21.06.2019 | Pressemitteilung

Uni Kas­sel be­tei­ligt an neu­em LOEWE-Zen­trum zu resi­li­en­ten Städ­ten

Die hessische Landesregierung fördert im Rahmen ihres Forschungsförderungsprogramms LOEWE ein neues Zentrum – es trägt den Titel „Die Resiliente Digitale Stadt” und wird bis Ende 2023 mit insgesamt 17,4 Millionen Euro finanziert. Dies gab das Hesssische Wissenschaftsministerium heute (21. Juni) bekannt. Die Projektkoordination hat die TU Darmstadt, die Universität Kassel ist mit zwei Fachgebieten beteiligt.

Das LOEWE-Zentrum „emergenCITY“ („Resiliente Digitale Stadt“) wird Lösungen erarbeiten, „die in Krisenfällen einen Notbetrieb für und mit Informations- und Kommunikationstechnologien sicherstellen, schnelle Hilfe ermöglichen und eine effiziente Rückkehr zur Normalität unterstützen“, erläutert der wissenschaftliche Koordinator des Zentrums, der Informatik-Professor Matthias Hollick (TU Darmstadt).

Dazu müsse sich die Technologie bereits im Normalbetrieb kontinuierlich „selbst-vorbereitend“ auf Krisensituationen einstellen und diese autonom detektieren, so Hollick. In Notlagen sollen überlebenswichtige Dienste beschleunigt bereitgestellt werden. Das gewonnene Erfahrungswissen soll helfen, bei künftigen kritischen Situationen besser vorbereitet zu sein.

Das ist auch dringend erforderlich: Im Jahr 2050 werden zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. Für das Wachstum von Städten sind anpassungsfähige und effiziente Infrastrukturen unerlässlich. Digitale Städte der Zukunft nutzen vermehrt Informations- und Kommunikationstechnologien, um vernetzte Infrastrukturen etwa in den Bereichen Energie, Verkehr, Gesundheit, Staat und Verwaltung bereitzustellen. Die Abhängigkeit dieser Systeme aus Informations- und Kommunikationstechnologien nimmt stetig zu – und sie werden durch Naturereignisse, menschliches und technisches Versagen sowie Gewalt und Terror verwundbar.

Teams von 23 Professorinnen und Professoren aus Informatik, Elektrotechnik und Informationstechnik, Maschinenbau, Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften, Architektur, Wirtschaftswissenschaften sowie Rechtswissenschaften werden gemeinsam im universitären Verbund forschen – die Federführung hat die TU Darmstadt, Partner sind die Universität Kassel und die Universität Marburg. Seitens der Universität Kassel beteiligen sich die Fachgebiete Verteilte Systeme (Prof. Dr. Kurt Geihs) sowie Öffentliches Recht, IT-Recht und Umweltrecht (Prof. Dr. Gerrit Hornung).

Während das Team von Prof. Geihs seine spezifischen informatischen Kenntnisse einbringt, steuert die Gruppe von Prof. Hornung die rechtliche Sicht bei, etwa wenn es um Datenschutz oder IT-Sicherheit geht. Der Präsident der Universität Kassel, Prof. Dr. Reiner Finkeldey, gratulierte den beteiligten Wissenschaftlern und freute sich über den "wichtigen Baustein zum Ausbau einer strategischen Kooperation mit der TU Darmstadt auf dem Zukunftsfeld der Digitalisierung".

Zusammen mit der Digitalstadt Darmstadt wird ein emergenCITY-Lab zur praxisnahen Erprobung von Lösungen etabliert. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bringt als weiterer Partner die gesamtheitliche Behörden- und Anwendungssicht ein.

Link:

www.emergencity.de

 

Kontakt:

Sebastian Mense
Universität Kassel
Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 561 804-1961
E-Mail: presse@uni-kassel.de
www.uni-kassel.de