In­go Schul­ze

Grimm-Professor des Jahres 2009 an der Universität Kassel war Ingo Schulze. Seine Veranstaltungen begannen am 14. Oktober mit dem Vortrag „Das Wort für die Sache halten. Über einige Begriffe unserer Alltagssprache"; am 15. Oktober folgte ein öffentliches Seminar und am 16. Oktober eine Lesung aus einem seiner Werke.

Ingo Schulze wurde 1962 in Dresden geboren. Er studierte in Jena Klassische Philologie und Germanistik, arbeitete als Schauspieldramaturg am Landestheater Altenburg und als Journalist. Seit 1993 lebt er als freier Schriftsteller in Berlin. Er schreibt u. a. Erzählungen, Romane und Essays, und bisweilen schlägt er literarisch auch über die Stränge, zum Beispiel mit „Der Herr Augustin" (2008), einem Buch für Kinder „ab vier Jahre".

Ingo Schulze (© Gaby Gerster)

„Das ist nicht Wende-, das ist Weltliteratur" heißt es in einer Rezension zu Schulzes Roman „Neue Leben". In der Tat: Wende und Einheit spielen in vielen seiner Texte eine Rolle - was nicht verwundern muss angesichts der Tatsache, dass wir trotz allem immer noch zwischen alten und neuen Bundesländern unterscheiden. Aber Schulzes Texte sind nicht nur scharfblickend-genau - etwa in der Kritik an der „Ökonomisierung aller Lebensbereiche" -, sondern sie bezeugen durchweg eine ironische und lakonisch-lässige Überlegenheit, nicht zuletzt, indem sie auch immer wieder neue Formen und Stile ausprobieren.

Prei­se und Aus­zeich­nun­gen (Aus­wahl):

  • 1995 Förderpreis des Alfred-Döblin-Preises / aspekte-Literaturpreis
  • 2006 Peter-Weiss-Preis
  • seit 2006 Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt
  • 2007 Stipendiat der Villa Massimo in Rom / Preis der Leipziger Buchmesse
  • Seit 2007 Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste
  • Seit 2010 Direktor der Sektion Literatur der Akademie der Künste
  • 2012 Preis des „Freien Deutschen Autorenverbandes“
  • 2013 Bertolt-Brecht-Preis der Stadt Augsburg