06.12.2021 | Pressemitteilung

Vor­rei­ter in der Öko-Land­wirt­schaft: Uni Kassel fei­ert Ju­bi­lä­um der Agrar­wis­sen­schaf­ten

Von hier gingen zahlreiche Impulse für die Etablierung der Bio-Landwirtschaft aus: Die Universität Kassel feiert am kommenden Dienstag (7.12.) ein mehrfaches Jubiläum ihrer Ökologischen Agrarwissenschaften. Seit 50 Jahren gibt es den Fachbereich, 1981 nahm die deutschlandweit erste Professur für Methoden des alternativen Landbaus ihre Arbeit auf. Vor 25 Jahren startete der Diplomstudiengang Ökologische Landwirtschaft.

Bild: Uni Kassel.
Die neue Dekanin des Fachbereichs: Prof. Dr. Maria Finckh begutachtet ein Weizenfeld.

Priska Hinz, hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, zollte den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Respekt und gratulierte: „Wenn die nächsten Jahrzehnte nur ansatzweise so erfolgreich werden, ist es mir um die Zukunft des Ökolandbaus nicht bange.“ Die Präsidentin der Universität Kassel, Prof. Dr. Ute Clement, ergänzte: „Dass ökologische Landwirtschaft unabdingbar für eine nachhaltige Gesellschaft ist, steht meines Erachtens außer Frage. Zu wissenschaftlichen Grundlagen dafür, dass die Agrarwende auch funktionieren kann, tragen die Wissenschaftler:innen der Universität Kassel maßgeblich bei.“ 

Bereits seit 1973 hatte der Fachbereich (mit Standort in Witzenhausen, einer Kleinstadt etwa 40 km von Kassel) ein erstes Aufbaustudium Umwelt angeboten, ebenfalls ein bundesweites Novum, und setzte fortan immer mehr auf Ökologie: Nach der Einrichtung der Professur 1981 folgte 1993 ein Schwerpunkt Ökologischer Landbau, drei Jahre später wurden schließlich der Fachbereich komplett auf ökologische Agrarwissenschaft umgestellt und der weltweit erste universitäre Studiengang für Ökologische Landwirtschaft ging zum Wintersemester an den Start.

Weltweit erster universitärer Studiengang für Ökolandbau

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Witzenhausen lieferten seitdem nicht nur zahlreiche Forschungsergebnisse in Pflanzenbau, Bodenkunde und Nutztierhaltung, sondern erfanden beispielsweise auch die Biotonne und entdeckten eine neue Bananenart im Oman.

Heute hat der Fachbereich 22 Fachgebiete, rund 250 Beschäftigte und vier verschiedene, auch international orientierte Studiengänge. Von den rund 1200 Studierenden kommt etwa jeder vierte aus dem Ausland. Zum Fachbereich gehören ein Gewächshaus für tropische Pflanzen sowie die hessische Staatsdomäne Frankenhausen als Versuchsgut. „Wir leben eine Wissenschaftskultur, die Systeme und Gesamtprozesse in den Mittelpunkt stellt. Dies ermöglicht es uns, landwirtschaftliche Zusammenhänge zu erfassen, praxisgerechte Ergebnisse zu formulieren und nicht zuletzt unseren Absolventinnen und Absolventen hervorragende Berufsperspektiven zu eröffnen“, beschreibt die Dekanin des Fachbereichs, Prof. Dr. Maria Finckh, das Profil. An der Entwicklung des Fachbereichs hätten Studierende immer einen großen Anteil gehabt.

Die Universität Kassel kooperiert in den Agrarwissenschaften mit zahlreichen Institutionen, darunter etwa das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, und ist an nationalen und internationalen Forschungsverbänden beteiligt. Künftig wird sich der Fachbereich nicht nur innerhalb der Universität in das entstehende Zentrum für Nachhaltigkeits-Forschung einbringen, sondern will auch seine Rolle in der Agrar-Ökosystem-Forschung weiter ausbauen.

Und auch das gehört zu der Bilanz des Fachbereichs: Außergewöhnlich viele Absolventen und Absolventinnen gründen ihr eigenes Unternehmen. Rund 100 verzeichnet eine Liste des Fachbereichs alleine in der Region, die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen. Auch über diese Ausgründungen trägt die Universität zur Agrarwende bei.

Die Universität Kassel und der Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften feiern das mehrfache Jubiläum am kommenden Dienstag: Es fällt zugleich in die Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum der Universität. Der Festakt des Fachbereichs, in dem auch die neue Dekanin Prof. Maria Finckh offiziell eingeführt wird, findet digital statt. Er findet von 15 bis 18 Uhr statt und wird öffentlich über Zoom übertragen.

 

Informationen zum Programm und Link zur Live-Übertragung:  https://www.uni-kassel.de/fb11agrar/infothek/jubilaeumsveranstaltung

 

Pressekontakt:

Sebastian Mense
Universität Kassel
Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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