17.12.2018 | Pressemitteilung

Pro­jekt "Di­gi­tal ge­stütz­tes Leh­ren und Ler­nen in Hes­sen" läuft an

Digitale Technologien sind in der Lehre und im Studium längst unverzichtbar: Um innovative Konzepte zu erarbeiten, startet am 1. Februar 2019 das hessenweite Verbundprojekt „Digital gestütztes Lehren und Lernen in Hessen“. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) fördert das Projekt mit insgesamt etwa 10 Millionen Euro. Elf hessische Hochschulen sind an dem Projekt beteiligt, das bis Ende 2020 flächendeckend die didaktischen und technischen Voraussetzungen für den dauerhaften Einsatz neuer Technologien in der Lehre herausarbeiten soll.

Bild: Felix Welsch.
Computer als digitales Messinstrument: Ein Student misst bei einem physikalischen Versuch mit zwei aufeinander zufahrenden Wagen kinetische Energie.

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Digitalisierung ist ein großes Thema unserer Zeit und prägt auch die Arbeit an den Hochschulen. Der Einsatz neuer Technologien spielt natürlich schon länger eine Rolle. Mit dem Verbundprojekt aber wollen wir innovative Konzepte zur weiteren Verbesserung der Hochschullehre und des Lernprozesses erstellen. Ziel der Landesregierung ist es, die Digitalisierung der Hochschullehre zu fördern. Modernes E-Learning ermöglicht eine sowohl zeit- als auch ortsunabhängige Lehre. Innovative Lehrangebote und die Möglichkeiten, die die Digitalisierung bietet, im Sinne exzellenter Lehre zu nutzen, hat Zukunft.“

Im Projekt sind drei Themen zentral: Studierende sollen Zugang zu barrierefreien, qualitätsgesicherten digitalen Lerninhalten erhalten und der Einsatz digitaler Technologien in Lehre und Lernen soll befördert werden. Lehrende sollen einen (virtuellen) Raum erhalten, in dem sie sich in geschützter Umgebung über digital gestützte Lehre austauschen sowie innovative Digitalisierungskonzepte diskutieren und erproben können. Und schließlich sollen Lehrende bei der Erstellung digitaler Lerninhalte und der individuellen Qualifizierung aus didaktischer, organisatorisch-technischer und rechtlicher Perspektive unterstützt werden.

„Wir wollen das Projekt nutzen, um unsere Universität fit für die Zukunft zu machen. Digitale Lehr- und Lernangebote bereichern die Studiengänge, schaffen Flexibilität und mehr Freiräume für wertvolle Präsenzangebote“, sagte Prof. Dr. René Matzdorf, Vizepräsident der Universität Kassel. „Es freut mich, dass wir uns gemeinsam mit den hessischen Hochschulen auf den Weg machen und so die Chance bekommen, schon bald ein substanzielles Angebot zur Verfügung stellen zu können. Digitale Lehrangebote können auch hervorragend für das Lebenslange Lernen – gerade auf informellen Wegen – genutzt werden und so zum schnellen Wissenstransfer beitragen.“

Das Verbundprojekt „Digital gestütztes Lehren und Lernen in Hessen“ entwickelt Prototypen für Entwicklungs- und Kooperationsformate zwischen den Hochschulen sowie ein Webportal mit digitalen Lehr-Lernangeboten.

An den beteiligten Hochschulen werden lokale Serviceeinrichtungen gegründet oder ausgebaut. Sie unterstützen die Lehre am Standort digital und fungieren als Multiplikatoren für die Entwicklungen, die auf Landesebene angestrebt werden. Die lokalen Serviceeinrichtungen sind die Ansprechpartner für die Lehrenden in der jeweiligen Hochschule und sichern die Rückkopplung mit den Präsidien. Am Ende der Laufzeit wird das Projekt von einem Gutachtergremium bewertet. Bei positiver Bewertung soll – vorbehaltlich der Finanzierung – dauerhaft ein gemeinsames hessisches Angebot zum digital gestützten Lehren und Lernen etabliert werden.

Einzelne Hochschulen sind darüber hinaus verantwortlich für sogenannte Innovationsforen, in denen zu verschiedenen Themen didaktische Konzepte mit digitalen Technologien verknüpft und weiterentwickelt werden. So wird es zum Beispiel Innovationsforen zu den Themen E-Assessment oder Qualifizierung der Lehrenden geben. Die Universität Kassel konzipiert gemeinsam mit der TU-Darmstadt die Gestaltung des Webportals, auf dem die qualitätsgesicherten Lehr-/Lernangebote gemeinsam entwickelt und zur Verfügung gestellt werden und über das die Lehrenden hochschuldidaktische Fragen diskutieren können. In Marburg koordiniert eine gemeinsame Serviceeinrichtung der Hochschulen die Vernetzung im Projekt.

Am Verbundprojekt sind folgende elf Hochschulen beteiligt: Universität Kassel, Frankfurt University of Applied Sciences, Goethe-Universität Frankfurt, Hochschule Darmstadt, Hochschule Fulda, Hochschule Geisenheim University, Hochschule RheinMain, Justus-Liebig-Universität Gießen, Philipps-Universität Marburg, Technische Hochschule Mittelhessen, Technische Universität Darmstadt.

Die Gesamt-Fördersumme für das Projekt beträgt 9,9 Millionen Euro. Davon erhalten alle elf Hochschulen jeweils einen gleich hohen Anteil für die Einrichtung lokaler Serviceeinrichtungen. In Marburg kommt dazu noch das Budget für die zentrale Serviceeinrichtung sowie die Organisation und Durchführung der Innovationsforen und den Aufbau des Web-Portals. Damit geht knapp die Hälfte der Mittel in ein gemeinsames digital gestütztes Lehrangebot.

 

Kontakt:

Sebastian Mense
Universität Kassel
Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 561 804-1961
E-Mail: presse@uni-kassel.de
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