26.01.2021 | Pressemitteilung

För­der­preis der Bau­wirt­schaft für her­aus­ra­gen­de Mas­ter­ar­bei­ten

Der diesjährige Förderpreis der nordhessischen Bauwirtschaft wurde an zwei Kasseler Studierende des Bauingenieurwesens verliehen. Beide erhielten ein Preisgeld in Höhe von jeweils 1500 Euro. Julian Apel erhielt den Preis für seine Masterarbeit „Entwicklung eines softwarebasierten Arbeitsmittels für die Kalkulation und das kostenbezogene Projektcontrolling eines mittelständischen Modulhaus-Anbieters“. Ruben Schwarze wurde ausgezeichnet für seine Masterarbeit „Das Dachtragwerk der Margarethenkirche Kierspe“. Die Überreichung der Preisurkunden und des Preisgeldes fand am Dienstag, den 26. Januar 2021 statt.

Julian Apel developed a construction management software tool.Bild: Julian Apel
Julian Apel entwickelte ein baubetriebliches Software-Tool
Bild: Ruben Schwarze
Ruben Schwarze untersuchte das Tragverhalten einer hölzernen Dachkonstruktion

Julian Apel entwickelte in seiner Masterarbeit ein baubetriebliches Software-Tool, das auf die typischen Bedürfnisse junger, mittelständischer Unternehmen aus der Bauwirtschaft zugeschnitten ist. In Zusammenarbeit mit einem osthessischen Anbieter von Häusern in systematisierter Modulbauweise erstellte er ein leicht in die betriebliche Praxis zu implementierendes Arbeitsmittel für die Bauauftragsrechnung. Dabei berücksichtigte er insbesondere die speziellen Vorteile für die Kalkulation und das Projektcontrolling, die sich durch den hohen Standardisierungsgrad der Modulhäuser ergeben. Erste Anwendungen des Arbeitsmittels zeigten Zeitvorteile von bis zu 70 % gegenüber der bisherigen Vorgehensweise.

Ruben Schwarze untersuchte in seiner Masterarbeit das Tragverhalten der hölzernen Dachkonstruktion der Margarethenkirche im sauerländischen Kierspe. Hierbei handelt es sich um ein so genanntes Bohlenbogentragwerk aus dem Jahr 1817. Diese Baumethode wurde in Deutschland damals nur etwa 20 bis 30 Jahre lang angewendet, so dass die Anzahl der bis heute erhaltenen Tragwerke sehr gering ist. Auf Basis einer sehr detaillierten Analyse der historischen Bausubstanz inklusive der verwendeten hölzernen und schmiedeeisernen Nägel gelang es Ruben Schwarze, das Tragverhalten der reparaturbedürftigen Konstruktion mit heutigen Methoden rechnerisch zu modellieren. Darauf aufbauend entwickelte er mögliche Instandsetzungsvarianten für ausgewählte Schadstellen.

Die Ergebnisse beider Preisträger seien sehr überzeugend und wertvoll, urteilte die Jury. Die Arbeiten verbänden in hervorragender Weise wissenschaftlichen Anspruch mit direktem Praxisbezug und belegten beispielhaft die enge Verknüpfung von universitärer Forschung, Lehre und Wissenstransfer.

Der Preis wurde gestiftet von der Arbeitsgemeinschaft Stufenausbildung (Bau) Kassel – ASK und ist mit insgesamt 3000 Euro dotiert. Die Verleihung erfolgte in Kooperation mit dem Fachbereich Bauingenieur- und Umweltingenieurwesen der Universität Kassel einmal jährlich an Studierende des Fachbereichs für hervorragende Abschlussarbeiten. Auswahlkriterium ist dabei, dass die auszuzeichnenden Arbeiten unter Beachtung einer kostengünstigen Planung, Konstruktion und Bauausführung einen Beitrag zur Lösung wesentlicher Probleme in der Ingenieurpraxis leisten.

Der Förderpreis der nordhessischen Bauwirtschaft setzt die Tradition des KBB-Preises fort, der vor 33 Jahren erstmals verliehen wurde. Somit handelt es sich um den am längsten bestehenden Förderpreis für studentische Abschlussarbeiten an der Universität Kassel. Die Preisstifter waren sehr stolz darauf, den Preis auch im Jahr des fünfzigjährigen Bestehens der Universität verleihen zu können.

Die Masterarbeit von Julian Apel wurde betreut von Prof. Peter Racky (Fachgebiet Baubetriebswirtschaft) sowie Dr. Melanie Schleicher. Nach seinem Masterabschluss geht Julian Apel seinem Interesse am Systembau weiter nach und arbeitet derzeit als Bauleiter in der Niederlassung Kassel eines großen Bauunternehmens.

Die Masterarbeit von Ruben Schwarze wurde betreut von Prof. Werner Seim (Fachgebiet Bauwerkserhaltung und Holzbau) sowie Prof. Jens Wackerfuß (Fachgebiet Baustatik). Nach seinem Masterabschluss beschäftigt sich Ruben Schwarze nun auch beruflich als Tragwerks- und Instandsetzungsplaner in einem Kasseler Ingenieurbüro mit historischen Holz- und Mauerwerkskonstruktionen

 

Kontakt:
Prof. Peter Racky
Universität Kassel
Fachbereich 14 – Baubetriebswirtschaft
Telefon: +49 561 804-2620
E-Mail: peter.racky@uni-kassel.de