Wie KI-Pioniere den Arbeitsalltag an der Universität verändern
Bild: Uni Kassel.Die KI-FrAltage sind geschützte Experimentierräume, in denen Mitarbeitende gemeinsam KI-Anwendungen entwickeln. In diesem partizipativen Bottom-up-Format entstehen konkrete Tools, die Prozesse an der Universität nachhaltig verbessern und den Verwaltungsaufwand für Beschäftigte reduzieren. Zu den Anwendungsbereichen zählen unter anderem die Exportkontrolle, die Studiengangsentwicklung und die Drittmittelbewirtschaftung. Viele der entwickelten Lösungen haben zudem das Potenzial, auch an anderen Hochschulen und in öffentlichen Einrichtungen zum Einsatz zu kommen.
Bisher haben an der Universität vier Runden der KI-FrAltage stattgefunden. Das Besondere an dem Format ist, dass sich die Pilotgruppen als KI-Pionierinnen und -Pioniere verstehen. Viele von ihnen haben noch nie programmiert und fühlen sich der IT zunächst fern. Was sie stattdessen mitbringen, ist ein konkretes Problem aus ihrem Arbeitsalltag und die Vision, dieses mithilfe von KI zu lösen.
Wir haben vier unserer KI-Pionierinnen und -Pioniere gefragt, warum sie die KI-FrAltage als bereichernd erleben. Hier stellen wir ihre Erfahrungen in kurzen Interviews vor.
Interviews
„Aus Verwaltung wird Gestaltung – ganz ohne Programmpapier oder Projektantrag.“
Heiko Wolf (Studium und Lehre)
Bild: Uni Kassel. Was begeistert dich am Austausch bei den KI‑FrAItagen?
An den KI-FrAltagen begeistert mich, dass an einem Tisch Leute sitzen, die sich sonst über Zuständigkeitsgrenzen hinweg kaum treffen – und am Ende des Tages mit gebauten Werkzeugen rausgehen, nicht mit vagen Vorsätzen. Aus Verwaltung wird Gestaltung – ganz ohne Programmpapier oder Projektantrag.
Was macht die KI‑FrAItage für dich zu einem besonderen Format?
Es ist weder eine Schulung noch ein Workshop: Man kommt mit Schmerzpunkten und geht mit Prototypen. Das funktioniert aber nur, wenn man Neugier und Spieltrieb mitbringt – gelernt wird beim Bauen, nicht vor der Präsentationsfolie.
Gab es einen Moment oder eine Erkenntnis aus den KI‑FrAItagen, die deine Arbeit verändert hat?
Dieser Moment, in dem ich aus Neugier ein Modulhandbuch in die KI geworfen und um eine Analyse gebeten habe – und in Windeseile eine solide, wenn auch nicht fehlerfreie Auswertung zurückbekam. Das war mein Aha‑Moment.
Wie tragen die KI‑FrAItage dazu bei, die Universität für die Zukunft aufzustellen?
Sie zeigen, dass KI‑Kompetenz nicht aus der IT oder von außen kommt, sondern in der Verwaltung selbst entstehen kann – wenn Domänenwissen, Zeit und ein Experimentierraum zusammenkommen. Genau diese Bottom‑up‑Linie ergänzt Strategiepapiere um etwas, das sie selbst nicht leisten: konkrete Umsetzung.
Wenn du die KI‑FrAItage in einem Satz beschreiben müsstest – wie würde dieser lauten?
Eine schlichte Formel: Arbeitslast + Know‑how × Zeit = wirklich hilfreiche Tools.
„Die KI-FrAItage sind ein Experimentierraum, in dem aus Neugier, Austausch und Ausprobieren konkrete Impulse für eine zukunftsfähige Verwaltung entstehen.”
Nina Felgen (Forschungsservice)
Bild: Uni Kassel.Was begeistert dich am Austausch bei den KI-FrAltagen?
An den KI-FrAltagen begeistert mich, dass wir nicht einfach fertige Tools vorgesetzt bekommen haben, sondern ausgehend von konkreten Problemen und Herausforderungen eigene Lösungen entwickeln konnten. Besonders wertvoll war für mich der Austausch mit den anderen: Wenn ein Bot schon weiter fortgeschritten war oder ein GitLab-Problem bei jemand anderem bereits aufgetreten war, konnten wir uns gegenseitig sehr praktisch unterstützen.
Was macht die KI-FrAltage für dich zu einem besonderen Format?
Die KI-FrAItage schaffen einen Raum, in dem man ausprobieren, scheitern, nachjustieren und weiterdenken kann – ohne dass von Anfang an alles perfekt sein muss. Besonders ist für mich die Kombination aus guter externer Begleitung und viel Freiheit, selbst auf Lösungen und passende Wege zu kommen.
Gab es einen Moment oder eine Erkenntnis aus den KI-FrAltagen, die deine Arbeit verändert hat?
Für mich hat sich vor allem der Blick auf Entwicklungsprozesse verändert: Ich habe gelernt, dass man auch ohne klassischen IT-Hintergrund sehr weit kommen kann, wenn man ein klares Ziel, gute Begleitung und eine unterstützende Gruppe hat. Dass aus einem Custom-GPT-Ansatz über GitLab und Open WebUI ein funktionierender Bot werden konnte, war für mich ein sehr motivierender Lernprozess.
Wie tragen die KI-FrAltage dazu bei, die Universität für die Zukunft aufzustellen?
Die KI-FrAItage helfen dabei KI-Kompetenz nicht nur punktuell aufzubauen, sondern in den Arbeitsalltag der Universität zu übersetzen. Sie fördern eine Kultur, in der Verwaltung nicht nur auf technische Entwicklungen reagiert, sondern diese aktiv, reflektiert und mit Blick auf Qualität, Entlastung und Verantwortung mitgestaltet.
Wenn du die KI-FrAltage in einem Satz beschreiben müsstest – wie würde dieser lauten?
Die KI-FrAItage sind für mich ein praxisnaher Experimentierraum, in dem aus Neugier, Austausch und strukturiertem Ausprobieren konkrete Impulse für eine zukunftsfähige Verwaltung entstehen.
„Forschung und Verwaltung arbeiten selten so eng zusammen. Das gibt uns als Forschenden neue Einblicke und einen echten Praxisbezug.“
Simon Ruth (wissenschaftlicher Mitarbeiter)
Bild: Uni KasselWas begeistert dich am Austausch bei den KI-FrAItagen?
Wir wollen Chatbots und agentische KI nicht nur einsetzen, sondern auch wissen, wie gut sie eigentlich sind. Deshalb entwickeln wir einen Benchmark, der auch anderen Hochschulen und Chatbot-Betreibern zur Verfügung stehen kann. Mich begeistert dabei vor allem die Möglichkeit, Technologien direkt mit den Anwenderinnen und Anwendern zu besprechen, zu testen und weiterzuentwickeln und dabei ihre Aufgaben und Problemfälle wirklich zu verstehen.
Was macht die KI-FrAItage für dich zu einem besonderen Format?
Forschung und Verwaltung arbeiten selten so eng zusammen. Das gibt uns als Forschenden, die sonst oft eher theoretisch arbeiten, neue Einblicke und einen echten Praxisbezug und treibt zugleich die Innovation für die Uni von morgen voran.
Gab es einen Moment oder eine Erkenntnis aus den KI-FrAItagen, die deine Arbeit verändert hat?
Vor allem die ersten Runden mit den Teams aus Dienstreisen, Hilfskräften und Drittmitteln. Zu verstehen, wie sie arbeiten, was ihre täglichen To-dos sind und welche Aufgaben spannend oder auch manchmal eintönig sein können, hat mir gezeigt, wo wir konkret helfen und verbessern können.
Wie tragen die KI-FrAItage dazu bei, die Universität für die Zukunft aufzustellen?
Sie machen die Universität fit für die Zukunft mit einer robusten, transparenten und digitalen Verwaltung.
Wenn du die KI-FrAItage in einem Satz beschreiben müsstest – wie würde dieser lauten?
Motivierte Menschen, die kommunikativ zusammenarbeiten und sich gegenseitig helfen, die Arbeit von morgen zu gestalten.
„Die KI-FrAltage sind ein inspirierendes Format, das Menschen, Ideen und Technologien zusammenbringt.”
Claudia Heller (Drittmittelbewirtschaftung)
Bild: Uni Kassel.Was begeistert dich am Austausch bei den KI-FrAltagen?
Die Treffen waren hervorragend vorbereitet und es hat uns ermöglicht, in kurzer Zeit sehr effizient und zielgerichtet zu arbeiten. Besonders beeindruckt hat mich der offene Austausch zwischen den Teilnehmenden. Unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen wurden eingebracht, sodass neue Ideen entstanden und konkrete Lösungsansätze direkt weiterentwickelt werden konnten.
Was macht die KI-FrAltage für dich zu einem besonderen Format?
Durch die Vernetzung von Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen und den hohen Praxisbezug konnten innerhalb kurzer Zeit hilfreiche und anwendungsorientierte KI-Tools entwickelt werden. Die Kombination aus fachlichem Austausch, gemeinsamer Problemlösung und direkter Umsetzung macht das Format besonders wertvoll.
Gab es einen Moment oder eine Erkenntnis aus den KI-FrAltagen, die deine Arbeit verändert hat?
Mit einem gut entwickelten Chatbot können Mitarbeitende zukünftig von einfachen Fragen entlastet werden und damit mehr Zeit für komplexe Fragestellungen und individuelle Beratung aufbringen.
Wie tragen die KI-FrAltage dazu bei, die Universität für die Zukunft aufzustellen?
Die KI-FrAltage fördern die kompetente und effiziente Nutzung neuer Technologien und schaffen Raum für Innovation.
Wenn du die KI-FrAltage in einem Satz beschreiben müsstest – wie würde dieser lauten?
Die KI-FrAltage sind ein inspirierendes Format, das Menschen, Ideen und Technologien zusammenbringt, um gemeinsam innovative und praxisnahe Lösungen für die Zukunft der Universität zu entwickeln.