"Agrar­fra­gen in der 'New His­to­ry of Ca­pi­ta­lism'"

Nachdem ein Vierteljahrhundert lang die fast allseits verkündete Alternativlosigkeit des Kapitalismus propagiert wurde, haben Historiker und Historikerinnen spätestens mit der Finanzkrise von 2008 den Kapitalismus als kontroversen Forschungsgegenstand wiederentdeckt. Von der "Reemergence of a Historical Concept" ist die Rede (Jürgen Kocka/Marcel van der Linden), eine "New History of Capitalism" wird eingefordert (Sven Beckert) und die Historikerzunft wird gemahnt, den "globalen Kapitalismus" historisch zu "denken" (Friedrich Lenger). So verdienstvoll dieser jüngste Aufbruch in der historischen Kapitalismusforschung ist, verblüfft doch eine Leerstelle ganz besonders: das fast gänzliche Schweigen über die Rolle der Landwirtschaft im Prozess der industriekapitalistischen Transformation des 19. und 20. Jahrhunderts. Dieser Vortrag setzt an dieser vernachlässigten Stelle ein und skizziert einige Perspektiven auf die Relevanz von Agrarfragen in der neueren historischen Kapitalismusforschung.

Vortrag von Dr. Juri Auderset (Bern)

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