17.11.2022 | Porträts und Geschichten

Er kann­te schon die Grün­dungs-Prä­si­den­tin

Hausmeister Mario Haack arbeitet seit 34 Jahren an der Uni – und kennt sie noch viel länger

Bild: privat
Mario Haack (vorne) mit zwei Kollegen Anfang der 90er Jahre.

„Mein Vater war der Chef-Chauffeur “, erzählt Mario Haack. „Von Vera Rüdiger bis Rolf-Dieter Postlep hat er alle Präsidentinnen und Präsidenten gefahren. Bis zu seinem Ruhestand 2004 hat er wohl etwa zwei Millionen Kilometer zurückgelegt.“ Wenn ein Termin den nächsten jagte, wurde der Dienstwagen zum zweiten Büro. Mit einem Telefon ausgestattet – damals noch eine Seltenheit – konnten die Präsidenten im Fond telefonieren oder Aktenarbeit erledigen, während Hans-Jürgen Haack das Auto sicher steuerte. Er chauffierte die Präsidenten zum Beispiel nach Frankreich zu verschiedenen Partneruniversitäten, ins Kleinwalsertal und auch in die damalige DDR. „Das waren eindrückliche Erlebnisse für meinen Vater, aber als Kind habe ich ihn auch selten gesehen. Als Chauffeur hat man einen Fulltime-Job. Papierkram gehört ebenfalls dazu.“

So lernte auch Mario Haack die Präsidentinnen und Präsidenten näher kennen. „Alle waren sehr nett und freundlich zu mir. Mit Vera Rüdigers Airdale-Terrier Chico habe ich oft gespielt. Und ich durfte auch manchmal mit dem Dienstwagen mitfahren. Das war schon aufregend“, lacht Haack. Auch seine Mutter arbeitete als Reinigungskraft in der Ingenieurschule am Standort Wilhelmshöher Allee. „Wir sind eine richtige GhK-Familie“, so Mario Haack. „Meine Eltern waren immer für die Uni und die Kollegen da.“

Da lag es nahe, dass auch Mario Haacks Weg an die Gesamthochschule führen würde. Nach einer Ausbildung zum Schreiner ergab sich 1988 die Gelegenheit, an der GhK als Hausmeister anzufangen – Haack ergriff diese Chance und hat es nie bereut. Besonders schätzt er den Zusammenhalt der Kolleginnen und Kollegen und das eigenverantwortliche Arbeiten. „Das geht nur, weil die Zusammenarbeit sehr gut funktioniert und auf Vertrauen basiert. Jeder kennt seine Aufgaben und man muss nicht jede Kleinigkeit absprechen.“

Bernd Lachmann ist seit 2005 einer seiner Kollegen in der Hausmeisterei am HoPla: „Mario ist immer freundlich und hilfsbereit. Seine Ruhe verliert er nicht so schnell. Es muss schon viel geschehen, um ihn auf die Palme zu bringen.“

Highlights sind die Campusfeste

Mario Haack schätzt auch den direkten Kontakt zu den Fachbereichen. Besonders früher „haben wir auch mal mit dem ein oder anderen Professor und Mitarbeiter ein Schwätzchen gehalten und einen Kaffee getrunken. Das hat sich gewandelt.“ Er glaubt, dass dies an der Einrichtung des Servicedesk liegt, bei dem alle Arbeitsaufträge zentral eingehen und verteilt werden. „So kommen wir gar nicht mehr in Kontakt. Das ist sehr schade.“

Doch auch wenn sich die Rahmenbedingungen im Laufe der Jahre geändert haben, ist Mario Haack immer noch mit Freude dabei. „Kein Tag gleicht dem anderen, wir haben immer neue Herausforderungen zu meistern. Wir Hausmeister sind sozusagen ,Mädchen für alles‘ und kümmern uns darum, dass alles tiptop in Ordnung ist: Wir tauschen kaputte Möbel oder Leuchtmittel aus, übernehmen kleinere Reparaturarbeiten in den Sanitäranlagen, reparieren Türen und Fenster und machen kleinere Umzüge. Bei umfangreicheren Arbeiten werden externe Firmen von unseren Immobilienmanagern beauftragt. Da haben wir auch ein Auge darauf, dass alles richtig abläuft, und nehmen die Arbeiten am Ende ab.“

„Auch draußen auf dem Campus gibt’s immer genug zu tun“, erzählt Mario Haack weiter. „Wir räumen Wege und Parkplätze auf. Um die Grünpflege müssen wir uns aber nicht kümmern, das machen die Gärtner. Und im Winter räumen wir Schnee vor den Eingängen.“

Bei Veranstaltungen ist die Unterstützung der Hausmeister ebenfalls gefragt. „Unsere Highlights sind immer die Campus feste. Das ist immer viel Arbeit, doch alle packen mit an und sind mit Freude dabei – und wir feiern natürlich auch mit.

 

Text: Kathrin Meckbach
Dieser Text erschien im Hochschulmagazin publik 3/2022 vom 10. Oktober 2022.