13.07.2019 | Pressemitteilung

State­ment des Prä­si­di­ums nach der Kund­ge­bung "Zu­sam­men sind wir stark"

Kürzlich hat sich die Universität Kassel gemeinsam mit vielen Menschen und Organisationen aus Kassel unter dem Motto „Zusammen sind wir stark“ öffentlich gegen rechte Hetze positioniert und des ermordeten Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke gedacht. Walter Lübcke war Absolvent der Universität Kassel. Das Präsidium bedankt sich ausdrücklich bei allen Mitgliedern der Universität Kassel, dass sie so zahlreich an der Kundgebung teilgenommen haben.

Vor dem Hintergrund dieses fürchterlichen Verbrechens sieht es das Präsidium der Universität Kassel mit sehr großer Besorgnis, dass der öffentliche Diskurs zunehmend von Angriffen, Ausgrenzungen, Unwahrheiten, Hass und Gewalt geprägt ist. „Aus Sicht des Präsidiums wird diese alarmierende Entwicklung von bestimmten politischen Zirkeln gezielt befördert. Gerade auf der rechten Seite des politischen Spektrums bilden sich neue Netzwerke und Institutionen, etwa in Form von bildungsnahen Stiftungen, die aktiv daran arbeiten, die Grenzen des Sagbaren zu verschieben und demokratische Grundwerte zu bekämpfen“, sagt Prof. Dr. Reiner Finkeldey, Präsident der Universität Kassel.

„Die Hochschulleitung tritt allen entschlossen entgegen, die Hass und Hetze verbreiten oder durch ihre üble Rhetorik den geistigen Boden dafür bereiten. Gerade wir als Universität haben eine Verantwortung, dass die Regeln eines wertschätzenden, sachlichen und diskriminierungsfreien Diskurses eingehalten werden.“ Das Präsidium fordert daher alle Mitglieder der Universität auf, sich zu distanzieren und lehnt jede Zusammenarbeit mit demokratiefeindlichen Parteien, Stiftungen und Einrichtungen auch vor dem Hintergrund der Geschehnisse in der jüngsten Vergangenheit entschieden ab.