22.10.2020 | Pressemitteilung

Ro­bo­ter-Put­zer­fisch­chen brin­gen Er­folg bei UNI­KAT-Ide­en­wett­be­werb

Spitzen-Ideen auch in Pandemie-Zeiten: Mehr als 82 Skizzen sind beim diesjährigen Ideenwettbewerb der Uni Kassel eingereicht worden. Den ersten Platz erhielt der Entwurf eines Systems zum Putzen von Schiffsrümpfen. Erstmals wurde ein Sonderpreis für unternehmerische Ideen vergeben, die die Region krisensicherer machen.

Florian Gerland (links) und Thomas Schomberg (rechts)

Mit dem ersten Preis des 12. UNIKAT Ideenwettbewerbs wurde die Idee „Larabicus“ von Florian Gerland und Thomas Schomberg, beide Mitarbeiter im Fachgebiet Strömungsmechanik der Universität Kassel, ausgezeichnet. Hinter dem Namen steckt der Entwurf eines vollautomatischen bionischen Systems zur kontinuierlichen Sauberhaltung von Schiffsrümpfen während der Fahrt. Der Name Larabicus leitet sich von seinem ökologischen Vorbild ab: dem Putzerfisch. Mit kleinen Roboterschwärmen (ähnlich wie Staubsaugerroboter) hält Larabicus die Schiffe dauerhaft und ohne Fahrpausen im Trockendeck sauber.

Verschmutzte Schiffsrümpfe sorgen in der Branche für einen bis zu 20 Prozent höheren Treibstoffverbrauch. Bislang verwendete Schutzanstriche sind hochgiftig und bald verboten. Wird „Larabicus“ realisiert, spart das System enorme Treibhausgasemissionen ein und reduziert die Kosten der Schiffstransporte drastisch. Ein Prototyop soll in Kürze entstehen. Der erste Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und wird gesponsert durch die Hübner GmbH & Co.

Den zweiten Preis in Höhe von 2.000 Euro, gesponsert durch den Unternehmerverband Nordhessen, vergab die Jury an die Idee „Hybridtragwerke“ von Jens Frohnmüller aus dem Fachgebiet Holzbau und Bauwerkserhaltung. Antrieb für diese Idee ist die aktuelle Marktdominanz von Stahlbetondecken in der Baubranche. Die von Herrn Frohnmüller entwickelte und bereits zum Patent angemeldete Idee macht Hybridtragwerke aus Holz und Beton erstmalig konkurrenzfähig. Dabei erfolgt ein nachträglicher Verguss mit kostengünstigem Polymermörtel, um die Holz- und Betonteile fest miteinander zu verbinden und für Stabilität zu sorgen. Die Idee spart Kosten in der Baubranche und schont gleichzeitig die Natur, da weniger Beton verbaut wird.

Den dritten Preis in Höhe von 1.500 Euro, gesponsert durch die Sparkasse Kassel, erhielt die Idee „Bli bla blub“, von Özge Efendi aus dem Fachbereich Mathematik und Naturwissenschaften und Britta Lützenkirchen aus dem Fachbereich Humanwissenschaften. „Bli bla blub“ ist ein Verlag für Kinderbücher, der die reale Diversität von Menschen den Kindern sowie deren Eltern in Buchform näherbringen möchte. Wenn wir bei den Kleinsten anfangen, erreichen wir in den Herzen und Köpfen der Kinder einen völlig normalen Umgang mit unserer bunten und vielfältigen Gesellschaft, heißt es in der Ideenskizze.

Erstmals wurde in diesem Jahr der Sonderpreis "Social Entrepreneurship – Deine Ideen für unsere Region" ausgelobt und mit 2.000 Euro dotiert. Mit dem Sonderpreis sollten die Teilnehmenden des Ideenwettbewerbs zusätzlich motiviert werden, unternehmerische Ideen zu entwickeln, die unsere Region krisensicherer für die Zukunft machen. Diesen Sonderpreis erhielt die Idee „Aktive Medienwerkstatt Kassel“ von Tatjana Koplack-Bindemann und Benjamin Ulrich. Die Aktive Medienwerkstatt Kassel beschäftigt sich mit Bildung von, durch und über Medien. Sie richtet sich an Multiplikatoren wie pädagogische Fachkräfte sowie an Nutzer aller Altersgruppen. Ziel ist es, Medienkompetenz auszubauen und Teilnehmenden zu vermitteln, Medien selbstbestimmt und verantwortungsbewusst zu nutzen. Das soll durch Projekte, Workshops und Schulungen sowie weitere Angebote realisiert werden. Das Preisgeld soll dabei ausdrücklich für die Umsetzung der Idee genutzt werden.

Die feierliche Abschlussveranstaltung und öffentliche Preisverleihung des UNIKAT Ideenwettbewerbs, die in diesem Jahr leider nicht stattfinden konnte, war in den vergangenen Jahren immer eine großartige Gelegenheit für alle Teams, ihre Ideen einem größeren Publikum aus Gesellschaft und Wirtschaft vorzustellen und mit spannenden Akteuren in Kontakt zu treten. Als kleinen Trost hat sich die Universität nach der Absage kurzfristig entschlossen, den Top-Ten-Teams und den Nominierten des Sonderpreises, die keinen Preis gewonnen haben, jeweils 500 Euro auszuzahlen.

Die persönliche Übergabe des 1., 2. und 3. Preises soll nun im Rahmen von bilateralen Treffen zwischen den Gewinner/-innen und ihren jeweiligen Preissponsoren kurzfristig nachgeholt werden. Die Treffen sollen neben der Pokalübergabe auch einen Erfahrungsaustausch und die Möglichkeit zum Netzwerken bieten. Die Gewinner/-innen des von der Universität ausgelobten Sonderpreises für Social Entrepreneurship werden Frau Ilona Friedrich (Bürgermeisterin der Stadt Kassel) treffen.

Die Ideen aus dem diesjährigen Wettbewerb werden darüber hinaus in einem Jahrbuch auf der UNIKAT-Website der Öffentlichkeit präsentiert. Alle Teilnehmenden erhalten neben einem fundierten schriftlichen Feedback Zugang zum Kasseler Gründernetzwerk und Beratung durch den UniKasselTransfer Inkubator, der zentralen Gründungsförderung der Universität.

Insgesamt 130 Teilnehmende hatten alleine und im Team 82 Ideenskizzen eingereicht. Mitarbeitende, Studierende und Alumni der Universität Kassel und die Schülerinnen und Schüler des Schülerforschungszentrums Nordhessen waren aufgerufen, ihre unternehmerischen Ideen für Produkte, Dienstleistungen und die kreative Verwertung von Forschungsergebnissen beim 12. UNIKAT Ideenwettbewerb der Universität Kassel einzureichen. Ziel des jährlichen Wettbewerbs ist es, die Entwicklung außergewöhnlicher und vor allem innovativer Ideen aus dem universitären Umfeld zu fördern.
 

Weitere Informationen: www.unikat-ideenwettbewerb.de

Kontakt:
Sandra Wilhelm
Universität Kassel
UniKasselTransfer | Inkubator
Tel.: 0561 804-7252
E-Mail: sandra.wilhelm[at]uni-kassel[dot]de