerichtet. Das ehemalige Henschel-Gelände am Holländischen Platz wird erworben: Hier soll das zentrale, neue Hochschulquartier der GhK entstehen.

1973
In der Physik und der Mathematik werden Diplom-Studiengange eingerichtet. Erste Aufbau-, Ergänzungs- und Kontaktstudiengänge werden angeboten.

1972
Die "Projektgruppe Gesamthochschule Kassel" wird als Planungsgruppe in die GhK-Verwaltung eingegliedert. Dr. Vera Rüdiger wird durch die Landesregierung zur Gründungspräsidentin ernannt, die GhK in die Westdeutsche Rektorenkonferenz aufgenommen. RA Horst Abels wird Verwaltungsleiter, ab 1973 Kanzler.

1971
Eröffnung des Lehrbetriebs der Gesamthochschule Kassel (GhK) am 26. Oktober für 2.913 Studierende zum Wintersemester 1971/72. Die Hochschule für bildende Künste (HbK), die Ingenieurschulen in Kassel und Witzenhausen, die Höhere Wirtschaftsfachschule (HWF) und die pädagogischen und sozialpädagogischen Ausbildungsstätten werden in die neue Hochschule eingegliedert, ihre Studienangebote vorläufig weitergeführt. Der Schwerpunkt der universitären Entwicklung im kurzfristig errichteten "Aufbau- und Verfügungszentrum" (AVZ) an der Heinrich-Plett-Straße 40 in Kassel-Oberzwehren liegt zunächst im Aufbau der reformierten Lehrerausbildung und deren wissenschaftlichen Fächerspektrums. Das Studentenwerk Kassel beginnt seine Arbeit.

1970
Die Hessische Landesregierung beschließt, in Kassel eine integrierte Gesamthochschule einzurichten. Der Landtag verabschiedet am 24. Juni 1970 das Gesetz über die Errichtung der Gesamthochschule Kassel. Kultusminister Ludwig von Friedeburg legt einen Hochschulentwicklungsplan für Kassel und den hessischen Hochschulbereich insgesamt vor, der für den Endausbau der Gesamthochschule Kassel bis 1990 rund 10.000 Studienplätze ausweist. Der Wissenschaftsrat stimmt dem Gründungsplan zu. Der Kultusminister beruft die "Projektgruppe Gesamthochschule Kassel" mit sieben hauptamtlichen Planern und bestellt den Gründungsbeirat. Die "Arbeitsgruppe Standortforschung" der TU Hannover übergibt das Mikrogutachten zur Standortfrage.

1969
Der "Arbeitskreis Universität Kassel" konstituiert sich als übergreifende Bürgerinitiative mit dem Ziel, baldmöglichst die Universitätsgründung in Kassel durchzusetzen. Aus ihm geht 1977 der Kasseler Hochschulbund e.V. (ab 2010 Universitätsgesellschaft Kassel e.V.) hervor.

Die akademische Vorgeschichte der Universität Kassel

1967/1968
Die Studentenbewegung und bildungspolitische Reformdiskussionen führen bundesweit zur Entwicklung von Gesamthochschulkonzepten.

1966
In einer Resolution fordert die Kasseler Stadtverordnetenversammlung: Kassel soll Standort einer naturwissenschaftlich-technischen Universität werden. 1969 vergibt sie einen Forschungsauftrag zur Standortauswahl.

1964
Die Staatliche Höhere Wirtschaftsfachschule (HWF) wird eröffnet.

1958
Oberbürgermeister Dr. Karl Branner fordert für Kassel eine Universität.

1955
Die Staatliche Ingenieurschule für Maschinenbau und Elektrotechnik, 1963 in Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen Kassel umbenannt, wird gegründet.

1948
Wiedereröffnung der Kunstakademie als Staatliche Werkakademie, ab 1960 als Staatliche Hochschule für bildende Künste (Werkakademie), 1968 wird sie Hochschule für bildende Künste (HbK).

1947
Die Staatliche Schule für Handwerk und Kunst nimmt als Nachfolgerin der Staatlichen Meisterschule des gestaltenden Handwerks ihre Arbeit wieder auf, seit 1950 als Staatliche Werkkunstschule Kassel. 1970 geht sie in der Hochschule für bildende Künste (HbK) auf. Die Fachschule für Heimerziehung und Fachschule für Kindergärtnerinnen wird gegründet.

1946
Die Staatsbauschule Kassel eröffnet nach dem Krieg wieder den Lehrbetrieb.

1930
Für zwei Jahre arbeitet in Kassel eine Pädagogische Akademie als Vorläuferin des 1947 gegründeten Pädagogischen Instituts und des 1963 gebildeten Pädagogischen Fachinstituts (PFI).

1921
Gründung der höheren Lehranstalt für praktische Landwirte. Sie wird ab 1935 Höhere Landbauschule, ab 1966 Ingenieurschule für Landbau in Witzenhausen.

1920
Das Auguste-Förster-Haus eröffnet als Kinderpflegerinnenschule seinen Betrieb: Ausgangspunkt für die spätere Höhere Fachschule für Sozialarbeit.

1912
Das Evangelische Fröbelseminar in Kassel wird eingerichtet, aus dem 1969 die Evangelische Höhere Fachschule für Sozialpädagogik hervorgeht.

1898
In Witzenhausen wird die Deutsche Kolonialschule GmbH ins Leben gerufen, die ab 1919 als Hochschule für In- und Auslandssiedlung agrarwirtschaftlich ausbildet. Daraus entwickeln sich nach dem Zweiten Weltkrieg das Deutsche Institut für tropische und subtropische Landwirtschaft und die Deutsche Ingenieurschule für ausländische Landwirtschaft.

1896
Gründung der Königlichen Baugewerkschule zur Ausbildung von Hoch- und Tiefbauingenieuren. Sie wird 1918 in Staatliche Baugewerbeschule und 1935 in Staatsbauschule umbenannt.

1895
Das städtische Konservatorium - 1939 mit einem Musikseminar verbunden und 1955 zur Musikakademie umgewandelt - nimmt seine Arbeit auf.

1866
Pläne, das Kasseler Polytechnikum zu einer Technischen Hochschule weiterzuentwickeln, scheitern an der finanziellen Beteiligung der Stadt. Die preußische Regierung gründet stattdessen eine Technische Hochschule in Aachen. Die Gewerbliche Zeichenschule, 1881 zur Zeichen- und Kunstgewerbeschule erweitert, wird für die Ausbildung von Lehrern, Architekten und Handwerkern ins Leben gerufen. Die 1903 zur königlichen Kunstgewerbeschule Kassel umbenannte Einrichtung wird 1933 als Staatliche Handwerkerschule zur "Meisterschule des deutschen Handwerks". Im Zweiten Weltkrieg wird sie zerstört.

1832
Kassel erhält Deutschlands erste polytechnische Lehranstalt. Zu ihren Lehrern zählen Woehler, Bunsen, Burhenne und Philippi. Damit beginnt die eigenständige Ingenieurausbildung in Kassel.

1817
Kurfürst Wilhelm I lässt die Gründung eines Polytechnikums nach dem Vorbild der Pariser "Ecole polytechnique" vorbereiten.

1777
Landgraf Friedrich II gründet eine Kunstakademie in Kassel, die Academie de Peinture et de Sculpture, die 1881 um eine Architekturabteilung erweitert wird. 1918 wird sie in Staatliche Kunstakademie umbenannt, 1932 im Zuge der Brüningschen Notverordnungen geschlossen.

1709
Einrichtung des "Collegium Carolinum", das 1766/67 nach dem Vorbild einer Universität umgestaltet wird, mit Schwerpunkten in Naturwissenschaften, Mathematik und Medizin. Georg Forster lehrte hier als Professor für Naturkunde, Simon Louis du Ry als Professor für Bürgerliche Baukunst.

1633
Die erste Kasseler Universität wird gegründet. Nach dem 30jährigen Krieg erlangt Marburg wieder seine Universität, die Universität in Kassel wird 1653 wieder aufgelöst.

1599
Mit dem "Collegium Adelphicum" entsteht in Kassel eine akademische Ritterschule.

Kassel als landgräfliche Residenz hat schon zum Ende des 16. Jahrhunderts eine erste akademische Einrichtung - damals für die Söhne des Adels - eingerichtet. Etliche weitere Akademien, eine der ersten Polytechnischen Lehranstalten Deutschlands und andere Höhere Lehreinrichtungen zählen zu den Vorläufern der jungen, 1971 als Gesamthochschule Kassel gegründeten Universität Kassel. Unter dem Dach der Gesamthochschule Kassel werden die seinerzeit vorhandenen höheren Bildungseinrichtungen und Fachhochschulen integriert und auf universitären Standard gebracht, neue Lehr- und Forschungsgebiete und Hochschulbauten entstehen.