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Nicht alle Kriterien einer Ausschreibung müssen erfüllt werden, damit eine Bewerbung erfolgsversprechend ist. Als Richtwert gilt: Sofern es keine Ausschlusskriterien gibt, die Sie nicht erfüllen, sollten 60% der Anforderungen auf Sie zutreffen.
Durch die richtige Interpretation von Formulierungen in Stellenanzeigen können Sie schon früh einschätzen, wann eine Bewerbung sinnvoll ist – und wann nicht. Wir erklären, welche Formulierungen in Stellenausschreibungen was bedeuten.




Was bedeuten Formulierungen in Stellenanzeigen?

Wesentliche und optionale Formulierungen

Wesentlich:
Wir erwarten.../Voraussetzung sind.../Sie haben.../....setzen wir voraus/...sind erforderlich

Begriffe, die mit diesen Formulierungen umschrieben werden, haben eine hervorgehobene Bedeutung. Das heißt noch nicht, dass es keinen Sinn macht sich zu bewerben, wenn Sie etwas davon nicht erfüllen. 60% der relevanten Punkte sollten auf Sie zutreffen. Wenn Sie mehr davon oder eindeutig formulierte Ausschlusskriterien nicht erfüllen, investieren Sie die Zeit lieber in weitergehende Stellen- und Arbeitgeberrecherche.

Optional:
Sie haben.../oder vergleichbare.../Idealerweise.../Von Vorteil sind.../...sind erwünscht

Begriffe, die mit diesen Formulierungen benutzt werden, sind "nice to have", aber keine auschlaggebenden Kriterien. Allerdings ist es auch möglich, dass gezielt nur solche weichen Formulierungen benutzt werden - beispielsweise, wenn eher Generalisten als Spezialisten gesucht werden. Die genaue Bewertung von einzelnen wesentlichen und optionalen Formulierungen ist generell nur aus dem Kontext möglich.

Jobtitel

Während Studierende der technischen und wirtschaftlichen Fächer mit ihren Fachdisziplinen schnell passende Schlagworte in Jobbörsen identifizieren können, stellen Jobtitel vor allem für die Geistes- und Sozialwissenschaften eine große Herausforderung dar.

Die Jobtitel sagen wenig darüber aus, wer konkret für eine Stelle geeignet ist. Eignung kann hier nur individuell durch die Anforderungen und Tätigkeiten überprüft werden.
Typische Formulierungen in Stellenanzeigen, die sich für Studierende der geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächer eignen, sind etwa Mitarbeiter (m/w) oder Referent (m/w). Ebenfalls zu findende Begriffe wie Redakteur (m/w) oder Dozent (m/w) lassen zwar auf eine gesuchte Richtung schließen, es lässt sich nur anhand der Anforderungen und Tätigkeiten entscheiden, wer geeignet ist. Für die konkrete Suche nach Stellen sind solche Jobtitel ungeeignet.

Berufserfahrung

Es ist weder ratsam, als Berufseinsteiger alle Anzeigen mit dem Wort Berufserfahrung sofort bei Seite zu legen, noch sich direkt zu bewerben.

Wo macht eine Bewerbung trotzdem Sinn?

  • Das Wort Berufserfahrung als solches bedeutet, dass praktische Anknüpfungspunkte vorhanden sein müssen. Je nach Kontext können dies auch neben dem Studium erlangte Erfahrungen wie Nebentätigkeiten, gesellschaftliches Engagement und Praktika sein.
  • "erste Berufserfahrung" lässt sich fast immer durch passende Praxiserfahrung während des Studiums nachweisen.
  • Wenn "mehrjährige Berufserfahrung" in einem Bereich gefordert wird, sollten in diesem langfristige praktische Erfahrungen während des Studiums gesammelt worden sein, beispielsweise ein längeres Praktikum und anschließend ein, zwei Jahre freie Mitarbeit.
  • Je mehr die anderen Anforderungen Ihren bisherigen Tätigkeiten entsprechen, desto eher können Sie sich auch auf Stellen mit "mehrjähriger Berufserfahrung" oder "mind. x-Jahre Berufserfahrung" bewerben

Wo macht eine Bewerbung meistens keinen Sinn?

  • Ohne überzeugende Anknüpfungspunkte durch Erfahrungen und Kenntnisse.
  • Wenn die Aufgaben Personalverantwortung, Budgetverantwortung und/oder eine Koordinierungsfunktion von mehreren verschiedenen Bereichen beinhalten.
  • Wenn Worte wie Leiter, Geschäftsführer oder Senior XY (m/w) schon in der Positionsbeschreibung auftauchen.
  • Wenn "mehrjährige oder langjährige Berufserfahrung" in einem speziellen Bereich gefordert wird, der für Studierende gar nicht abzudecken ist.

Studienfach

Das geforderte Studienfach ist nur als Richtwert zu sehen, insbesondere wenn mehrere Begriffe zu finden sind. Diese Aspekte sollten bei der Durchsicht von Stellenanzeigen beachtet werden:

  • Das studierte Fach spielt außerhalb der Wissenschaft selten Rolle. Begriffe wie Soziologie, Germanistik oder Romanistik tauchen in Stellenangeboten nicht auf.
  • Oberbegriffe wie Geisteswissenschaften / Sozialwissenschaften / Gesellschaftswissenschaften sind für Arbeitgeber offene Begriffe, die willkürlich benutzt werden.
  • Auflistungen von mehreren Fächern bedeutet nicht, dass sich nur aus diesen Fächern heraus beworben werden darf.

Studienabschluss

Stellenanzeigen aus Wissenschaft und Forschung ist der benötigte Studienabschluss klar zu entnehmen.
Ansonsten spielt die genaue Begrifflichkeit des Abschlusses eine untergeordnete Rolle. Die Begriffe Master und Bachelor tauchen in Stellenausschreibungen selten auf. Wenn der Begriff Bachelor auftaucht, wird er meist als Synonym für auslaufende Abschlüsse wie Diplom-Ingenieur (FH) oder Diplom-Bibliothekar (FH) benutzt.