02.04.2019 | Pressemitteilung

Kräf­ti­ge Hüft­mus­keln ver­hin­dern Stür­ze bei äl­te­ren Men­schen

Ältere Personen sollten vor allem ihre stabilisierenden Hüftmuskeln trainieren, um Stürze zu vermeiden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Uni Kassel. Beim Älterwerden verlieren die Hüftstabilisatoren bei Frauen in größerem Maße ihre Kraft als die Beinstreckmuskeln. Das Kräfteverhältnis verändert sich zuungunsten der Hüftstabilisatoren und Stürze werden wahrscheinlicher. Die Kasseler Studie verrät auch, was man dagegen tun kann.

Bild: Jacob Lund.
„Um die Hüftmuskulatur zu stärken, sollte man Krafttraining auf instabilen Unterlagen durchführen.“ Dazu zählen beispielsweise sogenannte Wackelbretter oder Balance Boards.

„Die Kraft der Hüftstabilisatoren nimmt im Vergleich zur Kraft der Beinstreckmuskulatur mit zunehmenden Alter stärker ab“, sagt Prof. Dr. Armin Kibele vom Fachgebiet Trainingswissenschaften der Uni Kassel. „Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit von Stürzen bei dieser Altersgruppe.“ Stürzende seien nicht mehr so gut in der Lage, sich abzufangen. Während die Kraft der Hüftstabilisatoren bei älteren rund 70-jährigen Frauen gegenüber jungen rund 25-jährigen Frauen um rund 44 Prozent niedriger liegt, beträgt diese Differenz für die Beinstreckmuskeln nur 33 Prozent.

„Deshalb sollten besonders ältere Personen die stabilisierende Hüftmuskulatur intensiv trainieren“, sagt Kibele. Der Sportwissenschaftler empfiehlt auch eine Trainingsmethode. „Um die Hüftmuskulatur zu stärken, sollte man Krafttraining auf instabilen Unterlagen durchführen.“ Dazu zählen beispielsweise sogenannte Wackelbretter. Durch ein solches Training werde auch die geistige Leistungsfähigkeit verbessert. Die Kasseler Studie sei ein wichtiger Schritt, um Sportprogramme zur Sturzprävention zu entwickeln. „Wir versuchen, die Sturzgefahr und deren Ursachen genau zu verstehen und haben nun einen bislang noch wenig beachteten Einflussfaktor gefunden.“

Für die Studie wurde Kraftverhältnis zwischen Hüftadduktoren, Hüftabduktoren und Knieextensoren bei 121 Frauen verschiedenen Alters untersucht. Erschienen ist sie in der internationalen Online-Zeitschrift PLOS ONE.

Die Studie ist Teil des Projekts TASK. TASK steht für Transfer und Anwendungszentrum Sport in Kassel und ist eine Kooperation von Stadt und Universität Kassel, die in dieser Form bundesweit bisher einmalig ist. Bei dem Projekt TASK geht es darum, Erkenntnisse aus der Sportwissenschaft für die Gesellschaft nutzbar zu machen und umgekehrt, gesellschaftsrelevante Fragestellungen sportwissenschaftlich zu untersuchen und zu begleiten.

Den PLOS ONE Artikel finden Sie hier: https://journals.plos.org/plosone/article/comments?id=10.1371/journal.pone.0213361 

Kontakt:

Prof. Dr. Armin Kibele
Universität Kassel
Institut für Sport und Sportwissenschaft
Tel.: +49 561 804-5397
E-Mai: akibele@uni-kassel.de