Porträt: StudiMat

Unsere Region baut auf Ideen

Aktuelle Infos finden Sie auf Facebook!

Vom Fraunhofer-Institut bis zur Documenta: Kreativität und daraus resultierende Projekte prägen Kassel. Auch im großen Bild baut Deutschland auf Unternehmen, die täglich Ideen umsetzen. Ob dies nun bei der Entwicklung von Medikamenten oder dem Bau von Wechselrichtern (SMA) für den Weltmarkt geschieht.  Doch damit Pläne umgesetzt werden können und nicht in einer Hinterecke kluger Köpfe verstauben, braucht es einen geeigneten Rahmen zum Starten. Unternehmerisches Denken bildet die Grundlage, um nachhaltig eigene Ideen umzusetzen. Doch außerhalb bereits etablierter Unternehmensstrukturen ist insbesondere für junge Gründer*innen die Förderung der Startphase und die Schaffung eines Raums zum Ausprobieren unabdingbar.

Die 5 EURO Challenge, ein Projektseminar des Forschungs- und Lehrzentrums für unternehmerisches Denken und Handeln der Universität Kassel, bietet einen solchen Rahmen. Ein junges Team gründet ein Unternehmen mit nur 5 Euro Startkapital; jedoch mit starker Unterstützung durch Coaches und einer Menge Motivation.

Dort begann unsere persönliche Unternehmensgeschichte. Wir wollten unseren Kommiliton*innen das Studieren einfacher machen. Wie jeder Studierende weiß, findet studieren oft außerhalb regulärer Arbeitszeiten statt. Kreative Prozesse, wie beispielsweise im Architekturbereich, können sich über Stunden hinziehen, sobald man erst einmal im Flow ist. Doch was tun, wenn Materialien wie Holzleim plötzlich ausgehen? Der Baumarkt hat bereits zu, ein Lieferdienst für Holzleim muss erst noch erfunden werden!

Hier wollten wir Abhilfe schaffen. Der StudiMat sollte alles rund um den Arbeitsbereich anbieten. Klebezettel, Filzstifte, auch einen Taschenrechner für Verzweifelte kurz vor einer Klausur. Doch um so eine Idee umzusetzen, bedarf es einiges an Engagement und Kraft. Gelder für den Einkauf von Materialien (vielen Dank an dieser Stelle an die Hübner-Kennedy-Stiftung zur Förderung unserer Idee) und Partner, die bei technischen Komponenten weiterhelfen (ein Dank an Malsch-Automaten aus Vellmar für das Bereitstellen eines Warenautomaten). Dazu kommen bürokratische Herausforderungen: Anmeldung einer GbR, Handelsregistereintragung, doppelte Buchführung, um richtige Bilanzen zu erstellen, Verträge aufsetzen und einiges mehr. Eine Aufstellungsgenehmigung an der Universität Kassel erhielten wir dennoch nicht. Nach über einem halben Jahr Verhandlungen konnten wir jedoch die Universität Göttingen als Projektpartner gewinnen. Projektmanagement und Durchhaltevermögen werden gefordert, aber auch gefördert. Fragen nach der Rentabilität eines Projektes kommen auf, Zeit muss investiert und Konflikte ausgeräumt werden. Doch die Mühe lohnt sich. Man lernt viel über die Unternehmenswelt, ihre Vorzüge und Hürden, baut Netzwerke auf und gewinnt Soft- und Hardskills.

Unser neuester Standort, in Kooperation mit Dallmayr aus Niestetal und dem Projekt „Periptero“, ist derzeit gegenüber dem Lernzentrum (LEO) am Rande des erweiterten Campus der Universität Kassel. Hier gibt es Kunst zum Anfassen und vieles Nützliches für einen schönen Tag im nahegelegenen Park. Das Periptero bietet sich außerdem als Treffpunkt für Kultur, Musik, Performances und Workshops an.  Wir lernten: Man muss sich wandeln, um zu bleiben. Eines der vielen Goldstücke, welches wir im Laufe unseres Projektes unserem Wissensschatz hinzufügen konnten. Am Ende bleiben neue Freunde, viel Erfahrung im unternehmerischen Bereich und der Mut, es auch mit anderen Projekten zu probieren, sobald man neue Ideen entwickelt hat.

Hai Hoang, Ben Bussiek und Philipp Müller

StudiMat