Vor­trag: „Si­sal, Tee, Va­nil­le: die Rol­le der Bo­ta­ni­schen Gär­ten einst und jetz­t“

Seit Jahrhunderten erforschen, dokumentieren und präsentieren Botanische Gärten die Pflanzenwelt und bewahren sie in ihren umfangreichen Sammlungen. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der pflanzlichen Vielfalt. In Deutschland gibt es fast 100 Gärten, sie kultivieren in ihren wissenschaftlichen Sammlungen. etwa 50.000 Pflanzenarten, das entspricht etwa einem Fünftel aller beschriebenen Blütenpflanzen. Als besonders schöne und spannende Lernorte bringen sie für viele Millionen Besucher jährlich Freude und Schönheit, und vermitteln Wissen über die Vielfalt der Pflanzenwelt. Wir werfen einen Blick auf die Geschichte der Gärten, ihre Gründungen im Norden und Süden der Welt und ihre Aufgaben einst und heute.

Doch woher stammt diese Formenfülle und wem gehört diese Vielfalt eigentlich? Wussten Sie, dass einige Botanischen Gärten maßgeblich koloniale Interessen unterstützten? Dass sich der Anbau von Vanille, Tee und Sisal nur durch illegale Transfers über Botanische Gärten verbreiten konnte? Die Inkulturnahme der Nutzpflanzen war mit viel gärtnerischem Wissen verbunden. Manche Pflanzen blühten in Kultur, fruchteten aber nicht. Das berühmteste Beispiel ist die teure Vanille. Sie gehört zu den Orchideen wird von Hand bestäubt- im Anbau, aber auch in Witzenhausen. Sisal gelangte von Mexiko über die Royal Botanic Gardens von Kew, über Florida und Hamburg nach Tansania. Ein Botanischer Garten war an der Brechung des Sisalmonopols direkt beteiligt.

Marina Hethke plaudert als Kuratorin eines der kleinsten Botanischen Gärten in Deutschland „aus dem Nähkästchen“. Sie hat wissenschaftlich zur Bildungsarbeit der deutschen Botanischen Gärten gearbeitet, weltweit von Candy über Kew, New York, Santo Domingo bis Warschau bedeutende Einrichtungen besucht und engagiert sich seit 25 Jahren im Verband Botanischer Gärten.

Eintritt frei.

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