Kassel

Die Residenzstadt Kassel, geprägt von  dem alten Schloss der Landgrafen stand zunächst primär im Mittelpunkt der architektonischen Bestrebungen des Landgrafen Moritz nach seinem Regierungsantritt 1592. Neben der Fertigstellung des 1591 begonnenen Marstallbaues beschäftigte er sich zunächst mit dem Ausbau der Befestigungsanlagen, die weithin als vorbildlich galten. Im Außenbereich des Schlosses ließ er das Ballhaus und die Rennbahn anlegen. Der von seinem Vater Wilhelm IV. angelegte Lustgarten in der Aue wurde vergrößert und das Lusthaus ausgebaut und für vielerlei Zwecke genutzt. Mit dem Bau des Ottoneum, des ersten festen Theaterbaus in Deutschland, prägte er das Aussehen der Stadt bis heute. Das alte Kloster auf dem Weißenstein (heute Wilhelmshöhe), damals noch außerhalb der Stadt gelegen, ließ er abbrechen und ab 1606 ein neues Lustschloss mit Gartenanlagen und Teichen errichten.

Erstaunlicherweise schlagen sich diese, das Aussehen der Stadt wesentlich prägenden baulichen Aktivitäten nur in geringem Maße in dem Kasseler Konvolut wieder. Abgesehen von einigen wenigen Zeichnungen vom Landgrafenschloss, der Moritzaue und Schloss Weißenstein beschäftigen sich die übrigen Darstellungen vor allem mit dem säkularisierten Ahnaberger Kloster, dem Nassauer Hof, Eigentum der Landgräfin Juliane, dem Fasanenhof vor dem Ahnaberger Tor und dem damals noch weit außerhalb der Stadt gelegenen Jägerhof bei der alten Burg in Waldau.