23.10.2019 | Berichte aus den Bereichen

Neu­es Pro­jekt zwi­schen der Universität Kas­sel und Tu­ne­si­en er­folg­reich ge­star­tet

Das Forschungs- und Lehrzentrum für unternehmerisches Denken und Handeln (Fludh) freut sich über die erfolgreiche Einwerbung des durch den DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) finanzierten Projekts Entrepreneurial Universities in Africa, Tunesien. Prof. Dr. Brigitte Halbfas, leitende Direktorin und Professorin für Entrepreneurship Education, und Christian Martin, Geschäftsführer des Zentrums, werden in den kommenden 3,5 Jahren die Université Tunis El Manar und die Université de Sousse dabei unterstützen, unternehmerisches Denken und Handeln in Lehre und Transfer nachhaltig zu implementieren. Ein institutioneller Wandel in Strukturen und Angeboten der beteiligten Hochschulen und der Umbau hin zur „Entrepreneurial University“ nach dem Kasseler Vorbild soll sichtbar gemacht werden.

Bild: Alexander Hartmann.
Vom 10. - 12. September trafen sich Professorinnen und Professoren der Université Tunis El Manar und der Université de Sousse an der Universität Kassel zu einem Projektplanungsworkshop.

Während der mehrjährigen Projektlaufzeit erfolgt ein regelmäßiger und enger Austausch zwischen Kassel, Tunis und Sousse. Unternehmerisches Denken und Handeln soll in dieser Zeit als Schlüsselqualifikation in der Lehre implementiert und die Lehr-Lernkompetenz von Hochschullehrern auf- und ausgebaut werden. Hierfür wird u. a. ein Training of Trainers in Entrepreneurship Education entwickelt und implementiert. Die Etablierung von Ideenwettbewerben und eine stärkere Verankerung von Entrepreneurship und Entrepreneurship Education als Forschungsgegenstand sind weitere Ziele. Langfristig ist die Steigerung von wissensbasierten Gründungen aus den tunesischen Partneruniversitäten heraus vorgesehen, um Arbeitsplätze zu schaffen. Im Rahmen des Projekts wird die universitäre Gründungsberatung und eine Start-up-School auf- bzw. ausgebaut. Durch die Kooperation soll eine Diskrepanz zwischen Hochschulbildung und Arbeitsmarktanforderungen in Tunesien bearbeitet und insbesondere mehr Innovationskraft geschaffen werden. Tunesien ist das einzige arabische Land, das als Demokratie aus dem arabischen Frühling hervorgegangen ist und derzeit mit hoher Jugendarbeitslosigkeit zu kämpfen hat. Das Projekt hat daher auch das Ziel, die demokratische Verfasstheit des Landes zu unterstützen und als Erfolgsmodell für andere Länder zu erhalten. Das Projekt Entrepreneurial Universities in Africa hilft, bereits bestehende Ansätze nachhaltig vertieft in die Breite zu tragen.

Anfang September 2019 empfing die Universität Kassel nun Professorinnen und Professoren der beiden tunesischen Universitäten inklusive deren Präsidenten. Im Rahmen eines Projektplanungsworkshops erarbeiteten die Teilnehmenden eine jeweils hochschulweite Implementierungsstrategie für das Projekt, definierten Projektziele und entwickelten einen Zeit- und Arbeitsplan. Im Rahmen dieser Workshop-Woche lernten die Teilnehmenden sowohl die Universität Kassel mit ihrer ausgeprägten Gründerkultur kennen als auch den Science Park als Ort und Konzept für hervorgehende Innovationen und Unternehmensgründungen im direkten Umfeld von Forschung und Lehre. Neben intensiver Arbeit kam auch der kulturelle Austausch nicht zu kurz: Auf dem Programm standen Aktivitäten wie ein Ausflug zu den Wasserspielen im Bergpark Wilhelmshöhe inklusive Kneippen und eine Führung im Stadtmuseum, die den tunesischen Delegierten unsere Region näherbrachte. Bei diesen Unternehmungen und einem gemeinsamen Barbecue wurden Kontakte und Arbeitsbeziehungen vertieft und gefestigt. Im Fludh freut man sich nun auf eine fruchtbare Partnerschaft für die drei teilnehmenden Universitäten und blickt mit Spannung und Neugier auf die kommende Projektarbeit.

 

Kontakt:

Laura Behne
Lehrkoordination
Forschungs- und Lehrzentrum für unternehmerisches Denken und Handeln
Tel.: 0561 804-2398
E-Mail: behne@uni-kassel.de