Absolvent*innenstudien an der Universität Kassel

Seit 2007 werden an der Universität Kassel Absolventenbefragungen durchgeführt. Dazu wurde 2007 das Projekt "UNIKAB - Implementation von Absolventenstudien an der Universität Kassel" gestartet, welches die lokale Einführung und Weiterentwicklung im Kontext des bundesweiten Kooperationsprojekt Absolventenstudien (KOAB) zum Ziel hatte. Es zeigte sich, dass die Kasseler Absolvent*innenstudie ein für die Hochschulentwicklung und Hochschulöffentlichkeit wertvolles Instrument ist.
Mit dem Projektende von UNIKAB 2014 wurde die Kasseler Absolvent*innenstudie fester Bestandteil des zentralen Qualitätsmanagements und 2015 in der Evaluationssatzung verankert. 2017 gingen Leitung und Koordination des KOAB vom International Centre for Higher Education Research (INCHER-Kassel) auf das Institut für angewandte Statistik (ISTAT) über.

Was genau sind Absolventenstudien?

Absolventenstudien sind standardisierte, d.h. schriftliche/online-, fragebogenbasierte Befragungen von Hochschulabsolvent*innen, die einige Zeit nach Studienabschluss stattfinden. Die Kasseler Absolvent*innenstudie wird rund 1,5 Jahre nach Abschluss durchgeführt und schließt eine Folgebefragung (nur nach schriftlicher Einwilligung der Befragten) rund 4,5 Jahre nach Abschluss ein.

Absolventenstudien bieten Antworten auf folgende Fragen:

  • In welchen Berufsfeldern werden die Absolvent*innen tätig? Hierzu wird nach Auskunft z.B. zu Beschäftigungssektor und –branche gefragt, aber auch nach der Dauer und Mobilität im Rahmen der Beschäftigungssuche.
  • Wie sind die Berufsverhältnisse beschaffen? Dazu gehören z.B. Einkommenssituation, Arbeitszeit, Befristung, Tätigkeiten, Rolle und Position in der Organisation.
  • Passt die berufliche Situation zu den Studieninhalten? Hier geht es z.B. um die Einschätzung der Adäquatheit der beruflichen Situation und der Passung der geforderten und erlernten Kompetenzen.
  • Wie beurteilen Absolvent*innen ihr Studium retrospektiv? Hier geht es um die Bindung zur Hochschule und die Zufriedenheit mit Aspekten des Studiums wie z.B. Praxisbezug, Theorie- und Methodenausbildung, Passung des Curriculums usw.

Durch diese und weitere Fragen erlangt die Hochschule einen fundierten Einblick in die berufliche Situation ihrer Absolvent*innen und kann diese Erkenntnisse nutzen, um die Studienqualität zu verbessern.

Wie werden die Ergebnisse genutzt?

Verarbeitet werden die Daten und Berichte von den ProjektmitarbeiterInnen der Abteilung II – Studium und Lehre (s. Kontakt). Von hier aus werden bestimmte Berichtsformate (Tabellenbände, grafische Auswertungen) an verschiedene Bereiche innerhalb der Universität weitergeleitet. Genutzt werden die Berichte von den Fachbereichen sowie zentralen und dezentralen (Service-)Einrichtungen, um Angebote bedarfsgerechter zu gestalten und die Qualität der Studiengänge zu verbessern.

Die erhobenen Daten sind ein wichtiger Indikator für die Qualität der Hochschulausbildung und werden zum Beispiel in Re-Akkreditierungsverfahren (Überprüfung und Anerkennung von Studiengängen durch externe Agenturen) nachgefragt. Mit Absolvent*innenstudien kann überprüft werden, inwiefern ein Studiengang die selbstgesteckten Ziele und Ansprüche erfüllt, wie praxisnah das Studium ist, ob breite fundierte Theorie- und Methodenkenntnisse vermittelt werden, wie ausgeprägt der Grad der Interdisziplinarität und Internationalität ist.

Die vom ISTAT erstellten, bundesweiten Datensätze werden zudem für die Bearbeitung wissenschaftlicher Fragestellungen und zur Veröffentlichung wissenschaftlicher Studien im Bereich Hochschul- und Absolventenforschung genutzt.