Schwertzelhof bei Fahre

Der Schwertzelhof, auch Schwer[t]zelfurt bzw. im 18. Jhdt. Schwärzelshof genannt, lag im Amt Melsungen, unweit des Gutes an der Fuldafurt Fahre, das ursprünglich zu diesem Hof gehörte.[363] Dieser Gutshof, ursprünglich eine kleine Siedlung, kam nach der Säkularisierung aus dem Besitz des Klosters Heydau in das Eigentum der hessischen Landgrafen. Noch 1795 gab es hier einen herrschaftlichen Hof, der aber um 1800 abgerissen wurde.[364] Heute wäre der Hof auf dem Betriebsgelände der Firma B. Braun Melsungen AG in den Pfieffewiesen zu verorten, worauf die Strassenbezeichnung  "Am Schwerzelshof" hinweist.

 

2° Ms. Hass. 107 [311]

landgräflicher Gutshof

Die kleine Ansicht des "Schwertzeler hoff" präsentiert eine eingefriedete Hofanlage am „fahrweg. 345 schue lang nach der fahre". Fachwerkgebäude unterschiedlicher Größe umstehen an drei Seiten den Hof. Mehrere Kanäle bzw. Teiche umgeben die Gebäudeanlage vor dem „Baumgarten“. In dieser Form handelt es sich vermutlich um einen Entwurf des Landgrafen für eine regelmäßige Einfriedung des Geländes mithilfe der Wassergräben.

 

2° Ms. Hass. 107 [310]

landgräflicher Gutshof

In Vogelschau ist auf diesem Blatt ein schlichter Gutshof gezeichnet, der an drei Seiten von Fachwerkgebäuden unterschiedlicher Größe und Funktion umgeben ist. Ein „großer „Brunnen deich“ dominiert den Innenhof. Die Anlage  mit einem Baumgarten im Hintergrund ähnelt deutlich der  anderen Zeichnung vom Schwerzelhof, allerdings verläuft die „landtstrasse“ hier hinter Hof und „Baumgarten“, so dass es sich möglicherweise auch um eine andere topographische Situation handeln könnte.


[363] vgl. die 1606 datierte Karte von „Schwirtzelnforth“, HStAM Karten P II 1790

[364] Armbrust 1921, S. 129ff., Wolf 2003, S. 162, 394 + 396, Historisches Ortslexikon (Stand: 4.11.2010)