Prüfungen und Nachteilsausgleich

 

Zum Ausgleich der zusätzlichen Schwierigkeiten, die eine gesundheitliche Beeinträchtigung insbesondere auch bei der Vorbereitung und Bewältigung von Prüfungen mit sich bringt, haben betroffene Studierende das Recht auf angepasste Prüfungsbedingungen. So soll sichergestellt werden, dass Studierende mit und ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen (oder Behinderungen) gleichberechtigt, mit den gleichen Chancen auf Erfolg, an den Prüfungen teilnehmen können.

 

Wer kann einen Antrag auf Nachteilsausgleich stellen?

Berechtigt sind Studierende:

  • mit länger andauernden körperlichen oder psychischen Erkrankungen
  • mit Behinderungen
  • mit akuten Einschränkungen, wie beispielsweise Unfallfolgen
  • mit chronischen Erkrankungen
  • mit anderen Einschränkungen, wie beispielsweise LRS, Dyskalkulie oder Legasthenie
  • in schwerwiegenden außergewöhnlichen familiären Belastungssituationen – zum Beispiel im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt oder der Pflege der Eltern

 

Was benötige ich für meinen Antrag?

Stellen Sie Ihren Antrag formlos und / oder mit unserem Formular „Antrag auf Prüfungsmodifikation“ frühzeitig vor der zu erbringenden Leistung. Im Nachhinein gestellte Anträge können nicht berücksichtigt werden.

Fügen Sie Ihrem Antrag ein ärztliches Attest bei. Legen Sie hierfür Ihrem Arzt unser „Handreichung zur Erstellung eines Attestes“ vor. Das Attest muss nicht unbedingt eine Diagnose sondern die für Ihr Studium relevanten Einschränkungen enthalten. Ihr Antrag muss auch für Nicht-Experten nachvollziehbar sein.

Schildern Sie kurz Ihre zugrundeliegende Einschränkung und, inwiefern sie sich negativ auf das Ablegen der Prüfung auswirkt. Geben Sie Angaben zur angestrebte Form des Ausgleiches.

Die Form des Nachteilsausgleichs muss der jeweiligen Beeinträchtigung angemessen sein. Möglich sind beispielsweise:

  • eine Verlängerung von Arbeitszeiten und Fristen
  • der Ersatz einer schriftlichen Prüfung durch eine mündliche (oder umgekehrt)
  • Einzelprüfungen anstelle von Gruppenprüfungen oder 
  • Hausarbeiten als Substitut für bestimmte Klausuren.

Der Nachteilsausgleich darf die fachlichen Anforderungen und das Niveau einer Prüfung nicht verändern. Die Prüfung muss fachlich gleichwertig sein: Die Prüfungsmodifikation darf nur einen Nachteil ausgleichen, aber keinen Vorteil verschaffen.

 

Wo reiche ich meinen Antrag ein?

Reichen Sie Ihren Antrag im jeweiligen Prüfungsamt Ihres Fachbereiches ein. Der Prüfungsausschuss entscheidet anhand der eingereichten Unterlagen über Ihren Antrag.

Stellen Sie Ihren Antrag so frühzeitig wie möglich, da die Anpassung der Prüfungsbedingungen in der Praxis oft mit einigem organisatorischen Aufwand  (anderer Prüfungsraum, zusätzliche Aufsicht bei Zeitverlängerung) verbunden ist und auch die Entscheidung über den Antrag Zeit benötigt.

Wenn möglich, sprechen Sie zu Anfang der Veranstaltung mit der prüfenden Person, da aus Gründen des Datenschutzes die Lehrenden nicht unbedingt von Ihrem Antrag unterrichtet werden.

 

Wo finde ich Beratung und Unterstützung bei der Antragstellung?

Wenden Sie sich gerne jederzeit entweder an den Beauftragten für Studium und Behinderung Ihres Fachbereichs oder direkt an die Servicestelle Studium und Behinderung in der Allgemeinen Studienberatung. Auch die Studierenden Des ARbS unterstützen Sie gerne bei allen Fragen rund um ein Studium mit erschwerten Bedingungen und helfen z. B. beim Ausfüllen des Antrags oder Erstellen eines angepassten Stundenplans.