Projekt C4: Humanimale Ästhetik

Humanimale Ästhetik. Motivgeschichte, Semantik und Narrativik ästhetischer Tier-Mensch-Relationierungen.

Verantwortliche: Prof. Dr.Claudia Brinker-von der Heyde,
Prof. Dr. Michael Mecklenburg

Projektbearbeiterin: Dr. Susanne Schul

Attribute ästhetischer Evaluation sind in Tier-Mensch-Verhältnissen in ein Geflecht nicht immer rationalisierbarer Kriterien eingebettet. Diese verfolgen eine motivgeschichtliche Tradition, auch wenn deren Ursprünge längst dem kulturellen Gedächtnis entschwunden sind.

Das transdisziplinär im Schnittpunkt von Mediävistik, Narratologie, Philosophiegeschichte und naturwissenschaftlicher Tierforschung angelegte Projekt sucht aus einer diachronen Perspektive zu ergründen, in welcher Weise

  1. die ästhetischen Kriterien zur Bewertung von Tieren,
  2. die Ästhetik menschlicher Lebensformen und
  3. die kultur- und mentalitätsprägenden Mensch-Tier-Relationierungen miteinander interagieren.

Untersucht werden sowohl Narrative des Vergleichs zwischen Mensch und Tier als auch Formen der Erfassung und Repräsentation menschlicher und tierlicher Schönheit bzw. Hässlichkeit. Das Projekt zielt auf eine Motiv- und Ideengeschichte ästhetischer Tier-Mensch-Relationierungen. Hierbei steht die Offenlegung der narrativen Techniken zur Konstruktion und Vermittlung ästhetischer Werturteile im Zentrum.

Ziel ist die Etablierung eines systematischen, transdisziplinären Zugriffs auf die Geschichte einer humanimalen Ästhetik, der von einer disziplinären Basis aus (Mediävistik, Narratologie) argumentierend die philosophie- und naturwissenschaftliche Tierforschung aktiv einbezieht. Die mehrdimensionale Analyse der kultur-, sprach- und literaturhistorischen Motiv- und Ideengeschichte humanimaler Ästhetik strebt in der Verschränkung mit Philosophie und Agrarwissenschaft einen forschungsgeschichtlichen Paradigmenwechsel an. Dadurch sollen narrative Strukturen der Erfassung und Repräsentation von Tier- Mensch-Verhältnissen auch für andere Disziplinen transparent gemacht und operationalisierbar werden. Das umschließt die kritische Reflexion des im Verbund benutzten ‚Sprachmaterials‘ und ihrer impliziten Konzeptualisierungen des Tier-Mensch-Verhältnisses.